FIFA-Boss Gianni Infantino hat die umstrittenen Trinkpausen bei der Fußball-WM verteidigt. „Vielleicht kann der Trainer bestimmte Situationen neu bewerten und bestimmte Fehler korrigieren. Die Spieler bekommen eine kleine Verschnaufpause und kommen dann wieder mit voller Kraft zurück. Nun, ist das unbedingt schlecht? Vielleicht ist es sogar gut“, sagte der Schweizer nach Angaben der Nachrichtenagentur AP im Interview mit SNTV.Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada sollen die Schiedsrichter die Partie in jeder Halbzeit nach 22 Minuten für 3 Minuten unterbrechen. Entstanden ist das Modell aus Sorge um die Belastung der Spieler wegen der teils großen Hitze. Weil aber gleiche Bedingungen für alle Teams gewährleistet werden sollen, werden auch Spiele in überdachten und klimatisierten Stadien unterbrochen, was schon zu Kritik führte. Teilweise gab es in den Stadien bei den vorgegebenen Unterbrechungen auch schon Pfiffe. Weil die zusätzlichen Pausen nach Meinung vieler Beobachter unter anderem durch zusätzliche Werbemöglichkeiten zweckentfremdet werden, ist eine Debatte über die Sinnhaftigkeit entbrannt. Infantino betonte aber, dass der Fußball-Weltverband durch die von den Sendern geschalteten Werbepausen keine zusätzlichen Einnahmen erziele, da die Verträge bereits vor der Einführung dieser neuen Regel abgeschlossen worden seien.Die Trink- und Verschnaufpausen verbessern nach Ansicht des 56-Jährigen auch die Spielqualität: „Wir haben noch nie erlebt, dass 90 Minuten in einem Turnier wie diesem mit einer solchen Intensität gespielt wurden.“ (dpa)Was aus einem Spaß alles entstehen kann: Weil es im deutschen WM-Kader keinen klassischen Mittelstürmer gibt, gab es keinen natürlichen Träger der Nummer neun auf dem Trikot. Also bekam sie Jamie Leweling, der im Verein, beim VfB Stuttgart, die 18 trägt. Und weil die Nummer neun ungewöhnlich für ihn ist und Erinnerungen an einen berühmten Träger auslöste, gab sich Leweling bei Instagram ein neues Profilbild, das Leweling zeigt, aber mit der kuriosen Dreiecksfrisur von Ronaldo, dem Brasilianer, von 2002.Zudem steckt der frisierte Leweling in einem Brasilien-Trikot. Das bekam er beim Spiel gegen die Elfenbeinküste nun überreicht von einer Journalistin aus Brasilien: Bruna Dealtry hatte in Toronto ein Shirt im Gepäck mit Widmung von Ronaldo: "To Jamie Leweling. All the Best. Ronaldo". Am Dienstag bedankte sich Leweling: "Die Ronaldo-Frisur war eigentlich als Spaß gedacht, aber mittlerweile hat es viel Aufmerksamkeit bekommen." Das Geschenk vom "echten Ronaldo" habe ihn "sehr gefreut". Anziehen wollte Leweling das Trikot aber lieber nicht. „Das kann ich leider nicht machen“, sagte er und ergänzte lachend: „Deutschland ist besser als Brasilien.“ Leweling spielt also weiter im deutschen Shirt, womöglich auch im dritten Gruppenspiel an diesem Donnerstag (22.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV). Dafür könnte er bald tatsächlich mit der Ronaldo-Frisur zu sehen sein: „Wenn wir das Finale gewinnen, mache ich mir die Frisur, auf jeden Fall“, sagte er und ergänzte: „Das ist ein Versprechen an Deutschland!“ Die FIFA plant während der laufenden Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada offenbar eine kurzfristige Regeländerung. Wie unter anderem The Athletic berichtet, soll vor einem möglichen Elfmeterschießen nur noch ein Münzwurf durch den Schiedsrichter stattfinden. Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) müssen dem Vorhaben zustimmen.Der Weltverband erhofft sich die Verabschiedung des Vorschlags vor dem Beginn der K.-o.-Runde am kommenden Sonntag. Bei der Zustimmung durch das IFAB dürfte sich die Mannschaft, zu deren Gunsten der Münzwurf ausfällt, aussuchen, ob sie entweder den ersten Elfmeter schießen will oder auf welches Tor geschossen werden soll.Derzeit muss der Schiedsrichter zwei Münzwürfe ausführen: Einen, um zu entscheiden, wer zuerst schießt, und einen zweiten, um zu bestimmen, auf welches Tor geschossen wird. Im Champions-League-Finale hatte Paris Saint-Germain beide Münzwürfe gewonnen – und somit einen Vorteil gegenüber dem FC Arsenal. (sid)Bislang trat Donald Trump bei der Fußball-WM kaum in Erscheinung, beim Finale wird der US-Präsident aber eine wichtige Rolle spielen. FIFA-Chef Gianni Infantino bestätigte am Dienstag den Plan, wonach er nach dem Endspiel am 19. Juli im MetLife Stadium in East Rutherford zusammen mit Trump den WM-Pokal an den Sieger übergeben wird.„Wir werden zusammen mit dem Präsidenten das Finale genießen und dem Gewinner natürlich gemeinsam die Trophäe überreichen“, sagte Infantino in der Sendung Fox and Friends. Auf die Nachfrage des Moderators, ob der Pokal von den beiden gemeinsam übergeben werde, antwortete der Schweizer: „Natürlich, wir sind die ganze Zeit zusammen.“Im Vorjahr hatte Trump für Aufsehen gesorgt, als er beim Finale der Klub-WM in New Jersey die Trophäe an den FC Chelsea überreichte und während der Feierlichkeiten auf der Bühne blieb. Die Profis der Blues wirkten ziemlich verdutzt. Kapitän Reece James sagte später: „Ich ging davon aus, dass er die Bühne verlassen würde, aber er wollte bleiben.“Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Staatsoberhaupt den WM-Pokal an das siegreiche Team übergibt. Etwa bei der WM 2022 nahm Argentiniens Kapitän Lionel Messi die Trophäe aus den Händen Infantinos und des qatarischen Emirs Tamim bin Hamad Al Thani entgegen. In Russland übergab der FIFA-Chef den Pokal vier Jahre zuvor im strömenden Regen allein. (sid)Nach der Roten Karte für das Zuhalten seines Mundes ist Paraguays Miguel Almirón für ein Spiel gesperrt worden. Damit wird der 32-Jährige im letzten WM-Gruppenspiel gegen Australien (Freitag, 4.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) fehlen. Der Fußball-Weltverband FIFA gab die Entscheidung seines Disziplinarausschusses am Dienstag bekannt. Almirón hatte sich im Spiel gegen die Türkei (1:0) in einer Auseinandersetzung mit Gegenspieler Mert Müldür die Hand vor den Mund gehalten.Die neue Regel, die das International Football Association Board (IFAB) für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada beschlossen hatte, griff am Freitagabend (Ortszeit) in Santa Clara erstmals: Ein solches Vergehen soll fortan immer mit einem Platzverweis bestraft werden. Für diese Art der Bestrafung hatte sich FIFA-Präsident Gianni Infantino eingesetzt.Auslöser für die Einführung der Regel war die Aufregung um Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon, der Vinícius Júnior von Real Madrid im Playoff-Duell der Champions League rassistisch beleidigt haben soll und sich dabei das Trikot vor den Mund gezogen hatte. Bei der Partie zwischen Paraguay und der Türkei wies der Videoassistent Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador auf die Szene mit Almirón hin. Der Mittelfeldspieler flog daraufhin in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit vom Platz. (sid)Cristiano Ronaldo hat seiner außergewöhnlichen Karriere einen weiteren Meilenstein hinzugefügt – und sich „seinen“ Rekord zurückgeholt. Mit seinem Treffer zum 1:0 beim zweiten WM-Gruppenspiel in Houston gegen Usbekistan ist der Portugiese nun der erste Spieler der Geschichte, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat.Schon vor der XXL-Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada hatte der 41-Jährige den Rekord inne, bis Lionel Messi mit seinem ersten Turniertreffer gegen Algerien zum Auftakt gleichzog. Der Argentinier, der ebenfalls seine sechste WM spielt, war jedoch 2010 in Südafrika ohne Turniertor geblieben, weshalb Ronaldo sich nun wieder den alleinigen Rekord sichern konnte.Hinter den beiden Ikonen sind in der Rangliste auch zwei Deutsche zu finden: Uwe Seeler und Miroslav Klose trafen wie die brasilianische Legende Pelé bei jeweils vier Weltmeisterschaften. (sid)Keven Schlotterbeck hat das WM-Aus seines Bruders Nico das Fußballherz zerrissen. „Es tut mir unendlich weh, dass die WM vorbei ist für ihn“, sagte der Profi des Bundesligaklub FC Augsburg, der das Verletzungsdrama beim deutschen Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste (2:1) in Toronto im Stadion mitverfolgt hatte, am Dienstag bei MagentaTV.„Ich weiß, dass Nico ein harter Hund ist. Dadurch, dass er nicht sofort aufstand, ist es auch nicht so einfach für den großen Bruder“, bekannte der 29-Jährige. Der zweieinhalb Jahre jüngere Nico hatte sich am vergangenen Samstag eine Innenbandverletzung zugezogen und fällt mehrere Monate aus.„Ich habe natürlich mit meinem Bruder gesprochen, es sieht nicht so rosig aus“, sagte Schlotterbeck, er wolle da aber „nicht zu viel verraten, das macht er dann in aller Ruhe. Aber es ist ein Knackpunkt für ihn.“Dennoch gelte nun: „Weitermachen, Krone richten, auf gut Deutsch, und durchgehen. In vier Jahren ist die nächste WM. Er darf sich jetzt darauf freuen, weiter geht's.“Schlotterbeck hat sich vorgenommen, seinen verletzten Bruder „ein bisschen abzulenken“ und ihm einen Trip nach New York empfohlen, „weil es was ganz Besonderes ist. Aber er muss jetzt erstmal ein paar Wochen schlucken.“ (sid)Der verletzte Nico Schlotterbeck soll die deutsche Nationalmannschaft trotz seiner Verletzung zum WM-Gruppenfinale gegen Ecuador begleiten. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Anfrage.Das Duell mit den Südamerikanern findet am Donnerstag (22.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) im Finalstadion von East Rutherford statt. Schlotterbeck steht dort nach seiner Innenbandverletzung im zweiten Vorrundenspiel gegen die Elfenbeinküste (2:1) wie für den Rest des Turniers nicht mehr zur Verfügung.Dennoch hatte sich der Dortmunder dazu entschieden, zunächst noch bei der Mannschaft zu bleiben. Auch in der K.-o.-Runde, für die das DFB-Team bereits qualifiziert ist, soll er noch dabei sein.„Er wird die Mannschaft unterstützen und die Mitspieler mit führen, auch für den Teamgeist“, sagte Sportdirektor Rudi Völler. Schlotterbeck geht aktuell an Krücken, um seinen verletzten linken Knöchel zu schonen, und soll einen Spezialschuh bekommen. (sid)Die deutschen Nationalspieler können in ihrem Gruppenfinale gegen Ecuador ohne Sorgen vor einer unmittelbaren Sperre in die Zweikämpfe gehen. Da die DFB-Auswahl in ihren ersten beiden Turnierspielen gegen Curacao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1) keine Gelbe Karte sah, ist eine Sperre frühestens bei einem Einzug ins Viertelfinale möglich.Ein Spieler ist erst nach zwei Gelben Karten gesperrt, nach einer Regeländerung der FIFA werden die Verwarnungen aber nach der Gruppenphase gestrichen. Damit wäre ein Spieler der Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann erst dann gesperrt, wenn er im Sechzehntelfinale und im Achtelfinale eine Gelbe Karte sehen würde. (sid)Ein Fan der jordanischen Nationalmannschaft ist bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Wie die nationalen Behörden am Dienstag bekannt gaben, ereignete sich der tragische Zwischenfall in der Nähe des römischen Theaters in der Hauptstadt Amman, wo Tausende das WM-Spiel gegen Algerien (1:2) verfolgt hatten. Zudem wurden acht weitere Menschen verletzt.Der Sprecher der Behörde für öffentliche Sicherheit erklärte in einer Mitteilung, dass „neun Personen am frühen Dienstagmorgen ins Krankenhaus gebracht wurden, nachdem sie bei einem Gedränge auf dem Haschemitischen Platz“, wo Großbildleinwände für die Übertragung der WM-Spiele stehen, „verletzt worden waren“. Er fügte hinzu, dass „einer der Verletzten kurz nach seiner Einlieferung verstorben sei“ und zur Feststellung der genauen Todesursache an das Institut für Rechtsmedizin überführt worden sei. Die anderen seien medizinisch versorgt worden und ihr Zustand werde als stabil bis mäßig eingestuft, sagte der Sprecher. Eine medizinische Quelle präzisierte, dass das Opfer, ein jordanischer Fan, etwa zwanzig Jahre alt gewesen sei.Zahlreiche Jordanier hatten sich in der Nacht von Montag auf Dienstag versammelt, um das zweite Spiel ihrer Mannschaft an dem historischen Ort zu verfolgen, der Platz für etwa 6000 Menschen bietet. Laut einer Quelle aus dem Ministerium waren jedoch mehr als 15.000 Zuschauer anwesend. Der Turnier-Neuling Jordanien kassierte gegen Algerien die zweite Niederlage im zweiten WM-Spiel und kann sich damit nicht mehr für die K.-o.-Phase qualifizieren. (sid)Philipp Lahm hat mit klaren Worten den Weltverband FIFA und dessen Präsidenten Gianni Infantino kritisiert. „Am bedenklichsten ist Gianni Infantinos Nähe zu Machthabern wie Donald Trump“, schrieb der deutsche Weltmeister-Kapitän von 2014 in der „Zeit“ mit Blick auf Infantinos Verbindung zu dem US-Präsidenten. „Man hegt den Verdacht, dass sie persönliche Vorteile aus ihren Ämtern ziehen. Die WM wird verkauft. Das raubt dem Fußball Glaubwürdigkeit.“Es würden Figuren am Fußball zerren, „die etwas anderes im Sinn haben, etwas Zwielichtiges“, schrieb der langjährige Bayern-Profi Lahm, der konkret die hohen Ticketpreise bei der WM anprangerte: „Die maximiert die FIFA, indem sie keine ehrlichen Angaben über die wahre Nachfrage macht.“ Die hohen Eintrittspreise und das dynamische Preismodell sind ein großes Thema bei dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko.Für Lahm muss die WM bei ihrem Vier-Jahres-Rhythmus bleiben. „Ein Turnier braucht Vorbereitung und Nachbereitung, um nachhaltig zu wirken“, meinte der ehemalige Weltklasse-Verteidiger. Wiederkehrende Vorschläge, die WM alle zwei Jahre auszutragen, würden ihn irritieren. Infantino hatte dies 2021 eingebracht, war nach erheblichem Widerstand aus Europa und Südamerika aber wieder von dem Plan abgerückt. Auch die Belastung für die Spitzenspieler durch mehr Wettbewerbe sieht Lahm als Problem. „Die aufgeblähte Club-WM hat den ohnehin schon vollen Kalender verdichtet. Mit einem zusätzlichen Turnier über mehrere Wochen und teilweise extremen Temperaturen ist die Belastung für die Spieler weiter gestiegen“, schrieb er.Lob gab es von Lahm dagegen für die Erweiterung der WM von 32 auf nun erstmals 48 Mannschaften. „Es ist nun mal die Aufgabe der FIFA, den Fußball überall weiterzuentwickeln. Das geht nur über Teilhabe. Qualitätsunterschiede sind in Kauf zu nehmen“, meinte der frühere Profi. (dpa)Wer spielt heute wann gegen wen? Wo werden die Spiele gezeigt? Alle Infos – und was sonst noch wichtig ist: Prominente Unterstützung aus der Politik für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM: Beim abschließenden Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstag in New Jersey (22.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) wird Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) auf der Tribüne sitzen. Dies teilte der Deutsche Bundestag mit.Klöckner hält sich zum Zeitpunkt des Spiels in New York auf, um politische Gespräche unter anderem mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie der deutschen Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen, Annalena Baerbock, zu führen. (sid)Mehr ladenTickarooLive Blog Software