Die Koalition will höhere Hürden für Krankschreibungen im Job einführen, um Fehlzeiten einzudämmen. Der Hausärzteverband hält die Maßnahmen für »reine Symbolpolitik« und macht eigene Vorschläge.
04.07.2026, 00.57 Uhr
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
In der Debatte über strengere Regeln für Krankschreibungen fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband ein Vorgehen gegen Anbieter von Videosprechstunden statt die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Die Bundesvorsitzende des Verbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, sagte der »Rheinischen Post«, die geplanten Änderungen seien »reine Symbolpolitik« und würden weder den Krankenstand senken noch Missbrauch verhindern.
Ginge es wirklich darum, Betrug zu bekämpfen, müsse man den »Wildwuchs« bei Videosprechstunden-Anbietern begrenzen, die teils aggressiv mit schnellen Krankschreibungen werben. »Wenn irgendwo großes Missbrauchspotenzial liegt, dann bei anonymen Plattformen, die damit Profit machen und ihre Kunden nicht einmal kennen. Dort ist Betrug Tür und Tor geöffnet und nicht in unseren Praxen!«, so Buhlinger-Göpfarth. Die telefonische Krankschreibung berge dagegen nicht mehr Missbrauchspotenzial als ein Praxisbesuch, da sie daran gebunden sei, dass die Praxis die Patientinnen und Patienten kenne.












