Die Aktien von Rheinmetall steuern auf den größten Kursrutsch seit fast 30 Jahren zu. Das Bundesverteidigungsministerium hatte zuvor ein Fregattenprogramm (F 126) wegen Verzögerungen und erwarteten Kostenüberschreitungen gestoppt. Daraufhin rutschten die Aktien des größten deutschen Rüstungskonzerns, der den Auftrag erhalten sollte, um mehr als 18 Prozent ab. Die Analysten von JP Morgan bezeichneten dies als „schweren Rückschlag“ für Rheinmetall, der auch die Ziele für den Auftragseingang gefährden könnte. „Wenn die deutsche Regierung den F 126-Auftrag nicht durch einen anderen Vertrag ersetzt, erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass Rheinmetall seinen Auftragseingang für das Geschäftsjahr 2026 realisieren kann.“Zudem könnten sich andere Annahmen, die der Prognose des Konzerns zugrunde liegen, als falsch erweisen.Der Plan zum Bau von sechs F 126-Fregatten ist schon seit einiger Zeit mit Problemen behaftet. Eine Fortsetzung des Programms hätte die Kosten für sechs Schiffe auf mehr als 18 Milliarden Euro getrieben, gegenüber den ursprünglich erwarteten rund zehn Milliarden Euro. Stattdessen wird Berlin auf acht kleinere Fregatten vom Typ Meko A-200 der Schiffssparte TKMS von Thyssenkrupp umsteigen. Das Gesamtbudget wird voraussichtlich 11,6 Milliarden Euro betragen. Rheinmetall lehnte eine Stellungnahme ab.Noch im Herbst war ein Anteilsschein der Düsseldorfer Waffenschmiede gut 2000 Euro wert gewesen und damit etwa 20 Mal so viel wie vor Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2020. Danach aber ging es schrittweise nach unten – manch Finanzanalyst fragte sich, ob sich der Rüstungskonzern mit seinen prallvollen Auftragsbüchern in diversen Bereichen nicht übernommen hat. Nun drückte die Nachricht aus dem hinzugekauften Schiffsbereich die Aktie weiter nach unten. Anfang März hatte Rheinmetall die Lürssen-Marinesparte übernommen, seither ist die Firma auch Schiffsbauer. Bei der Pariser Waffenmesse Eurosatory stellte Rheinmetall kürzlich erstmals ein Schiff aus, und zwar ein 8,50 Meter langes Drohnenboot seiner neuen Marinetochter.
Rekord-Kurssturz bei Rheinmetall
Nachdem das Bundesverteidigungsministerium ein Fregattenprogramm wegen höherer Kosten gestoppt hat, verlieren die Aktien des Rüstungskonzerns mehr als 18 Prozent an Wert.










