Der ehemalige Bundesliga-Trainer Christian Streich hat FIFA-Präsident Gianni Infantino für dessen Umgang mit US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. „Eine solche Inszenierung von wenigen Menschen an der Macht, die sich dann teilweise noch die Behauptung erlauben, sie würden demokratische Werte schützen, ist natürlich eine Unverfrorenheit, die einen sprachlos macht“, sagte Streich, der beim heutigen WM-Eröffnungsspiel als TV-Experte im ZDF zu sehen sein wird, im „kicker“-Interview.Es löse bei ihm „echt Bedenken“ aus, dass Vorgänge, die früher im Hintergrund stattgefunden hätten, inzwischen „vollkommen öffentlich dargestellt“ würden, sagte Streich etwa über die Verleihung eines von der FIFA eigens geschaffenen Friedenspreises an Trump im Dezember vergangenen Jahres. „Andererseits wundert einen inzwischen ja fast nichts mehr.“Bei der von vielen kritisierten Aufstockung der WM auf 48 Teilnehmer sieht der ehemalige Trainer des SC Freiburg nur ein Gegenargument: Es profitierten eben auch kleine Verbände wie Curaçao oder Kap Verde, die sich auf sportlichem Wege qualifiziert haben. Durch die FIFA-Honorare käme „relativ viel Geld in diese kleinen Verbände“, sagte Streich. „Wir können als große Fußballnation, die sich bisher immer für die WM qualifiziert hat, nicht den Anspruch ableiten, nur mit 16 oder 24 spielen zu wollen. Das wäre Herrschaftsdenken der Mächtigen.“Klar ist Streichs Standpunkt beim Thema Ticketpreise. „Was da aktuell bei der WM mit den Tickets passiert, ist pervers: Profitmaximierung um jeden Preis und eben auf Kosten vieler Menschen“, sagte der 61-Jährige. „Das ist so dermaßen elitär, und ich denke nicht, dass die Leute, die das bezahlen können, sagen: super, dass die anderen nicht reinkommen. Wo kommen denn noch verschiedene Gesellschaftsschichten zusammen? Beim Sport oder allenfalls noch in Einrichtungen wie einem Schwimmbad.“Trotz der negativen Begleiterscheinungen will sich Streich die Freude am Fußball nicht nehmen lassen. „Ich habe irgendwann gedacht: Wem gehört eigentlich das Spiel? Allen! Und ich bin einer davon. Soll ich mir das jetzt alles, diese Freude an diesem tollen Spiel, das weiterhin so die Menschen auf der Welt verbindet, vermiesen lassen wegen einiger weniger?“ (dpa)Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein hat eine mögliche deutsche Bewerbung um die Ausrichtung der Fußball-WM 2038 oder 2042 ausdrücklich begrüßt. „Grundsätzlich freuen wir uns über diesen Schritt. Wir sind ein Land, welches stark darin ist, große Sportveranstaltungen zu organisieren“, sagte Schenderlein im Frühstart von RTL und ntv: „Deutschland hat das in den letzten Jahren immer wieder auch unter Beweis gestellt. Zum Beispiel bei der EURO 2024“.Eine WM im eigenen Land biete der Politik besondere Gestaltungsmöglichkeiten, eine Show des Weltverbands FIFA werde es nicht werden. „Wenn wir es im eigenen Land machen, kann man eben auch schon darauf Einfluss nehmen auf die Werte, die uns wichtig sind“, sagte Schenderlein. Zu diesen Maßstäben zählte die CDU-Politikerin ausdrücklich „Transparenz“, „Zusammenhalt“, „Respekt“, „Nachhaltigkeit“ sowie „die Wahrung von Menschenrechten“. Diese seien für Deutschland zentrale Kriterien bei internationalen Sportgroßveranstaltungen.Der Deutsche Fußball-Bund prüft intensiv eine Bewerbung, Präsident Bernd Neuendorf hat die Überlegungen zuletzt bereits dem Präsidium der Deutschen Fußball Liga vorgestellt. Noch ist nicht ganz klar, ob 2038 oder erst 2042 in Frage kommt. Gemäß der zurückliegen FIFA-Vorgehensweise bei der Vergabe könnte sich Deutschland aber wohl erst für die Ausrichtung 2042 bewerben. (sid)Trikottausch schon vor dem ersten Anpfiff: Haiti muss noch vor dem WM-Auftakt gegen Schottland am Sonntag sein Trikotdesign ändern. Der Weltverband FIFA verbot kurzfristig die Darstellung einer Kriegsszene auf dem blauen Shirt.Auf dem Trikot war die Illustration der Schlacht von Vertières aus dem Jahr 1803, die Haitis Unabhängigkeit sicherte, zu sehen. Das Dress hatte das Team schon in zwei Vorbereitungsspielen in Florida getragen, ehe die FIFA einschritt.Der kolumbianische Hersteller Saeta teilte nun mit, dass er das Trikot überarbeitet habe, um den Bestimmungen zu entsprechen. Doch auch das ursprüngliche Shirt sei „nicht als politisches Statement“ gedacht gewesen, sondern nur „als Hommage an die Männer und Frauen, die jeden Tag für Haitis Zukunft kämpfen“, so das Unternehmen.Haiti startet am Sonntag (3.00 Uhr MESZ) in Boston gegen Schottland in seine erste Weltmeisterschaft seit 52 Jahren. Der Außenseiter aus der Karibik trifft in der Gruppe C zudem auf den fünffachen Weltmeister Brasilien und auf Afrikameister Marokko.„Wir wissen, dass die Menschen vielleicht ein schlechtes Bild von unserem Land haben, dass es viele Probleme hat, aber das wird dem Land, den Menschen, meiner Familie so viel Gutes tun“, sagte Mittelfeldspieler Jean-Ricner Bellegarde vor dem Start bei AFP. Im 26-köpfigen Kader Haitis steht auch Torhüter Josué Duverger vom Oberligisten FC Cosmos Koblenz. (sid)Thomas Tuchel erwartet nach der witterungsbedingten Verschiebung der englischen WM-Generalprobe in Orlando weitere Fälle während der Fußball-WM. „Das war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was passieren kann“, sagte der Teammanager der Three Lions nach dem 3:0 gegen Costa Rica. Das Spiel in Florida war wegen eines Gewitters mit einer Verzögerung von einer Stunde angepfiffen worden. Blitzeinschläge in der Nähe des Stadions hatten einen pünktlichen Anpfiff um 16 Uhr Ortszeit unmöglich gemacht. „Wir waren uns der Situation schon vorher bewusst – jetzt erleben wir sie“, sagte Tuchel bei ITV: „Das ist kein Problem. Es darf kein Grund dafür sein, die gute Stimmung oder die Geduld zu verlieren – oder den Hunger darauf, das Spiel zu bestreiten. Wir haben es schon im Hotel bemerkt, daher war es unkompliziert. Wir haben einfach gesagt: 'Eine halbe Stunde später im Bus, und dann geht's los.'“Die bereits im Stadion wartenden Fans wurden angewiesen, die Tribünen zu verlassen und sich in die gesicherten Bereiche im Stadionumlauf zu begeben, um sich vor Blitzeinschlägen zu schützen. Gewitter sind in den USA keine Seltenheit, schon bei der Klub-WM vor einem Jahr war es zu mehreren Verzögerungen gekommen.Auch in der Vorbereitung auf die WM hatte das Wetter teilweise für Durcheinander gesorgt. Erst eine Woche zuvor war der Test zwischen Saudi-Arabien und Puerto Rico in Austin/Texas wegen Blitzeinschlägen nach 21 Minuten für fast zwei Stunden unterbrochen worden.Nach der Verzögerung errang England einen souveränen Sieg. Declan Rice (9.), Anthony Gordon (68./Handelfmeter) und Ollie Watkins (87.) trafen. Kapitän Harry Kane von Bayern München stand wie gewohnt in der Startelf, blieb diesmal jedoch ohne Treffer und wurde in der 63. Minute ausgewechselt. (sid)Österreichs Teamchef Ralf Rangnick hat nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Christoph Baumgartner reagiert und den Schalker Dejan Ljubicic für die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada nachnominiert. Das gab der österreichische Verband bekannt. Der Mittelfeldspieler stößt am Donnerstag im ÖFB-Camp im kalifornischen Santa Barbara zur Mannschaft.Dort wird ihn auch Baumgartner empfangen. Der 26 Jahre alte Profi von RB Leipzig hatte sich beim Aufwärmen für das Testspiel gegen Tunesien am 1. Juni eine Muskelverletzung zugezogen. Baumgartner fällt für das gesamte Turnier aus, bleibt während der Reha aber in den USA, um das Team vor Ort zu unterstützen. (sid)Beim Auftaktspiel der USA bei der Fußball-Weltmeisterschaft am Freitag in Los Angeles wird die US-Regierung durch Außenminister Marco Rubio vertreten sein. Die Partie gegen Paraguay würden vor Ort auch Verkehrsminister Sean Duffy und Heimatschutzminister Markwayne Mullin verfolgen, teilte das Außenministerium in Washington am Mittwoch mit. Die Weltmeisterschaft sei ein bedeutender Moment für die Trump-Regierung, mit der das Ko-Gastgeberland „amerikanische Führungsstärke und Gastfreundschaft vor einem weltweiten Publikum“ unter Beweis stellen könne, erklärte ein Ministeriumssprecher. Am Rande des Spiels werde Rubio den paraguayischen Präsidenten Santiago Peña treffen, um die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern „voranzubringen“. Der Ministeriumssprecher nannte in diesem Zusammenhang die Themen regionale Sicherheit, Handel und Investitionen sowie neue Technologien.Die Vereinigten Staaten richten das Turnier gemeinsam mit Kanada und Mexiko aus. Das erste Spiel wird am heutigen Donnerstag in Mexiko-Stadt angepfiffen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt, er wolle bei der Weltmeisterschaft dabei sein. Dabei sagte er jedoch nicht, welches oder welche Spiele er besuchen will. (AFP)Uli PutzMedien: Trump plant keinen Besuch von WM-Auftakt der USAUS-Präsident Donald Trump plant übereinstimmenden Medienberichten zufolge keinen persönlichen Besuch des WM-Eröffnungsspiels der USA gegen Paraguay an diesem Freitag. Das berichteten zuerst unter anderem das Nachrichtenportal „Politico“ und das Sportmagazin „The Athletic“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Weiße Haus und das Außenministerium reagierten zunächst nicht auf eine entsprechende Anfrage.Zuvor hatte ein Sprecher des US-Außenministeriums bekannt gegeben, dass Außenminister Marco Rubio zum Spiel südlich von Los Angeles reisen werde. Dieser solle eine Delegation anführen, zu der auch Verkehrsminister Sean Duffy und Heimatschutzminister Markwayne Mullin zählten. Am Rande des WM-Spiels wolle Rubio mit dem Präsidenten von Paraguay, Santiago Peña, über Themen wie „regionale Sicherheit, Handel, Investitionen sowie neue Technologien“ sprechen.Uli PutzNach Gewitter: England gewinnt WM-GeneralprobeEngland hat seine WM-Generalprobe gegen Costa Rica nach einem heftigen Unwetter in Orlando gewonnen. In dem mit großer Verspätung angepfiffenen Duell war das Team von Trainer Thomas Tuchel die hoch überlegene Mannschaft und gewann am Ende 3:0 (1:0). Declan Rice (9. Minute) und Anthony Gordon per Foulelfmeter (68.) sowie Ollie Watkins (87.) trafen für die Briten gegen den nicht für die WM qualifizierten Gegner aus Mittelamerika. England hatte beste Gelegenheiten für weitere Tore.Vor dem Anpfiff waren auf Videos und Fotos aus dem Inter&Co Stadium in den sozialen Netzwerken starke Regenfälle und Blitze zu sehen. Während des Spiels kam dann aber die Sonne raus. Tuchel tauschte im Laufe der Partie seine Startelf komplett aus. Nach 63 Minuten war unter anderem für Bayern-Star Harry Kane, Torwart Jordan Pickford und Rice Feierabend, in der 71. Minute gingen dann auch Jude Bellingham, Gordon und Elliot Anderson vom Feld. England trifft zum WM-Auftakt am Mittwoch nächste Woche auf Kroatien. Weitere Vorrundengegner der Three Lions in der Gruppe L sind Ghana und Panama.Der Letzte war der Erste. Obwohl Assan Ouédraogo nach der Verletzung von Lennart Karl erst nachnominiert wurde in den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM, war er der erste Gast im Hotel in Winston-Salem. Weil die anderen Nationalspieler noch den freien Tag nach dem ersten Teil der Vorbereitung in Chicago genossen, kam Ouédraogo vor allen anderen in North Carolina an. „Bis das Team kam, war es auf jeden Fall sehr langweilig hier“, sagte Ouédraogo am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Die entwickelte sich zu einer amüsanten Veranstaltung, weil der 20 Jahre alte Leipziger locker über sich und seine aufregenden Tage redete. Nach der Bundesliga-Saison war er mit seinem Klub in Südafrika, ehe der Urlaub begann. Dort erreichte ihn der Ruf Julian Nagelsmanns. „Ich lag auf der Liege und war, wie soll ich sagen, unfassbar am Chillen mit meinen Jungs.“ Dann klingelte das Mobiltelefon. „Ich war direkt von 0 auf 180.“ Er sei dann ein wenig um die Ecke gegangen, „damit mich keiner hört“. Der Bundestrainer habe ihm mitgeteilt, dass er ihn nachnominieren möchte. „Das hat mich sofort unfassbar gefreut. Und dann hat er mich noch gefragt, ob ich betrunken bin.“ Da Ouédraogo sowieso keinen Alkohol trinkt, konnte er verneinen. „Ich hab’ direkt gesagt: Nee, passt alles.“ Eine Woche ohne Fußball im Urlaub sei nun auch kein Problem. „Ich stehe voll im Saft.“ Nach der freudigen Nachricht von Nagelsmann versuchte er, seine Mutter zu erreichen. Vergeblich. So war es auch beim Vater. Die Erste aus der Familie, die vom Glück des Assan Ouédraogo erfuhr, war tatsächlich die große Schwester. "Und die Leute, die neben mir waren halt." Die Schwester habe ihm zunächst gar nicht geglaubt. Nun aber ist der Traum wahr. "Ich habe mich riesig gefreut."Ouédraogo wurde etwas überraschend für Karl, der vor dem Test in Chicago gegen die USA einen Muskelbündelriss erlitten hatte, nachnominiert. Mit Karl selbst hatte er bisher keinen Kontakt. „Wir sind uns, ehrlich gesagt, noch nie über den Weg gelaufen“, sagte er mit einem Lachen. „Wir kennen uns eigentlich gar nicht richtig.“ Bei der U 21 war immer nur einer im Kader, bei der Nationalmannschaft nun auch. Sie werden sich vermutlich noch kennenlernen, allerdings nicht bei dieser Weltmeisterschaft. Es sind nicht viele Plätze in der deutschen Startelf, die für den WM-Start am Sonntag (19.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) noch offen sind. Als Linksverteidiger gesetzt war lange Zeit der Leipziger David Raum. Doch nun scheint ihm Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt den Stammplatz abgenommen zu haben – was auch Raum am Mittwoch selbst andeutete. „Ich akzeptiere meine Rolle, und komme ich rein, gebe ich alles“, sagte er in Winston-Salem, wo sich die deutsche Auswahl vorbereitet, obwohl sich der Bundestrainer noch gar nicht festgelegt hat, wer spielt – zumindest nicht öffentlich. „Selbst wenn ich am Anfang nicht starte, weiß die Mannschaft, dass sie sich auf mich verlassen kann“, sagte Raum. Doch so ein Turnier sei lang. Raum kämpfte am Ende der Vereinssaison mit körperlichen Problemen, nun wähnt er sich auf dem Weg der Besserung. Außerdem lobte der 28 Jahre alte Raum den 22 Jahre alten Brown, den auch im Tross des Deutschen Fußball-Bundes niemand Nathaniel nennt. „Nene macht es sehr, sehr gut“, sagte Raum über seinen Konkurrenten. „Er spielt in Frankfurt eine sehr offensive Rolle, rückt immer wieder ins Zentrum ein, wie wir es hier in der Nationalmannschaft spielen.“ Brown habe zuletzt „eine sehr, sehr gute Saison gespielt“, obwohl Frankfurt in der Liga Probleme hatte. „Deswegen: Kompliment an ihn.“ Wegen eines heftigen Unwetters kann die WM-Generalprobe der englischen Nationalmannschaft von Trainer Thomas Tuchel gegen Costa Rica nicht wie geplant angepfiffen werden. Der Anstoß in Orlando im US-Bundesstaat Florida wurde zunächst um eine Stunde verschoben. Ursprünglich sollte die Begegnung um 22.00 Uhr MESZ (16.00 Uhr Ortszeit) beginnen. Auf Videos und Fotos aus dem Inter&Co Stadium in den sozialen Netzwerken waren starke Regenfälle und Blitze zu sehen. England trifft zum WM-Auftakt am Mittwoch nächste Woche auf Kroatien. Weitere Vorrundengegner der Three Lions in der Gruppe L sind Ghana und Panama. (dpa)Trotz anhaltender Proteste von Lehrkräften kurz vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM sieht die mexikanische Regierung den Auftakt am Donnerstag in Mexiko-Stadt nicht in Gefahr. Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte am Mittwoch abermals, die Lage sei „unter Kontrolle“. Zwar demonstriert ein Flügel der Lehrergewerkschaft CNTE seit Tagen gegen niedrige Löhne und eine umstrittene Rentenreform, doch die Behörden rechnen nicht mit größeren Einschränkungen.Sollte die Situation rund um den zentralen Platz Zócalo die geplante Fan-Zone beeinträchtigen, stünden Ausweichorte bereit, so Sheinbaum. „Ich werde im gegebenen Moment eine Entscheidung treffen: Entweder wir schauen das Spiel hier, oder ich gehe zu einem der 18 alternativen Orte“, betonte die Staatschefin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.Zugleich versicherte sie: „Wir werden ins Stadion gelangen können, und es wird eine sehr schöne Eröffnungsfeier sein.“ Alle Ticketinhaber könnten ohne Probleme anreisen.Die Auswahl Mexikos eröffnet die WM, die auch in den USA und Kanada stattfindet, am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) im Aztekenstadion gegen Südafrika. (sid)DFB-Präsident Bernd Neuendorf mahnt kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft abermals zur Zurückhaltung in politischen Fragen. „Wir tun als Fußballverband gut daran, in dieser hektischen Zeit nicht jedes tagespolitische Ereignis und jede Aussage reflexhaft zu kommentieren“, schrieb Neuendorf in einem Gastbeitrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).Fußball finde zwar nicht im luftleeren Raum statt, erklärte der 64-Jährige. „Und doch müssen wir uns letztlich auf den Fußball konzentrieren, weil er unser Kerngeschäft ist und bleibt.“ Ähnlich hatten sich in den vergangenen Monaten bereits Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig geäußert. Bei der WM in Qatar 2022 hatte es unter anderem große Debatten um die Regenbogen-Kapitänsbinde gegeben.„Die Welt dreht sich gefühlt immer schneller, die Lage ist volatil“, meinte Neuendorf. „Wir alle spüren: Politische Gewissheiten bröckeln, und multiple Krisen machen es für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft umso schwieriger, auf komplexe Fragen die richtigen Antworten zu geben.“ Auch beim DFB könne und wolle man nicht alles ausblenden, bekräftigte der frühere SPD-Politiker.Der DFB, mit über 8 Millionen Mitgliedern und rund 24.000 Vereinen der größte nationale Sportverband der Welt, müsse „immer wieder und überall auf die Grundsätze hinweisen, für die der Sport, der Deutsche Fußball-Bund, seine Nationalmannschaften und auch ich persönlich stehen: für Freiheit und Demokratie, für Respekt und Toleranz, für Vielfalt und Teilhabe“.Weiter schrieb Neuendorf: „Hass und Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus haben bei uns keinen Platz. Denn der Fußball steht für Gemeinschaft und nicht für Spaltung. Davon bin ich zutiefst überzeugt.“ (KNA)Die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Aydan Özoğuz (SPD), hat im Fall des von den USA abgewiesenen Schiedsrichters Omar Artan ein Eingreifen des Weltverbandes FIFA gefordert. „FIFA-Präsident Infantino muss jetzt dringend die Einhaltung der dort gemachten Zusagen durch die USA einfordern, statt seinen Kuschelkurs fortzuführen“, sagte Özoğuz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die USA hätten mit ihrer Bewerbung als Gastgeberland der UN das „Bid-Book Unity“ akzeptiert, welches festlege, dass die Vereinigten Staaten Menschenrechte bezogen auf das Event vollumfänglich respektiert. „Wir dürfen den Geist der Fußball-WM auf keinen Fall der Willkür des Austragungslandes überlassen. Bereits jetzt ist der Schaden groß“, sagte sie. Der Grünen-Außenpolitiker Boris Mijatović sprach von einer „Blamage für den Weltfußball“. Artan sollte als erster Schiedsrichter Somalias bei einer Weltmeisterschaft Spiele leiten, nachdem er es auf die finale Liste des Weltverbands FIFA geschafft hatte. Für die verweigerte Einreise sollen Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation der Grund gewesen sein, hatte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN zuvor mitgeteilt. Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen. Die FIFA teilte mit: „Die FIFA ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge.“ Wie bei vorherigen Turnieren habe das Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden. (dpa)Der somalische Schiedsrichter Omar Artan ist nach der verweigerten Einreise in die USA in seine Heimat zurückgekehrt und in Mogadischu mit großem Jubel empfangen worden. Am Flughafen der Hauptstadt begrüßten ihn mehr als 100 Unterstützer sowie zahlreiche Journalisten. Nach der verpassten WM-Teilnahme gab sich Artan kämpferisch und richtete den Blick in die Zukunft.„Ich werde bei der nächsten Weltmeisterschaft dabei sein und weiterhin Somalia stolz machen“, sagte der 34-Jährige und fügte hinzu: „Trotz dessen, was mir passiert ist, bin ich nicht entmutigt.“Artan, Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025, war vom Weltverband FIFA für die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada nominiert, am Flughafen von Miami aber von US-Behörden abgewiesen worden. Im Gespräch mit der New York Times betonte er, „die richtigen Unterlagen und alles“ gehabt zu haben. „Ich hatte das richtige Visum“, betonte Artan.Nach eigenen Angaben war er am Flughafen elf Stunden befragt und anschließend in eine Einzelzelle gebracht worden. Anschließend habe er nach Istanbul reisen müssen – laut Artan habe er keine Begründung von den Beamten erfahren.Ein Vertreter des US-Außenministeriums teilte der Nachrichtenagentur AFP am späten Dienstag mit, Schiedsrichter Artan stehe „mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen in Verbindung“, weshalb er „für die Einreise in die Vereinigten Staaten nicht zugelassen“ sei. (sid)Mehr ladenTickarooLive Blog Software