PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBerliner StromausfallJunge Union fordert Wegners Rückzug – Neue Koalition für SPD nur ohne CDU-Regierungschef denkbarStand: 09:44 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Chef der Jungen Union in Berlin, Harald Burkart, hat den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner aufgefordert, bei der Abgeordnetenhauswahl auf die Spitzenkandidatur der CDU zu verzichten.Die Debatte um Kai Wegners Krisenmanagement beim Berliner Stromausfall setzt den Regierenden Bürgermeister weiter unter Druck. Nach der Jungen Union fordert auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach mit Blick auf die kommenden Landtagswahlen Konsequenzen.Der Druck auf Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wächst. Nach den neuen Diskussionen über sein Krisenmanagement während des tagelangen Stromausfalls in Berlin Anfang Januar fordern inzwischen sowohl die Junge Union Berlin als auch der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach politische Konsequenzen. Vor allem mit Blick auf die Chancen bei den kommenden Landtagswahlen.Der Landesvorsitzende der Jungen Union Berlin, Harald Burkart, verlangt nach Angaben des Nachrichtenportals „The Pioneer“, dass Wegner auf eine erneute Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September verzichtet. „Kai Wegner sollte heute unmissverständlich erklären, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters antritt“, sagte Burkart. Stattdessen solle die CDU mit einer Person antreten, die „in ihrer persönlichen Integrität unangreifbar“ sei. Der dokumentierte Widerspruch in Wegners Darstellung betreffe „die Grundlage politischer Führung, nämlich Glaubwürdigkeit“, erklärte der JU-Chef weiter.Lesen Sie auchAuch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach geht auf Distanz. „Ich werde es in keiner Konstellation zulassen, dass Kai Wegner in einem künftigen Senat eine Rolle übernehmen kann“, erklärte er. Eine Koalition mit der CDU schloss Krach zwar grundsätzlich nicht aus, machte aber deutlich, dass dies für ihn nur ohne Wegner als Regierenden Bürgermeister denkbar sei. Der CDU-Politiker habe sich für das Amt „vollständig disqualifiziert“. Trotz seiner scharfen Kritik fordert Krach keinen sofortigen Bruch der derzeitigen schwarz-roten Koalition. „74 Tage vor der anstehenden Wahl werde ich keinen Koalitionsbruch forcieren“, erklärte er. Über die politische Zukunft der Hauptstadt entscheiden die Berliner am 20. September bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus.Lesen Sie auchAuslöser der aktuellen Debatte sind neue Berichte über Wegners Kommunikation während des tagelangen Stromausfalls Anfang Januar. Im Interview mit WELT TV hatte Wegner am 7. Januar erklärt: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz.“Lesen Sie auchDer „Tagesspiegel“ berichtete nun unter Berufung auf Angaben der Senatskanzlei, Wegner habe am Vormittag des 3. Januar keine dienstlichen Telefonate zum Blackout geführt. Der Austausch habe zunächst vorwiegend per Textnachricht stattgefunden. Erst um 12.45 Uhr habe er demnach mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) telefoniert.Wegner wies die Vorwürfe zurück und gab zugleich Kommunikationsfehler zu. Auf der Plattform X schrieb er, durch seine Aussagen Anfang Januar sei ein Eindruck entstanden, den er bis heute bedauere. Er habe am 3. Januar vor 13 Uhr zwei Telefonate geführt und darüber hinaus vor allem per Textnachricht kommuniziert. Darüber habe er bereits im März mit „Bild“ und „B.Z.“ gesprochen und sich bei den Berlinerinnen und Berlinern entschuldigt.Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 20. September statt. Zuletzt lag in einer Umfrage von Infratest dimap Anfang Juli die Linke mit 20 Prozent als stärkste Kraft vorn. Auf Platz zwei kamen die Grünen mit 19 Prozent der Stimmen, gefolgt von der AfD mit 18 Prozent. Die CDU liegt mit 17 Prozent auf Platz vier. Bei der Wahl 2023 hatten die Christdemokraten noch gut 28 Prozent erreicht. Die als Juniorpartner mit der CDU regierende SPD liegt in der Sonntagsfrage bei 13 Prozent. Die aktuell regierende schwarz-rote Koalition hätte laut Umfrage keine Mehrheit mehr.dpa/saha/kami
Berliner Stromausfall: Junge Union fordert Wegners Rückzug – Neue Koalition für SPD nur ohne CDU-Regierungschef denkbar - WELT
Die Debatte um Kai Wegners Krisenmanagement beim Berliner Stromausfall setzt den Regierenden Bürgermeister weiter unter Druck. Nach der Jungen Union fordert auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach mit Blick auf die kommenden Landtagswahlen Konsequenzen.














