Philipp Lahm hat mit klaren Worten den Weltverband FIFA und dessen Präsidenten Gianni Infantino kritisiert. „Am bedenklichsten ist Gianni Infantinos Nähe zu Machthabern wie Donald Trump“, schrieb der deutsche Weltmeister-Kapitän von 2014 in der „Zeit“ mit Blick auf Infantinos Verbindung zu dem US-Präsidenten. „Man hegt den Verdacht, dass sie persönliche Vorteile aus ihren Ämtern ziehen. Die WM wird verkauft. Das raubt dem Fußball Glaubwürdigkeit.“Es würden Figuren am Fußball zerren, „die etwas anderes im Sinn haben, etwas Zwielichtiges“, schrieb der langjährige Bayern-Profi Lahm, der konkret die hohen Ticketpreise bei der WM anprangerte: „Die maximiert die FIFA, indem sie keine ehrlichen Angaben über die wahre Nachfrage macht.“ Die hohen Eintrittspreise und das dynamische Preismodell sind ein großes Thema bei dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko.Für Lahm muss die WM bei ihrem Vier-Jahres-Rhythmus bleiben. „Ein Turnier braucht Vorbereitung und Nachbereitung, um nachhaltig zu wirken“, meinte der ehemalige Weltklasse-Verteidiger. Wiederkehrende Vorschläge, die WM alle zwei Jahre auszutragen, würden ihn irritieren. Infantino hatte dies 2021 eingebracht, war nach erheblichem Widerstand aus Europa und Südamerika aber wieder von dem Plan abgerückt. Auch die Belastung für die Spitzenspieler durch mehr Wettbewerbe sieht Lahm als Problem. „Die aufgeblähte Club-WM hat den ohnehin schon vollen Kalender verdichtet. Mit einem zusätzlichen Turnier über mehrere Wochen und teilweise extremen Temperaturen ist die Belastung für die Spieler weiter gestiegen“, schrieb er.Lob gab es von Lahm dagegen für die Erweiterung der WM von 32 auf nun erstmals 48 Mannschaften. „Es ist nun mal die Aufgabe der FIFA, den Fußball überall weiterzuentwickeln. Das geht nur über Teilhabe. Qualitätsunterschiede sind in Kauf zu nehmen“, meinte der Ex-Profi. (dpa)In der WM-Nacht sorgte eine ungewöhnlich lange Regenpause für Wirbel. Algerien gewinnt nach Rückstand doch noch. Und Lionel Messi trifft und trifft. Alles Wichtige im Überblick: Thomas Tuchel hat die Arbeit mit seiner hochkarätigen Offensive mit dem Job eines Dirigenten verglichen. „Ein sehr berühmter Dirigent hat einmal gesagt, er wolle die Musik und die Musiker nicht stören. Genau das versuchen wir im Trainerteam zu tun“, sagte Englands Nationalcoach vor dem zweiten WM-Gruppenspiel am Dienstag (22.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, ARD und MagentaTV) gegen Ghana: „Wir stören die Spieler nicht, und wir stören das Spiel nicht.“Bei seinem Offensiv-Orchester um Bayern-Star Harry Kane sei es vielmehr die Aufgabe, „sie zu ermutigen, frei zu spielen“, sagte der frühere Bundesliga-Coach gut gelaunt bei der Pressekonferenz in Foxborough. Für noch bessere Laune bei Tuchel sorgte zudem das Einlenken des Weltverbands FIFA nach seiner Kritik an der Fotografenposition während der Nationalhymnen.„Wir haben das Protokoll richtig hinbekommen, und dafür bin ich sehr dankbar“, sagte der 52-Jährige. „Ich weiß, wo mein Platz morgen ist, und wir werden früh genug dort sein, um diesen besonderen Moment vor dem Spiel auf uns wirken zu lassen.“ Nach dem 4:2 der Three Lions gegen Kroatien hatte Tuchel sich beschwert, dass er bei dem besonderen Moment vor dem Anpfiff keinen seiner Spieler sehen konnte, weil er „vor einer Wand“ aus Fotografen stehen musste. (sid)Ein Fan der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist in einem Nachtclub in Toronto verprügelt worden. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, sei der 33 Jahre alte Mann aus Berlin nach dem 2:1-Sieg der DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) im Club "Paris Texas" attackiert worden, weil einer seiner Freunde einen Fächer in Regenbogenfarben dabeihatte. "Ich war acht Stunden in der Notaufnahme. Ich hatte eine Platzwunde, die genäht werden musste", berichtete das Mitglied eines DFB-Fanklubs im Gespräch mit dem Abendblatt. (dpa)Entspannt geht es bei den Engländern zu. Allerdings müssen auch Harry Kane & Co. gewisse Regeln einhalten. So musste der Starstürmer vom deutschen Rekordmeister Bayern München einen Ausflug mit einigen Teamkollegen zu einem Konzert der amerikanischen Countrysängerin Ella Langley vorzeitig abbrechen, um nicht zu spät ins WM-Quartier zurückzukehren. „Leider haben wir die letzten drei Songs - die besten - verpasst, um rechtzeitig zum Beginn der Ausgangssperre wieder im Hotel zu sein“, berichtete Dan Burn von Newcastle United. Zuvor hatten die „Three Lions“ schon ein Baseball-Spiel der Kansas City Royals besucht. „Großartiger Erholungstag mit den Jungs beim Baseball“, schrieb Kane danach bei X.Die Regenschlacht von Philadelphia mit einer fast zweistündigen Verzögerung hat die Spieler mental an ihre Grenzen gebracht. „Es kam mir endlos vor, aber wir blieben professionell. Wir sagten uns, dass wir mit der gleichen Einstellung zurückkommen mussten. Wir machten Mobilitätsübungen, wir unterhielten uns, der Trainer auch. Es war lang, das gebe ich zu“, sagte Mittelfeldspieler Manu Koné nach dem 3:0 seiner Franzosen gegen den Irak bei der Fußball-WM.Auch Doppeltorschütze Kylian Mbappé betonte die Herausforderung für die Psyche. „Mental war es sehr anstrengend, da wir konzentriert und fokussiert bleiben mussten. Zwei Stunden in der Kabine zu verbringen, erfordert viel Kraft“, berichtete der Angreifer von Real Madrid.Mit dem Halbzeitpfiff waren die Besucher aufgrund eines drohenden Unwetters aufgefordert worden, die Tribünen zu verlassen. „Ein heftiges Gewitter naht. Suchen Sie bitte Schutz“, teilten die Veranstalter über die Lautsprecher mit. Rund zwei Stunden später kamen die Spieler wieder aufs Feld, letztlich vergingen knapp vier Stunden vom Anpfiff bis zum Abpfiff.Bei Unwettern in den USA orientieren sich Veranstalter an den Empfehlungen der Nationalen Wetter- und Ozeanografiebehörde. Diese rät, Aktivitäten im Freien für mindestens 30 Minuten zu unterbrechen, wenn innerhalb eines Radius von etwa 13 Kilometern ein Blitz registriert wird. Jeder weitere Blitzschlag setzt diese 30-Minuten-Frist erneut in Gang.Trainer Didier Deschamps berichtete von einer „guten Zeit“ mit seinen Spielern während der Pause. „Wir haben Karten gespielt. Wir haben gescherzt. Es ist eine Frage der Sicherheit. Man kann gegen Regen und Gewitter nichts machen. Das nervt mich nicht. Das sind besondere Umstände. Ich hoffe, das passiert nicht noch mal“, sagte der Erfolgscoach nach dem vorzeitigen Einzug in die K.-o.-Phase.Irak-Trainer Graham Arnold vertrieb sich die Zeit mit einer etwas längeren Videoanalyse. Vergeblich, denn nach der Pause dominierten die Franzosen den krassen Außenseiter fast durchweg. „Die Spieler mussten entspannt bleiben und sich dann vorbereiten, als es weiterging. Das war eine einzigartige Erfahrung. Es ist das erste Mal, dass mir so etwas im Fußball widerfahren ist. Zwei Stunden Unterbrechung machen es für die Spieler noch schwerer“, sagte der Australier. (dpa)Sabrina FrangosGewitter in Philadelphia: Zehntausende Fans müssen Stadionplätze verlassenWährend des Spiels zwischen Frankreich und dem Irak begann am Montagabend in der US-Metropole heftiger Regen, der Wetterdienst gab zudem eine Gewitterwarnung heraus. Daraufhin wurde die Partie zur Halbzeitpause offiziell für unterbrochen erklärt. Die Fans wurden aufgefordert, ihre Plätze zu verlassen und in geschützten Stadion-Bereichen Unterschlupf zu suchen.Der Großteil des für mehr als 68.000 Zuschauer ausgelegten WM-Stadions in Philadelphia ist nicht überdacht. Die Fans, die deshalb ihre Plätze verlassen mussten, drängten sich dicht an dicht in den überdachten Umlaufbereichen. Einige von ihnen nutzten die Unterbrechung für ein Schläfchen, viele wurden aber auch zunehmend ungeduldig.Frankreich – Irak Highlights | Gruppe I, FIFA WM 2026 | sportstudioDem Wetterchaos getrotzt, das Mammutspiel gewonnen: Im strömenden Regen von Philadelphia hat Jubilar Kylian Mbappé mit Topfavorit Frankreich den Irak nass gemacht. Nach einer zwischenzeitlichen Unterbrechung von 132 Minuten bezwangen Les Bleus den Außenseiter bei ihrem zweiten WM-Auftritt souverän mit 3:0 (1:0).