PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegPutin beruft Krisensitzung wegen Treibstoffmangel ein – Russland zapft Benzinreserven anStand: 01:08 UhrLesedauer: 3 MinutenPutin spricht bei der Konferenz seiner Regierungspartei Geeintes RusslandQuelle: Yekaterina Shtukina/via REUTERSWladimir Putin gesteht ein, dass Russland „eine schwierige Phase“ durchmache. Wegen der aktuellen Versorgungsprobleme hält er eine Krisensitzung ab. Im Krieg mit der Ukraine gibt er sich dennoch siegessicher.Der russische Präsident Wladimir Putin hat eingestanden, dass sein Land schwere Zeiten durchmache. Moskau werde jedoch alle sozialen Verpflichtungen den Bürgern gegenüber einhalten, erklärte er am Sonntag bei einer Konferenz seiner Regierungspartei Geeintes Russland.Angesichts der „aktuellen Situation“ werde es einige Plananpassungen geben, „aber alle strategisch wichtigen Entwicklungsprogramme im Inland werden zweifellos vollständig umgesetzt“. Lesen Sie auchRussland werde weiter Wohnungen und Straßen bauen, neue, moderne und gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen und heimische Unternehmen unterstützen, sagte Putin. „Wir machen eine schwierige Phase durch, aber das hat uns einiges gelehrt und erkennen lassen, was es bedeutet, ein russischer Bürger zu sein.“Angesichts der aktuellen Versorgungsprobleme mit Treibstoff hat Putin eine Krisensitzung einberufen. Zuallererst müssten die Auswirkungen der wiederholten ukrainischen Angriffe gegen Raffinerien und anderen Objekten der Erdölindustrie abgefedert werden. „Wir müssen die Folgen terroristischer Anschläge auf unsere zivilen Einrichtungen und die Infrastruktur reduzieren“, wurde er von der Staatsagentur Tass zitiert. An der Sitzung nahmen Vertreter diverser Ministerien sowie der wichtigsten Erdöl-Produzenten Russlands teil.Die zuletzt verstärkten ukrainischen Angriffe gegen die Erdölindustrie in Russland haben zu ernsthaften Versorgungsproblemen geführt. „An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig“, sagte Putin. Er bestätigte, dass bereits über ein Exportverbot für Diesel-Treibstoff nachgedacht werde. Russland habe inzwischen begonnen, seine Benzinreserven anzuzapfen.Lesen Sie auchPutin erwartete schon im Juli eine deutliche Erhöhung der Produktion der wichtigsten Treibstoffarten. „Die sich stellenden außergewöhnlichen Aufgaben werden gelöst, und zwar klar, zügig und kompetent im Interesse des Landes und unserer Bürger“, gab er den Produzenten und Ministerien eine klare Marschrichtung vor.„Rettung des Kiewer Regimes ist nicht Teil unserer Pläne“In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg mit der Ukraine gab sich Putin siegessicher. Die russische Armee werde weiterhin alles unternehmen, um die Ziele der Spezialoperation, wie der Angriffskrieg gegen die Ukraine in Moskau offiziell genannt wird, umzusetzen, betonte Putin in einem Interview des Korrespondenten des russischen Staatsfernsehens, Pawel Sarubin.Putin begründete seinen Optimismus unter anderem mit einem „katastrophalen Personalmangel“ der ukrainischen Streitkräfte. Er behauptete, dass den russischen Streitkräften der Vorschlag unterbreitet worden sei, die Kampfhandlungen auf vier Gebiete in der Ostukraine zu beschränken. Dies würde Kiew die Möglichkeit geben, Truppen aus anderen Gebieten in diese Regionen zu verlegen. „Aber die Rettung des Kiewer Regimes ist nicht Teil unserer Pläne.“Seiner Ansicht nach strebe der Westen weiterhin danach, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen. „Dort werden zwar vereinzelt verschiedene Gerüchte laut, dass man dies angeblich nicht mehr anstrebe, aber offiziell hat niemand diese These von der Tagesordnung gestrichen“, sagte Putin. „Wozu brauchen sie dann aber die Einstellung der Kampfhandlungen und die Friedensverhandlungen, von denen sie immer häufiger sprechen und an denen sie teilnehmen wollen?“Putin hat bisher jede friedliche Lösung und den Weg zu möglichen Friedensgesprächen abgelehnt. Auch ein Angebot aus Kiew zu einem direkten Gespräch Putins mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj wurde zurückgewiesen. Moskau beharrt stattdessen auf seinen Maximalforderungen, zu denen unter anderem die komplette Kontrolle über den Donbass gehört.Russland überzieht das Nachbarland nahezu täglich mit Luftangriffen. Zuletzt hatte die ukrainische Armee ihrerseits ihre Luftangriffe auf Ziele innerhalb Russlands ausgeweitet. Dabei greift die ukrainische Armee nach Angaben Kiews neben militärischen Einrichtungen vorrangig die russische Öl- und Energieinfrastruktur an.AP/AFP/dpa/doli/luwi