PfadnavigationHomePolitikDeutschlandRentenpläne„Hätte mir etwas mehr gewünscht“ – Chef der Jungen Gruppe sieht Reform an Grenze des MachbarenStand: 12:31 UhrLesedauer: 3 MinutenPascal Reddig (CDU) hat die Vorschläge der Rentenkommission mit erarbeitet und spricht bei „Stimme am Morgen“ von einem „sehr guten Ergebnis“. Es könne die Stimmung im Land drehen und sei etwas, „hinter dem sich die politische Mitte insgesamt versammeln kann“.Pascal Reddig lobt die Vorschläge der Rentenkommission als das Maximum des politisch Machbaren. Kommissionschef Hans-Jürgen Weise gewährt Einblicke in die Arbeit des Gremiums und spricht über eine ungewöhnliche Einigkeit.Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und Mitglied der Rentenkommission, Pascal Reddig, zeigt sich zufrieden mit den Vorschlägen zur Rentenreform. Man habe sechs Monate an einem „wirklich großen Paket“ gearbeitet, das sowohl für die junge Generation, als auch für Arbeitnehmer, die vor der Rente stehen, funktioniert, sagte Reddig im Interview mit WELT TV. Eine Reihe an Themen sei verhandelt worden, die einigen Seiten schwerer gefallen seien als der anderen, so Reddig. „Ich hätte mir auch noch etwas mehr, vielleicht auch Ambitionen an manchen Stellen gewünscht, dass wir es schaffen, beispielsweise auch früher in die Kapitaldeckung einzusteigen, dass wir es schaffen, früher zu Dämpfung zu kommen.“ Die Arbeit der Kommission sei ein „Austarieren“ gewesen, „wie wir vor allem den Generationenvertrag wieder neu aufstellen können“.So seien die Reformvorschläge „an der Grenze dessen, was Union und SPD gemeinsam leisten können“. Hinter die nun veröffentlichten Pläne könne sich aber die politische Mitte insgesamt versammeln, sagte der CDU-Politiker, „ein sehr gutes Ergebnis aus meiner Sicht“. Das Paket sei nicht nur der kleinste gemeinsame Nenner – und habe aus Sicht von Reddig daher auch das Potenzial, die Stimmung in der Koalition und im Land zu verbessern.Lesen Sie auchReddig hebt außerdem die Zusammensetzung der Kommission positiv hervor. „Wenn wir eine Kommission gehabt hätten, bei der die Union auf der einen Seite, die SPD, dann die Sozialpartner, Gewerkschaften, Arbeitgeber, die Länder und der Bund gesessen hätten – wir hätten wahrscheinlich wieder nichts hinbekommen. Es wäre wieder der kleinste gemeinsame Nenner gewesen. Wir hätten alles an jeder Stelle zerredet. Und deswegen war es gut, die Kommission vor allem wissenschaftlich zu besetzen und sich anzuschauen: Was machen eigentlich andere Länder besser als wir?“„„Das finde ich großartig“, sagt der KommissionschefAuch der Co-Vorsitzende der Kommission, Frank-Jürgen Weise (CDU), lobt das Ergebnis. „Das war gute Kompromissbereitschaft“, sagte er bei WELT TV. So hätten sich auch die jungen, „leidenschaftlichen“ Politiker von SPD und Union den Ideen der Wissenschaftler gefügt. „Das finde ich großartig. Das erwarte ich auch von Politik.“ Gleichzeitig hätte er sich mit seiner Co-Vorsitzenden Constanze Janda darauf geeinigt, zu sagen, dass es keine Lager der Parteien geben dürfe. Lesen Sie auchWeise zeigte sich für Änderungen „kleiner Elemente“ der Reform offen. Das werde weniger sichtbar sein in Anbetracht der drei Einflussfaktoren Rentenhöhe, Höhe des Beitragssatzes und Höhe des Bundeszuschusses. „Wenn man mehr verändert, beispielsweise die Rente mit 63, dann wird passieren, dass entweder der Beitragssatz steigt, die Rente niedriger wird oder der Bundeszuschuss höher.“ Nun liege es an der politischen Führung, so Weise. „Wer jetzt was ändert, muss sagen: An welchem der drei Faktoren wirkt sich das aus und was will er tun? Und übrigens, das finde ich das Schöne: öffentlich. Das kann man nicht verheimlichen. Die Wissenschaftler rechnen jetzt die Modelle weiter und würden sofort sagen, was sich dann ändert.“„Verlierer sind alle“Gegenüber WELT erklärte Weise zum Vorgehen der Kommission, Wissenschaftler hätten zu jedem Thema einen Impuls gegeben, auf dessen Grundlage kontrovers diskutiert wurde. „Bei 80 Prozent der Themen wurde in der gleichen Sitzung dann eine Empfehlung formuliert und in der folgenden Sitzung bestätigt.“ Im Schnitt hätten bei allen Empfehlungen zehn Mitglieder zugestimmt, zwei sich enthalten. Zudem habe es rund eine Gegenstimme – von wechselnden Personen – gegeben.Gewinner der Rentenreform seien „alle Rentner heute und zukünftig, weil wir die unweigerlich ungünstigere Entwicklung stoppen.“ Gleichzeitig schränkte Weise ein: „Verlierer sind alle, weil wir schon vor 30 Jahren behutsam Maßnahmen hätten beschließen müssen, um diese demografische Schieflage zu heilen.“ Dennoch seien die Renten durch die Reform sicher – „und haben in letzter Instanz auch den Staat als Garant“. jho
Rentenpläne: „Hätte mir etwas mehr gewünscht“ – Chef der Jungen Gruppe sieht Reform an Grenze des Machbaren - WELT
Pascal Reddig lobt die Vorschläge der Rentenkommission als das Maximum des politisch Machbaren. Kommissionschef Hans-Jürgen Weise gewährt Einblicke in die Arbeit des Gremiums und spricht über eine ungewöhnliche Einigkeit.













