Die Europäische Union will die Stahlindustrie schützen und verhindern, dass massenweise günstiger Stahl importiert wird – deshalb hat sie strengere Regeln für Importe erlassen, die ab sofort gelten. So dürfen nur noch 18,3 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr zollfrei eingeführt werden, etwa halb so viel wie zuvor. Gleichzeitig hat die EU den Zoll auf Mengen, die dieses Kontingent überschreiten, auf 50 Prozent verdoppelt.
Weltweit wird deutlich mehr Stahl produziert als benötigt. Diese Überkapazitäten liegen derzeit nach Zahlen der EU-Kommission bei 620 Millionen Tonnen, bis 2027 steigen sie demnach voraussichtlich auf 721 Millionen Tonnen. Das wäre fünfmal so viel wie die EU jährlich an Stahl verbraucht. Die massive Erhöhung der US-Einfuhrzölle auf Stahl im vergangenen Jahr hat den Druck auf den europäischen Markt weiter verstärkt.
Innerhalb der EU hat Deutschland die mit Abstand größte Stahlindustrie. China, Indien und die Türkei zählen zu den Ländern, aus denen günstiger Stahl exportiert wird. Das hängt mit niedrigeren Energiepreisen, aber auch staatlicher Förderung zusammen.
Verband hofft auf Rückkehr von 15 Millionen TonnenDer Verband der europäischen Stahlindustrie (Eurofer) rechnet damit, dass die neue Handelsmaßnahme 15 Millionen Tonnen an Kapazitätsauslastung nach Europa zurückbringen könnte. In den vergangenen sieben Jahren seien mehr als 30 Millionen Tonnen Produktion verloren gegangen, sagte Eurofer-Generaldirektor Axel Eggert.













