Kai Wegner hat sich sein politisches Grab selbst geschaufelt. Dass der Regierende Bürgermeister von Berlin an dem Tag, an dem 45.000 Berliner Haushalte wegen eines Brandanschlags bei eisiger Kälte ohne Strom ausharren mussten, nicht die betroffenen Bezirke besuchte, war ein schwerer Fehler. Erst recht, dass er stattdessen mit seiner Lebensgefährtin Tennis spielte.Aber das hätte Wegner politisch vermutlich überleben können, wenn er die Karten direkt auf den Tisch gelegt hätte, wenn er im Büßergewand öffentlich Abbitte geleistet hätte. Stattdessen machte Wegner falsche Angaben über den zeitlichen Beginn seines telefonischen Krisenmanagements. Damit aber wurde es für die Berliner CDU immer schwerer, ihm die Stange zu halten.Verprellte die eigene ParteiAuch hier bewies Wegner kein politisches Gespür. Seine Parteifreunde, auf deren Unterstützung das angeschlagene Stadtoberhaupt angewiesen ist, verprellte er mit Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg. Dabei wäre er mehr denn je auf ihre Unterstützung angewiesen gewesen. Aber Wegner wirkte unbelehrbar. Es schien, als glaube er, für ihn gälten die herkömmlichen Regeln des Politikbetriebs nicht.Wegners Regierungsstil mochte anfangs erfrischend unkonventionell daherkommen. Am Ende haftete ihm jedoch mehr als ein Hauch von hemdsärmeliger Selbstherrlichkeit an. Wie groß der Unmut über Wegner in der Berliner Union zuletzt war, lässt sich am Zeitpunkt seiner Ankündigung ermessen. Zwei Monate vor der Wahl galt es eigentlich als zu riskant, auf ein neues Pferd zu setzen; es sei denn, man traut dem alten gar nichts mehr zu.Wegner hat die gesichtswahrende Variante gewählt. Er ist nicht zurückgetreten, sondern tritt nur nicht mehr an. Aber dass das keine freie Entscheidung war, liegt auf der Hand. Die Berliner CDU sah ihre ohnehin sehr zerzausten Felle davonschwimmen. Für die deutsche Hauptstadt, in der so vieles im Argen liegt, bedeutet dieses Ende der Amtszeit Wegners einen weiteren Zeitverlust.
Wegner hat sich das politische Grab selbst geschaufelt
Hätte Kai Wegner gleich Abbitte geleistet für sein desolates Krisenmanagement, hätte er womöglich politisch überleben können. Aber er zeigte sich unbelehrbar.











