PfadnavigationHomeRegionalesBaden-Württemberg«Unverfrorenheit»: Streich schießt gegen Infantino und TrumpStand: 08:06 UhrLesedauer: 2 MinutenChristian Streich kritisiert Gianni Infantino scharf. (Archivfoto)Quelle: Andreas Gora/dpaDen ehemaligen Bundesliga-Trainer Christian Streich machen Infantinos Inszenierungen mit dem US-Präsidenten «sprachlos». Die Ticketpreise nennt er «pervers». Warum er sich trotzdem auf die WM freut.Ex-Bundesliga-Trainer Christian Streich hat FIFA-Präsident Gianni Infantino für dessen Umgang mit US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. «Eine solche Inszenierung von wenigen Menschen an der Macht, die sich dann teilweise noch die Behauptung erlauben, sie würden demokratische Werte schützen, ist natürlich eine Unverfrorenheit, die einen sprachlos macht», sagte Streich, der beim heutigen WM-Eröffnungsspiel als TV-Experte im ZDF zu sehen sein wird, im «kicker»-Interview.Es löse bei ihm «echt Bedenken» aus, dass Vorgänge, die früher im Hintergrund stattgefunden hätten, inzwischen «vollkommen öffentlich dargestellt» würden, sagte Streich etwa über die Verleihung eines von der FIFA eigens geschaffenen Friedenspreises an Trump im Dezember vergangenen Jahres. «Andererseits wundert einen inzwischen ja fast nichts mehr.»«Was da aktuell bei der WM mit den Tickets passiert, ist pervers»Bei der von vielen kritisierten Aufstockung der WM auf 48 Teilnehmer sieht der ehemalige Trainer des SC Freiburg nur ein Gegenargument: Es profitierten eben auch kleine Verbände wie Curaçao oder Kap Verde, die sich auf sportlichem Wege qualifiziert haben. Durch die FIFA-Honorare käme «relativ viel Geld in diese kleinen Verbände», sagte Streich. «Wir können als große Fußballnation, die sich bisher immer für die WM qualifiziert hat, nicht den Anspruch ableiten, nur mit 16 oder 24 spielen zu wollen. Das wäre Herrschaftsdenken der Mächtigen.»Klar ist Streichs Standpunkt beim Thema Ticketpreise. «Was da aktuell bei der WM mit den Tickets passiert, ist pervers: Profitmaximierung um jeden Preis und eben auf Kosten vieler Menschen», sagte der 61-Jährige. «Das ist so dermaßen elitär, und ich denke nicht, dass die Leute, die das bezahlen können, sagen: super, dass die anderen nicht reinkommen. Wo kommen denn noch verschiedene Gesellschaftsschichten zusammen? Beim Sport oder allenfalls noch in Einrichtungen wie einem Schwimmbad.»«Ich habe irgendwann gedacht: Wem gehört eigentlich das Spiel?»Trotz der negativen Begleiterscheinungen will sich Streich die Freude am Fußball nicht nehmen lassen. «Ich habe irgendwann gedacht: Wem gehört eigentlich das Spiel? Allen! Und ich bin einer davon. Soll ich mir das jetzt alles, diese Freude an diesem tollen Spiel, das weiterhin so die Menschen auf der Welt verbindet, vermiesen lassen wegen einiger weniger?»dpa-infocom GmbH
«Unverfrorenheit»: Streich schießt gegen Infantino und Trump - WELT
Den ehemaligen Bundesliga-Trainer Christian Streich machen Infantinos Inszenierungen mit dem US-Präsidenten «sprachlos». Die Ticketpreise nennt er «pervers». Warum er sich trotzdem auf die WM freut.














