Pavel Bednyakov / APRusslands Raffinerien brennen, die Menschen stehen stundenlang Schlange für ein paar Liter Benzin. Selbst der russische Präsident Wladimir Putin spricht, wenn auch beiläufig, von einem «Treibstoff»-Problem. Ein Blick auf die leeren Zapfsäulen im Land.30.06.2026, 18.53 Uhr3 LeseminutenErst waren es symbolische Nadelstiche der Ukraine. Ihre Drohnen zerstören seit Juni 2022 immer wieder Teile von Öldepots in Russland, nach ein paar Tagen liefen die Anlagen jedoch wieder. Mittlerweile hat Kiew die Angriffe auf die russische Öl-Struktur jedoch zu einer geradezu strategischen Kampagne ausgeweitet und acht der zehn grössten russischen Raffinerien im Land attackiert.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Seit diesem Frühjahr zerstören ukrainische Drohnen russische Infrastruktur auch weit im Hinterland. Die Folge: Grossbrände der Anlagen, «schwarzer Regen» über den Städten Städte, Ölteppiche an den Küsten – und kilometerlange Staus an den Tankstellen, weil Benzin im Land knapp ist.In der Region Orjol im Südwesten Russlands teilen die Behörden je nach Auto-Kennzeichen Benzin zu. In der Region Irkutsk in Sibirien stehen die Menschen auch schon einmal 18 Stunden an, um den Tank ihrer Fahrzeuge zu befüllen. Auf der Krim haben die Behörden erst kürzlich den Notstand ausgerufen.Russlands Präsident Wladimir Putin beschwichtigt. Die Knappheiten seien «nicht kritisch», sagte er bei einer Sitzung mit Regierungsvertretern und Öl-Produzenten am vergangenen Sonntag in Moskau. Aber er räumte auch ein: «Diese Attacken auf unsere Infrastrukturanlagen schaffen Probleme.»«Entschuldigung, die Anlage ist vorübergehend ausser Betrieb.» So heisst es Ende Juni an einer Gazprom-Tankstelle in Moskau – und nicht nur dort. Quer durch Russland stehen die Menschen Schlange, um die Treibstoff-Tanks ihrer Fahrzeuge zu befüllen.Pavel Bednyakov / APAuch an einer Moskauer Tatneft-Tankstelle: «Kein Diesel» und «Kein Premium-Benzin».Pavel Bednyakov / APDer Tankstellen-Betreiber Rosneft sperrt in St. Petersburg eine seiner Tankstellen. Zu betanken gibt es hier ohnehin nichts.Dmitri Lovetsky / APUnd wenn es Treibstoff gibt, sind die Tankstellen überfüllt. Hier stauen sich die Autos am 23. Juni an einer Lukoil-Tankstelle ausserhalb Moskaus. Alles wollen nur eins: Benzin.Maxim Shipenkov / EPASchwarzer Rauch steigt nach einem ukrainischen Drohnenangriff am 18. Juni im Südosten Moskaus auf. Die Ölraffinerie von Gazprom Neft im Stadtteil Kapotnja brennt. Hier steht die grösste Raffinerie der Stadt.Sefa Karacan / ImagoAuf die Raffinerie in Kapotnja gab es bereits im Mai dieses Jahres Angriffe durch ukrainische Drohnen.Tatyana Makeyeva / ReutersVor Moskau macht Kiew längst nicht mehr Halt und lässt die russische Hauptstadt massiv beschiessen (hier der Rauch über der Öl-Raffinerie in Kapotnja). Die städtischen Behörden melden mittlerweile täglich einen Abschluss von teils Hunderten Drohnen.UGC via reutersAuf der seit 2014 von Russland besetzten Krim – Putin bezeichnet die Annexion stets als «Heimholung» – ist die Lage noch desolater. Die Behörden haben den Notstand ausgerufen. Es gibt zeitweise keinen Strom, Benzin wird gar nicht mehr an Privatpersonen ausgegeben. Die Touristen bleiben daheim, Kindern in Sommerlagern wurden zu ihren Familien zurückgeschickt. Die Isolation der Halbinsel nimmt zu.Auch im von Russland besetzten Osten der Ukraine, den von Moskau offiziell als «Neue Territorien» bezeichneten Regionen, kämpfen die Menschen gegen die Auswirkungen der «Benzin-Krise» an.Leere an einer Tankstelle in Jewpatorija an der Westküste der Krim.Alexey Pavlishak / ReutersAuch diese Tankstelle in Jewpatorija hat geschlossen. Durch die zunehmende Isolation der Krim will Kiew Moskau zu Friedensverhandlungen bewegen.Alexey Pavlishak / ReutersIn Donezk warten die Autofahrer am 16. Juni stundenlang auf die Mangelware Benzin.Alexander Ermochenko / ReutersIn Jewpatorija auf der Krim hatte es bereits Anfang Juni Schlangen an den Tankstellen gegeben. Hier zeigt sich letztlich, wie verwundbar Russland ist.Alexey Pavlishak / REUTERSIn Sewastopol, der Hafenstadt direkt am Schwarzen Meer, führen die Menschen Listen, damit sie zu ihrem Benzin kommen. Der ukrainische Verteidigungsminister Michailo Fedorow kündigte eine «Logistik-Sperre» der Krim an und wagte die Prognose, die Halbinsel werde sich bald in eine «Insel» verwandeln. Putin hält derweil weiter an seinem Kriegskurs fest.Stringer / ReutersPassend zum Artikel
Russland in der Benzinkrise: Lange Schlangen und leere Zapfsäulen auch in Moskau
Russlands Raffinerien brennen, die Menschen stehen stundenlang Schlange für ein paar Liter Benzin. Selbst der russische Präsident Wladimir Putin spricht, wenn auch beiläufig, von einem «Treibstoff»-Problem. Ein Blick auf die leeren Zapfsäulen im Land.











