FIFA-Chef Gianni Infantino hat sich in der „Causa Balogun“ verteidigt und Kritik zurückgewiesen, wonach die Intervention von US-Präsident Donald Trump einen Einfluss auf die Entscheidung genommen haben soll. In dieser Angelegenheit habe er „tatsächlich einen Anruf von Präsident Donald Trump erhalten“, teilte der Schweizer am Montag in einer vom Weltverband verbreiteten Stellungnahme mit. Infantino betonte darin, dass die FIFA-Disziplinarkommission „unabhängig“ sei.Darauf habe er auch in dem Gespräch mit Trump hingewiesen. Er habe erläutert, „dass ein laufendes Rechtsverfahren vor den unabhängigen Justizorganen der FIFA anhängig sei und dass der Fall zu gegebener Zeit von den zuständigen Gremien entschieden werde“, sagte der FIFA-Präsident: „So funktioniert das System der FIFA, und dieses Prinzip werde ich immer verteidigen." Die Entscheidung der FIFA, die Sperre von Balogun für das Achtelfinale gegen Belgien am Dienstag (2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln, hatte weltweit für Aufschrei gesorgt. Auch die Politik hat sich eingeschaltet. Die Unabhängigkeit der Justizorgane sei „für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Fußballs unerlässlich, und dies muss stets respektiert werden“, sagte Infantino. Manchmal überraschten ihn die Entscheidungen der FIFA-Disziplinarkommission. „Manchmal stimme ich ihnen zu, und manchmal stimme ich ihnen nicht zu. Was ich jedoch immer tue, ist, diese Entscheidungen und die Autonomie der Gremien, die sie treffen, zu respektieren.“ (sid)WM-Aus für die große Fußballnation Brasilien: Auch Star-Trainer Carlo Ancelotti kann die Niederlage im Achtelfinale nicht verhindern: Norwegen im Fußballrausch: Nach dem überraschenden Viertelfinal-Einzug der Nationalmannschaft wollen viele Fans das Spiel gegen England am Samstag in den USA unbedingt vor Ort erleben. Ein eigens aufgelegter Sonderflug für norwegische Fußballfans von Oslo nach Miami war laut der Fluggesellschaft Norse Atlantic Airways im Handumdrehen ausverkauft. „Das Interesse für den WM-Flug nach Miami war riesig, er war innerhalb von Sekunden ausgebucht“, sagte Konzernchef Eiving Roald dem norwegischen Medium „Dagbladet“. „Wir hätten problemlos drei oder vier Flugzeuge mit norwegischen Fans füllen können.“ Nun prüft das Unternehmen, ob es einen weiteren Direktflug auf die Beine stellen kann. (dpa)US-Präsident Donald Trump bestätigt seine Intervention beim FIFA-Präsidenten: Erling Haaland gab beim längst zum WM-Kult gewordenen Ruder-Jubel-Ritual in New Jersey den Takt vor, in der Heimat nahm selbst Kronprinz Haakon diesen auf und ruderte in Oslo mit tausenden feiernden Landsleuten mit. Nach dem 2:1 (0:0) im Achtelfinale gegen den fünfmaligen Fußball-Weltmeister Brasilien gab es bei den Norwegern kein Halten mehr. In der Kabine fielen Haakons Kinder Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus dem Matchwinner Haaland sogar überglücklich in die Arme.Der kantige Stürmerstar wurde nach dem historischen WM-Coup der Skandinavier von seinen Gefühlen regelrecht übermannt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas erleben würde. Es ist surreal, bei einer Weltmeisterschaft gegen die besten Spieler der Welt anzutreten“, sagte Haaland nach dem ersten Viertelfinal-Einzug Norwegens bei einer Fußball-WM überhaupt. Mit seinen beiden Toren war er mal wieder der Matchwinner.„28 Jahre zu warten, waren es wert“, postete Haaland später bei X und spielte damit auf die zuvor letzte WM-Teilnahme seines Landes 1998 in Frankreich an. Damals war Haaland noch gar nicht geboren. (dpa) Die überraschende Aufhebung der Rotsperre für US-Stürmer Folarin Balogun für das WM-Achtelfinale wird von Sportrechtsexperten sehr kritisch beurteilt. „Der Beschluss der FIFA, die Rote Karte für das nächste Spiel aufzuheben und zur Bewährung auszusetzen, ist rechtswidrig. Die FIFA ignoriert die fundamentalen Grundsätze des Sportrechts, nämlich Regeltreue und die Unumstößlichkeit von Tatsachenentscheidungen durch die Schiedsrichter“, erklärte Thomas Summerer, Fachanwalt für Sportrecht in München, der Deutschen Presse-Agentur.Der 25 Jahre alte Balogun hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Hercegowina die Rote Karte gesehen. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Chef Gianni Infantino angerufen und Druck ausgeübt haben, die Sperre zu überprüfen.„Die Sperre für das nächste Spiel tritt automatisch in Kraft und eröffnet keinen Ermessensspielraum. Das hatte die FIFA in einem Schreiben an die Fußballverbände vor Beginn der WM sogar noch bekräftigt. Deshalb ist ein Rückgriff auf die Aussetzungsoption nach Artikel 27 Disziplinar-Code systemwidrig“, führte Summerer aus.Der Fall könnte sogar juristische Folgen nach sich ziehen. „Falls der Spieler im nächsten Spiel eingesetzt wird, ist dieses Spiel durch einen Verstoß gegen die Statuten infiziert und würde dazu führen, dass Belgien im Fall einer Niederlage das Ergebnis anfechten kann. Damit wäre der gesamte weitere Turnierverlauf gefährdet“, erklärte der Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportrecht. „Im Übrigen hat die FIFA durch diesen Fauxpas ihren eigenen Slogan „For the good of the game“ ins Gegenteil verkehrt.“Sportrechts-Anwalt Christoph Schickhardt reagierte mit Unverständnis auf die zur Bewährung ausgesetzte Sperre. „Die Regel, dass ein Platzverweis mindestens ein Spiel Sperre bedeutet, ist eingemeißelt in das internationale Sportrecht. Das ist eine Grundregel, die unerschütterlich ist“, sagte er der „Ludwigsburger Kreiszeitung“. „Der ganze Vorgang wirft eindeutig Fragen auf. Unter erfahrenen Sportrechtlern löst das nur Kopfschütteln aus, weil so ein Fall eigentlich ausdiskutiert ist.“ (dpa) Was bedeutet die FIFA-Entscheidung zur Aufhebung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun? Christoph Becker hat dazu diese Meinung: Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein hat mit Unverständnis auf den „Fall Balogun“ reagiert. „Schiedsrichter-Entscheidungen sind Sache des Sports. Politik hat auf dem Spielfeld nichts zu suchen“, sagte die CDU-Politikerin der Nachrichtenagentur AFP und betonte: „Die Bundesregierung respektiert die Autonomie des Sports.“Am Sonntag hatte der Fußball-Weltverband FIFA die Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Hercegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit im Achtelfinale der USA gegen Belgien spielberechtigt. Laut AFP, New York Times und Guardian rief US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Boss Infantino an, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten. (sid)Florian ErbeDer „Fall Balogun“ stößt auch in der Europäischen Union auf Unverständnis. Die ursprüngliche Entscheidung einer Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun hält Glenn Micallef, der als Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport tätig ist, „als Fan“ zwar „für falsch“. Doch: "Entscheidungen über sportliche Regeln und sportliche Angelegenheiten obliegen den Sportverbänden, nicht den Politikern. Eine Beeinflussung sportlicher Entscheidungen würde die Autonomie des Sports untergraben.“Viel mehr sollte der Fokus „stattdessen auf den tatsächlichen Herausforderungen im Bereich der Sport-Governance liegen, darunter auch die Instrumentalisierung des Sports für politische Zwecke“, schrieb der maltesische Politiker bei X.Nach Informationen des US-Portals "The Athletic" bekam Belgiens Fußballverband RBFA vom Weltverband FIFA das Recht auf Berufung eingeräumt. Ein Mitglied des FIFA-Berufungsausschusses könnte den Fall verhandeln. Eine Entscheidung müsste noch vor dem Achtelfinale der USA gegen Belgien (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) fallen. (sid)Florian ErbeBelgiens Außenminister Maxime Prévot hat die Aufhebung der Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun vermeintlich nach einer entsprechenden Forderung von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. „Wenn tatsächlich ein Telefonanruf diese unverständliche Entscheidung erklären sollte, würde das die grundlegendsten Regeln des Fußballs und des Sports mit Füßen treten“, erklärte Prévot am Montag im Onlinedienst X. Belgien spielt in der Nacht zum Dienstag (MESZ) im Achtelfinale gegen die USA.„Das wäre äußerst schwerwiegend“, erklärte Belgiens Außenminister Prévot. Er verwies auf seine eigene zurückliegende Tätigkeit als Fußball-Schiedsrichter. „Diese Entscheidung wirft offensichtlich viele Fragen auf“, urteilte Prévot. Auch der belgische Fußballverband sowie der europäische Verband UEFA kritisierten das Vorgehen.EU-Sportkommissar Glenn Micallef warnte davor, durch politische „Einflussnahme“ sportliche Regeln zu untergraben. Solche Entscheidungen „gehören in die Hände der Sportverbände, nicht der Politik“, erklärte er im Onlinedienst X. (afp)Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat den Weltverband FIFA wegen des „Falls Balogun“ in selten zuvor erlebter Form kritisiert und von „der Überschreitung einer roten Linie“ gesprochen. „Wir bringen unser Unverständnis über eine derart beispiellose, unbegreifliche und nicht zu rechtfertigende Entscheidung zum Ausdruck“, schrieb die UEFA in einer Stellungnahme: „Manchmal lassen Regeln Interpretationsspielräume zu. In diesem Fall nicht.“Der europäische Verband fürchtet fatale Folgen. „Wenn die Verlässlichkeit der Regeln von ihren Hütern nicht mehr garantiert wird, steht die Integrität des Spiels auf dem Spiel und die Glaubwürdigkeit eines Wettbewerbs wird untergraben“, schrieb die UEFA: „Gleichzeitig schafft eine solche Entscheidung einen Präzedenzfall in einem laufenden Turnier, in dem nun vergleichbare Fälle gleich behandelt werden müssen – zum Schaden des Wettbewerbs.“Am Sonntag hatte die FIFA die Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Hercegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit im Achtelfinale der USA gegen Belgien (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) spielberechtigt. Laut der Nachrichtenagentur AFP, der New York Times und des Guardian rief US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Boss Gianni Infantino an, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten.Im Schreiben der UEFA wird kein Funktionär zitiert. Dennoch gilt UEFA-Präsident Aleksander Ceferin als Gegenspieler Infantinos. (sid)Auch in der internationalen Presse ist die FIFA-Entscheidung um Folarin Balogun ein großes Thema. Einige der Reaktionen im Überblick: Florian ErbeDer frühere Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, hat mit Entsetzen auf den „Fall Balogun“ reagiert und fürchtet weitreichende Folgen für die Fußball-Justiz. „Bei diesem Foul – auch wenn sicher keine Verletzungsabsicht dabei war – nur ein Spiel Sperre zu geben, ist ein Geschenk. Dies nun auszusetzen, ist ein Skandal. Das ist ein fatales Signal für die Sportgerichtsbarkeit in aller Welt“, sagte der Jurist dem "kicker": „Jeder gesperrte Spieler und sein Verein werden sich in Zukunft auf diese Entscheidung berufen. Es wird größter Anstrengungen bedürfen, um diese Entwicklung einzufangen.“Nach Ansicht von Lorenz verstößt der Weltverband mit seinem Vorgehen gegen seine eigenen Regeln, die er in der Vergangenheit massiv durchgesetzt hat. „Die FIFA droht allen Verbänden seit Jahrzehnten mit Sanktionen, sollten sie das Prinzip der Mindestsperre von einem Spiel missachten“, äußerte der frühere Richter: „In der Bundesliga hätte Balogun wohl drei Spiele bekommen wegen rohen Spiels, dann hätte man über eine Reduzierung auf zwei diskutieren können. Aber so ist das nun wirklich skandalös.“ (sid)Florian ErbeNach Berichten über eine angebliche Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump bei der Rot-Sperre des amerikanischen Stürmers Folarin Balogun hat der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter (90) den Weg des Weltverbandes kritisiert. „Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben. Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert. Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert – und ein Spieler plötzlich vor einem K.-o.-Spiel der Weltmeisterschaft freigesprochen wird -, stellt sich unweigerlich die Frage: Quo vadis, FIFA?“, schrieb Blatter bei X. „Der Fußball darf niemals zum Spielball politischer Machtinteressen werden“, führte der langjährige FIFA-Präsident vor dem WM-Achtelfinale zwischen den USA und Belgien aus. Die überraschende Entscheidung hatte international viel Kritik und zahlreiche Fragen aufgeworfen. Die Chancen der Amerikaner auf den Viertelfinal-Einzug steigen durch die Möglichkeit, den besten Stürmer des Teams doch einsetzen zu können. Nach dem Aus von Kanada (gegen Marokko) und Mexiko (gegen England) will der dritte WM-Gastgeber unbedingt im Turnier bleiben. Die Entscheidung fällt in der Nacht zum Dienstag (2.00 Uhr, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei Magenta TV). Es wäre für die Amerikaner der erste Viertelfinal-Einzug seit der Weltmeisterschaft 2002. (dpa)Florian ErbeDFB-Präsident Bernd Neuendorf hat mit einer scharfen Aufforderung an den Fußball-Weltverband auf den Fall Folarin Balogun reagiert. „Die FIFA sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll“, sagte der Spitzenfunktionär in einer Stellungnahme.„Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA“, sagte Neuendorf weiter. Die FIFA hatte die Rot-Sperre von US-Torjäger Balogun aufgehoben. Der 25-Jährige hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Hercegovina die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners Tarik Muharemovic gelandet war."The Athletic“ und die Nachrichtenagentur AP berichteten am Sonntag übereinstimmend, Trump habe bei Infantino angerufen, um sich für eine Aussetzung der Rot-Sperre des besten US-Torschützen für das WM-Achtelfinale gegen Belgien in Seattle einzusetzen (Dienstag 2.00 Uhr MESZ, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV). Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben sich bisher dazu geäußert. (dpa)Mehr ladenTickarooLive Blog Software