Wegen Trumps Einflussnahme : IOC-Ethikkommission soll sich mit Infantino befassen09.07.2026, 15:59Lesezeit: 3 Min.Weil FIFA-Präsident und IOC-Mitglied Gianni Infantino in der Causa Balogun gegen das Gebot politischer Neutralität verstoßen habe, legt die Organisation Fair Square Beschwerde ein.Die Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) soll sich mit dem Verhalten Gianni Infantinos während und nach dem Anruf von Donald Trump in Bezug auf die Aufhebung der Sperre des amerikanischen Stürmers Folarin Balogun beschäftigen. Die Organisation Fair Square hat angekündigt, gegen Infantino, der seit 2020 Mitglied des IOC ist, Beschwerde einzulegen. Mit dem Eingang der Beschwerde beim IOC ist nach Informationen der F.A.Z. Anfang kommender Woche zu rechnen.Fair Square hat gegen den Präsidenten des Internationalen Fußballverbands FIFA bereits im vergangenen Dezember die Ethikkommission der FIFA angerufen; in jenem Fall geht es um die durch Infantino initiierte Verleihung des „FIFA-Friedenspreises“ an Trump. Dieser Beschwerde hat sich der norwegische Verband angeschlossen. Zugleich sammelt die Organisation öffentlich Unterschriften im Rahmen der Kampagne „Reboot FIFA“, die Teil einer weiteren Beschwerde gegen Infantino bei dessen Organisation werden sollen.Kirsty Coventry, die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, das im Sommer 2028 seine Olympischen Sommerspiele in Los Angeles von Donald Trump eröffnen lassen dürfte, hatte nach einer Sitzung der IOC-Exekutive am Dienstag gesagt: „Soweit ich weiß, hat die Ethikkommission keine Beschwerde erhalten. Wenn sie eine erhielte, wird sie sich damit beschäftigen.“ Grundlage der Beschwerde soll der von Fair Square angenommene und von Infantino zurückgewiesene Verstoß gegen das Gebot politischer Neutralität sein, dem IOC-Mitglieder unterliegen.Schon der Auftritt im „Friedensrat“ beschäftigte das IOCIn Fußballspielen müssten immer die besten Spieler auf dem Platz stehen, anderenfalls sei eine amerikanische Niederlage „rigged“, also Betrug, „wie die Wahl 2020“. Die Präsidentschaftswahl 2020 hatte Trump gegen Joe Biden verloren, seither behauptet er wahrheitswidrig, sie sei manipuliert gewesen. Nachdem die Disziplinarkommission der FIFA die Sperre Baloguns anschließend zur Bewährung ausgesetzt hatte, lief der Stürmer in der Partie gegen Belgien in Seattle auf. Belgien siegte 4:1.Infantino hatte das IOC bereits vor einigen Monaten mit seinem Verhalten beschäftigt, nachdem er bei der konstituierenden Sitzung von Trumps „Friedensrat“ eine rote Kappe im „MAGA“-Stil getragen hatte. Coventry war auf den Vorfall in einer Pressekonferenz aufmerksam gemacht worden und musste zugeben, Infantinos Auftritt nicht mitbekommen zu haben. „Wir schauen uns das an“, hatte Coventry damals gesagt. Tags darauf teilte das IOC mit, es sehe im Verhalten des FIFA-Präsidenten keinen Verstoß gegen seine Regeln. Die vereinbarte Partnerschaft zwischen der FIFA und dem „Friedensrat“ mit Blick auf ein Engagement in Gaza stehe „ganz im Einklang mit der Rolle eines internationalen Sportverbands“.