Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) wird aus dem größten Rüstungsprojekt in der Geschichte der Marine aussteigen. Das Fregattenprogramm F126 gebe der Minister wegen explodierender Kosten und Verzögerungen auf, erklärte das Ministerium Mittwochvormittag und bestätigte damit Berichte von „Financial Times “ und „DER SPIEGEL “.

Nun entschied sich das Ministerium gegen einen Wechsel des Generalunternehmers. Dieser hätte die Gesamtkosten von 10 auf mehr als 18 ​Milliarden Euro ‌ansteigen lassen. Zudem hätte der Bund laut Ministerium auf mögliche Schadenersatzansprüche gegenüber DSNS verzichten müssen, was das Ministerium als nicht verantwortbar abgelehnt habe. Die Beschaffung der nun geplanten acht MEKO-Fregatten ‌für die U-Boot-Jagd soll insgesamt rund 11,6 Milliarden Euro kosten.Thyssenkrupp-Tochter TKMS profitiert – Aktie startet durchDer lachende Dritte ist nun TKMS. Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter will beim Fregattenbau für die ​Bundeswehr Tempo machen. „Wir haben bereits im Februar mit ‌den Vorarbeiten begonnen und können mit der MEKO A-200 einen international erprobten, kosteneffizienteren und skalierbaren Schiffstyp liefern“, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. „TKMS wird die erste Fregatte 2029 an ⁠die ⁠Marine übergeben.“ Aktien von TKMS zogen am Mittwoch zwischenzeitlich zweistellig an. Zuletzt betrug das Plus 8,7 Prozent bei rund 79 Euro.