In diesem Anlagefonds kommen kleine Schweizer Firmen gross herausWer in den Aktienindex SPI Extra investiert, holt sich alle jene Unternehmen ins Depot, die andere Anleger bloss in homöopathischen Dosen besitzen.12.07.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenProduktion von Laborgeräten bei Tecan. Die Aktien des Unternehmens haben in normalen Aktienindizes bloss ein minimales Gewicht.Chriatian Beutler / KeystoneWie so manche Schweizer habe auch ich ein gespaltenes Verhältnis zur UBS. Dabei reicht unsere Beziehung mehr als 30 Jahre zurück.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Damals, Mitte der 1990er Jahre, bezog ich ein Studio in einem Zürcher Personalhaus der Bankgesellschaft. Ich absolvierte ein zweijähriges «Allround-Praktikum» bei der armeenahen Vorgängerorganisation der UBS, wo niemand Karriere machen konnte, ohne sich zuvor monatelang auf einem Waffenplatz die Beine in den Bauch gestanden zu haben.Die obersten Bankkader hiessen damals noch Generaldirektoren und waren eigentlich Korpskommandanten. Mitarbeiter standen in Achtungstellung vor ihnen und machten im Zweifelsfall eine kleine Verbeugung. Kurz: Es waren finstere Zeiten.Aber der Rubel rollte. Damals liefen die Kunden noch mit Koffern voller Bargeld und Bündeln von physischen Wertschriften in die Schalterhalle an der Bahnhofstrasse 45. Die Schweizer Steuerhinterziehungsmaschinerie lief auf vollen Touren.Eines verstand ich schnell: Deutschen Zahnärzten oder schwedischen Unternehmern, die ihr Geld vor ihrem Fiskus versteckten, war die Höhe von Bankgebühren ziemlich gleichgültig. Dass der Ertrag ihres Portfolios deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurückblieb, registrierten sie kaum.Nur so kann ich mir erklären, wie bei der UBS eine Kultur entstehen konnte, in der Kunden Anlageprodukte mit unterdurchschnittlicher Performance, aber überdurchschnittlichen Gebühren angedreht werden. Ich machte immer einen weiten Bogen um die Fonds der UBS. Nicht einmal die dritte Säule hatte ich bei meinem früheren Arbeitgeber.Wieso hole ich so weit aus? All diese Erklärungen dienen nur dem Zweck, dass ich jetzt ein Anlageprodukt der UBS empfehlen kann, ohne den Eindruck zu erwecken, Schleichwerbung zu betreiben.Es handelt sich um den ETF auf den Aktienindex SPI Extra, den meines Wissens nur die Grossbank anbietet. Dieser deckt alle Schweizer Aktien ab mit Ausnahme der 20 grössten, die im SMI vertreten sind. Und das für UBS-untypisch tiefe Gebühren von 0,13 Prozent.Für mich persönlich ist der SPI Extra ein unerlässlicher Portfolio-Bestandteil. Ich möchte weltweit investieren, und in den internationalen Aktienindizes sind auch Schweizer Grossfirmen wie Novartis oder ABB berücksichtigt. Mit einem kleinen Gewicht zwar, aber das genügt mir.Ich hole mir lieber über Small- und Midcaps ein grösseres Exposure zur Schweizer Wirtschaft und zum Franken ins Depot. Also mit Titeln wie Galderma, Sandoz oder VAT – aber eben auch mit den ganz kleinen Werten wie Emmi, Bucher oder Tecan. Im SPI Extra sind rund 180 Unternehmen vertreten, die kleinsten haben ein Gewicht von immerhin 25 bis 30 Promille.Natürlich gäbe es auch den SMIM-Index, für den mehrere Anbieter ETF anbieten. Dieser beschränkt sich auf die 30 Midcaps, die auf die SMI-Werte folgen. Ich habe lieber auch die kleinen Firmen dabei, auch als Wertschätzung vor ihrer unternehmerischen Leistung. Bei mir kommen sie viel grösser heraus, als ihr Börsenwert es eigentlich zulassen würde.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel