Anfang Januar fand in Berlin der größte Stromausfall in der deutschen Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg statt. Mitten im Winter, bei eisigen Temperaturen. Und bis heute sind die Täter hinter diesem Ereignis nicht gefasst. Erwischt wurde hingegen jemand anderes: nämlich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner. Dieser ist nicht für den Stromausfall verantwortlich, hat aber ein bemerkenswert dilettantisches Krisenmanagement hingelegt.
Zuerst wurde er dabei erwischt, dass er sich während des Stromausfalls zu einem lockeren Tennismatch aufgemacht hat. Dann wurde er dabei erwischt, dass er allerlei dummes Zeug über den Rest des Tages erzählte. Am Ende blieben von einem behaupteten eifrigen Krisenmanagement vor der Tennisstunde noch „zwei Telefonate vor 13 Uhr“ und angebliche schriftliche Kommunikation.
In Deutschland ungute Kultur des Aussitzens etabliert
Das alles wäre Grund genug, um einen Regierungschef aus dem Amt zu jagen. Aber wer sollte ihn aus dem Amt befördern, wenn ihm die nötige Einsicht fehlt? Eine Abwahl ist nicht vorgesehen, und so können nur die eigenen Leute ein Stoppschild setzen, wenn bestimmte Grenzen überschritten sind. Ohne den Druck der eigenen Partei kann man in Deutschland politisch unfassbar viel überstehen. In Deutschland hat sich eine ungute Kultur des Aussitzens etabliert.














