PfadnavigationHomeRegionalesRheinland-Pfalz & Saarland«Völlig falsches Signal» - weiter Debatte um KrankschreibungStand: 14:47 UhrLesedauer: 2 MinutenDie Kassenärztliche Vereinigung wählt harsche Worte mit Blick auf die auf Bundesebene geplanten Änderungen. (Symbolfoto)Quelle: Marijan Murat/dpaNachdem der Hausärzteverband und Gesundheitsminister Hoch deutlich gemacht haben, dass sie nichts von den vorgesehenen Änderungen halten, legt nun die Kassenärztliche Vereinigung nach.Nach Meinung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Rheinland-Pfalz geht von den geplanten Änderungen bei Krankschreibungen ein völlig falsches Signal aus. Eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag führe zwangsläufig zu mehr Praxisbesuchen - unabhängig davon, ob diese medizinisch notwendig seien oder nicht, kritisierte der stellvertretende KV-Landesvorsitzende Andreas Bartels. Das bedeute vollere Wartezimmer, mehr Bürokratie, eine höhere Infektionsgefahr und weniger Zeit für Patienten, die eine ärztliche Behandlung benötigten.Auf diese und eine Reihe weiterer Änderungen hatte sich am Vortag der Koalitionsausschuss der schwarz-roten Bundesregierung verständigt. Damit soll gegen hohe Fehlzeiten in Unternehmen vorgegangen werden. Geplant ist auch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.Kassenärztliche Vereinigung verweist auf RessourcenknappheitDabei habe sich diese als praxistaugliches und sicheres Instrument etabliert, sagte KV-Vertreter Bartels. Gerade bei bekannten Patientinnen und Patienten mit leichten, unkomplizierten Erkrankungen verhindere sie unnötige Praxisbesuche. «Ein funktionierendes Instrument ohne Not abzuschaffen, ist weder medizinisch sinnvoll noch gesundheitspolitisch nachvollziehbar.»Die Vertretung der Kassenärzte sprach sich für Lösungen aus, die knappe Ressourcen im Gesundheitswesen effizient nutzten. Als Vorbild sei etwa Schweden zu nennen, wo es seit Jahren einen unbezahlten ersten Krankheitstag gebe.Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Rheinland-Pfalz hatte die Beschlüsse der Koalition in Bund «eine Katastrophe» genannt. «Diese Regelung ist der bürokratische Super-GAU für die Hausarztpraxen», sagte Verbandschefin Barbara Römer. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) warnte davor, die ambulante Versorgung lahmzulegen.dpa-infocom GmbH
«Völlig falsches Signal» - weiter Debatte um Krankschreibung - WELT
Nachdem der Hausärzteverband und Gesundheitsminister Hoch deutlich gemacht haben, dass sie nichts von den vorgesehenen Änderungen halten, legt nun die Kassenärztliche Vereinigung nach.













