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Von so einer großen Nation, an der wir uns ein Beispiel nehmen, erwarte ich aber mehr Fairplay“, sagte der Coach der Ivorer und betonte: „Ich bin enttäuscht.“ Der Hintergrund seiner Kritik? Der 42-Jährige hatte am Spielfeldrand eine Auseinandersetzung mit Mitgliedern des deutschen Stabs und lieferte sich ein Wortgefecht mit Verteidiger Nathaniel Brown. Er warf dem Frankfurter vor, eine Verletzung von Wilfried Singo missachtet zu haben, als er mit einem Einwurf einen Angriff einleitete, anstatt den Ball dem Gegner zuzuwerfen. „Ich habe ihm gesagt, er solle demütig bleiben“, erklärte Faé. „Er hat großartig gespielt und es nicht nötig, schlecht mit uns zu reden, nur, weil er gewinnen will.“ Die Elfenbeinküste zittert nach der Niederlage noch um das erstmalige Weiterkommen bei der vierten WM-Teilnahme. Ein Unentschieden gegen Außenseiter Curaçao wäre aber bereits gleichbedeutend mit dem Einzug ins Sechzehntelfinale.Dank Curaçao: Deutschland ist GruppensiegerDie deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist dank eines Überraschungscoups von WM-Debütant Curaçao vorzeitig Gruppensieger. Das 0:0 des Teams von der Karibik-Insel gegen das klar favorisierte Ecuador sorgt dafür, dass die Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen ist. Deutschland hat nach dem späten 2:1 gegen die Elfenbeinküste sechs Punkte.Am kommenden Donnerstag (22 Uhr/ARD und MagentaTV) trifft die DFB-Elf in East Rutherford bei New York auf Ecuador. Bei einer Niederlage könnten die Ivorer zwar noch nach Punkten gleichziehen. Doch weil Deutschland in Toronto den direkten Vergleich für sich entschieden hat, würde die Nagelsmann-Elf trotzdem auf Platz eins bleiben. Für die Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao geht es am Donnerstag noch um das Weiterkommen.Das Sechzehntelfinale findet in Foxborough bei Boston am 29. Juni (22.30 Uhr) gegen einen der besten acht Gruppendritten statt. Mögliche Gegner sind die Vertreter aus den Gruppen A, B, C, D und F. Realistische Optionen sind derzeit demnach beispielsweise Bosnien-Herzegowina, Schottland und Japan. Klarheit darüber wird erst am Ende der Gruppenphase herrschen.Im Achtelfinale von Philadelphia am 4. Juli (23.00 Uhr) wäre bei erfolgreichem erstem K.-o.-Spiel ein Duell mit dem Gruppensieger der Staffel I möglich. Hier sind Vize-Weltmeister Frankreich oder Norwegen derzeit die wahrscheinlichsten Optionen.Das folgende Viertelfinale fände am 9. Juli (22 Uhr) wieder in Foxborough statt. Ein erstes WM-Halbfinale seit dem Titelgewinn im Jahr 2014 würde das Team um Kapitän Joshua Kimmich am 14. Juli (21. Uhr) im texanischen Arlington bei Texas bestreiten.Olise wünscht sich „optisch ansprechenden“ FußballMichael Olise will nicht nur sportlich erfolgreich sein, sondern auch mit seinem Spielstil Akzente setzen. „Ich mag es, wenn Fußball schön ist. Für die Zuschauer, für die Menschen vor dem Fernseher, die einen schönen Moment erleben wollen“, sagte der Offensivspieler des FC Bayern in einem seiner seltenen Interviews mit L'Équipe: „Fußball ist ein wunderbarer Sport und sollte deshalb auch optisch ansprechend sein.“ Der 24-Jährige, der in der abgelaufenen Bundesliga-Saison in 32 Spielen 15 Treffer für den Rekordmeister erzielt hatte, gab sich im Gespräch mit der französischen Sporttageszeitung bescheiden. „Im Moment würde ich sagen: Ja, ich bin ein Spieler der Gegenwart. Wenn ich weiter hart arbeite und auf dem Boden bleibe, hoffe ich, irgendwann ein Spieler der Zukunft zu sein.“ Seine Entwicklung führt Olise maßgeblich auf seine Anfänge im Straßenfußball von London zurück. „Wir spielten auf kleine Tore, gegen Mauern, machten Eins-gegen-eins-Duelle. Dort hat es angefangen. Es ist eine andere Art von Fußball, aber man lernt unglaublich viel. Vor allem bedeutet Straßenfußball Freiheit.“ Zuletzt gehörte Olise zu den prägenden Figuren im französischen Offensivspiel. Singende Japaner und ein UnwetterWie sich die WM in Mexiko anfühlt? Das konnte SZ-Reporter Boris Herrmann beim 4:0 der Japaner gegen Tunesien in Monterrey live miterleben. Und er stellte fest: Monterrey ist ein besonderer Ort, trotz Regenflut. Deutscher Referee Zwayer bleibt im TurnierDer deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer darf zumindest aus medizinischer Sicht auf weitere Einsätze hoffen. Der 45 Jahre alte Berliner ist nach seiner aufsehenerregenden Behandlungspause gegen Ende seines WM-Debüts am vergangenen Freitag bei der Partie zwischen Co-Gastgeber USA und Australien (2:0) wieder „diensttauglich“. „Felix ist untersucht und wohlauf“, sagte der deutsche Schiedsrichterchef Knut Kircher dem sid. Bei der Verletzung habe es sich laut Kircher um „eine Muskelkontraktion auf Basis einer unnormalen Bewegung“ gehandelt: „Es geht ihm gut und er kann weiter im Turnier bleiben, was uns und ihn sehr freut.“ Zwayer musste am Freitag in der Nachspielzeit behandelt werden, nachdem er zu Boden gesunken war. Letztlich konnte der Referee die Partie jedoch zu Ende bringen. „Felix hatte mit seinem ersten WM-Spiel einiges an Arbeit zu verrichten, er hat das gut gemacht inklusive VAR-Support“, bewertete Kircher den Auftritt seines Schützlings. Nagelsmanns blumige WortUnd noch ein Nachtrag zu Undav, weil es nach diesem Spiel gegen die Elfenbeinküste nie genug Undav in diesem Liveblog geben kann. Bundestrainer Julian Nagelsmann lieferte gestern noch eine spezielle Beschreibung des Treffers zum 2:1, bei dem der DFB-Stürmer ein scharfes Zuspiel von Felix Nmecha gekonnt weiterverarbeitete: „Er ist superschlau in der Bewegung, hatte vor dem zweiten Tor einen Sensationskontakt, Wahnsinn.“Undav, der Entscheider!Alle reden nach dem 2:1 gegen die Ivorer über Deniz Undav. Die SZ-Reporter Philipp Schneider und Philipp Selldorf waren beim Spiel in Toronto nah dran und erlebten einen Stürmer, der den Bundestrainer sogar zu einer Wortneuschöpfung veranlasste: Room rettet, Schlotterbeck bangt – das war die Nacht Auch Curaçao hat nun seinen Torwarthelden: 15 Paraden zeigte Eloy Room gegen Ecuador und stellte damit einen WM-Rekord für Gruppenspiele auf. Seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1966 hatte nie ein Keeper mehr während der regulären Spielzeit. Durch die Taten des in Nijmegen geborenen Schlussmanns ist Deutschland schon vor dem letzten Spieltag Gruppensieger. Da bei dieser WM erstmals bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählt, kann das DFB-Team nicht mehr von Platz eins verdrängt werden. Deutschland trifft damit am 29. Juni in Boston auf einen Gruppendritten. Curaçao und Trainer Dick Advocaat gehen damit als kleinster WM-Teilnehmer der Geschichte nicht ohne Punkt nach Hause und haben weiter die Chance, sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Noch keine Diagnose gibt es bei Nico Schlotterbeck. Der Verteidiger wurde beim 2:1-Sieg Deutschlands gegen die Elfenbeinküste in der ersten Halbzeit am Sprunggelenk behandelt. Zur Pause musste er für Antonio Rüdiger in der Kabine bleiben. „Er hat irgendwas im Innenband, ich weiß noch nicht, was“, sagte Nagelsmann. „Er muss morgen ins MRT, es sieht leider nicht ganz so gut aus."Ein besonderes Spiel war die Partie gegen Elfenbeinküste übrigens für Nadiem Amiri, und das nicht nur, weil es sein erstes WM-Spiel war und er das 1:1 mit einer Flanke vorbereitet hat. „Es ist wie ein Traum, einfach unglaublich“, beschrieb der Profi vom Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 seine Gefühle. „Meine Mutterseite wohnt in Toronto. Ich habe schon vor der WM gesagt, dass das Spiel hier für mich ein sehr besonderes Spiel ist. Ich musste 25 Karten organisieren, was sehr, sehr viel ist. Hier mein WM-Debüt mit der Vorlage zum 1:1 zu geben und das Spiel so zu drehen, ist wirklich perfekt“, schwärmte Amiri.Und noch ein Ergebnis aus der Nacht: In Gruppe F gewinnt Japan gegen Tunesien, hoch sogar: Am Ende steht es 4:0. Damit stehen die Japaner im Sechzehntelfinale, Tunesien ist raus.Topscorer Deniz Undav Zumindest vorerst ist Deniz Undav vor Lionel Messi, Erling Haaland und Kylian Mbappé mit drei Toren und zwei Vorlagen der beste Offensivspieler der WM. Wie es dazu kam, lesen Sie im Bericht von Philipp Schneider aus Toronto: Wer außer Deniz Undav noch überzeugte, haben Philipp Selldorf und Christof Kneer hier aufgeschrieben:Nagelsmann zu Schlotterbeck: "Es sieht nicht ganz so gut aus"Fußball-Nationalspieler Nico Schlotterbeck hat sich im zweiten WM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen die Elfenbeinküste eine Verletzung am linken Sprunggelenk zugezogen. „Er hat irgendwas im Innenband, ich weiß noch nicht, was“, sagte Nagelsmann nach dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste in Toronto.„Er muss morgen ins MRT, es sieht leider nicht ganz so gut aus.“ Erst danach könne man weitere Schlüsse über eine mögliche Ausfallzeit ziehen. Die DFB-Elf tritt schon am kommenden Donnerstag in East Rutherford zum abschließenden Gruppenspiel gegen Ecuador an.Schlotterbeck zog sich die Verletzung nach einer knappen Viertelstunde zu, als er sich in einem Zweikampf selbst gegen das linke Bein trat. Nagelsmann lobte in der Pressekonferenz den Dortmunder für seinen anschließenden Einsatz, „wie er sich noch durchgebissen hat bis zur Pause“, sagte der 38-Jährige. Schlotterbeck wurde mehrfach behandelt, hielt aber die komplette erste Halbzeit durch. Erst nach dem Seitenwechsel wurde er durch Antonio Rüdiger ersetzt, wodurch Nagelsmann weiterhin drei Zeitfenster für weitere Einwechslungen behielt.NewsdeskRoman Deininger, MilwaukeeJubel für Undav in der "Old German Beer Hall" Es stehen vier goldene Weltpokale im Regal hinter der Theke in der Old German Beer Hall in Milwaukee, für einen fünften wäre mit etwas gutem Willen durchaus Platz. „Deutschland, Deutschland“-Gesänge schon weitgehend anlasslos beim Stand von null zu null, das Spiel gegen die Elfenbeinküste läuft auf handgezählt sechs Fernsehern. Kaum weniger hattet man auch erwartet von Milwaukee, Ehrentitel: deutscheste Stadt Amerikas. Hier haben einst die Auswanderer Frederick Papst und Frederick Miller ein solides Auskommen als Braugiganten gefunden - in der Old German Beer Hall importiert man heute aber doch lieber Hofbräu aus München.Auf einem Brett an der Wand, neben einer sympathisch wirkenden, allerdings bereits ausgestopften Wildsau, der Spruch: „Durst ist schlimmer als Heimweh.“ Eine Regel, die hier augenscheinlich ernst genommen wird. Wer 100 Maß getrunken hat, kriegt eine Ehrenplakette. Glückwunsch an Justin Peters, der als Erster gar die magische Marke von 5000 Litern geknackt hat. Die Kellnerin trägt ein Brezn-Tattoo über dem Dekolleté, mehr Einsatz kann niemand verlangen. Die Elfenbeinküste geht dennoch mit 1:0 in Führung. Allgemeine Verwünschungen mehrheitlich auf Englisch, dabei wurde noch vor 120 Jahren an den meisten Schulen der Stadt Deutsch gesprochen. Dann Szenenapplaus, als Fox Sports einen deutschen Fan auf der Tribüne in Toronto zeigt, der sich als Rudi Völler kostümiert hat. Da trennt sich - das darf man in der Bier-Metropole Milwaukee sagen - die Spreu vom Weizen: Wer jetzt nicht wenigstens lächelt, ist entweder sehr jung oder hat vom deutschen Fußball keine Ahnung. An der Bar in älteren Nationaltrikots: zwei Schweinsteigers, zwei Kloses. Ein Undav ist auch da, originell. Ein Herr trägt einen Berliner Bären auf dem T-Shirt, auch das wird toleriert. Ebenfalls straffrei: das Sauerkraut, das hier zur Weißwurst serviert wird. Ausgleich, ein ehrenamtlicher Bierhallen-Ansager brüllt: „Tor für Deutschland, mit der Nummer 26: Deniz…“ Ruhig mal raten, wer jetzt am frenetischsten „Undav“ zurückschreit. Keine Sekunde gewinnt in der Old German Beer Hall der Zweifel die Oberhand. Das wird noch was! Sogar die Einwechslung von Leon Goretzka ruft Begeisterungsstürme hervor. Logische Konsequenz: der Siegtreffer durch die Nummer 26, Deniz …, genau. Wenn es nach den Fans hier geht, darf der Bierhallen-Wirt den fünften Goldpokal schon mal bestellen. Das ist vielleicht die zentrale Erkenntnis dieses Nachmittags in Milwaukee: Von den Amerikanern, selbst den deutschesten Amerikanern, können wir Zuversicht lernen. Thomas Müller im Video: "Nationalelf ein bisschen wie 2010"Den ehemaligen Nationalspieler Thomas Müller erinnert die aktuelle deutsche Nationalmannschaft übrigens an jenes junge Team, das bei der WM 2010 in Südafrika - für viele unerwartet - bis ins Halbfinale gestürmt ist. (Die Überraschungsfigur damals schlechthin natürlich: Thomas Müller...). Die Deutschen zählten bei dieser WM nicht unbedingt zu den Favoriten, seien aber Herausforderer, die es weit bringen könnten, wenn sich die richtige Dynamik entfalte. Müllers Einschätzung im Video:Müller gab seine Empfehlung, die Erwartungen an die Nationalelf "ein bisschen zu ändern", Mitte der Woche im „German House of Soccer“ des DFB in New York ab, wo er in einer bisweilen kuriosen Zeremonie zum Deutschen Fußballbotschafter 2026 gekürt wurde. Bejubelt von Müller-Fans aus aller Welt. Und mit Annalena Baerbock in einer erstaunlichen Nebenrolle:21. Einsatz: Neuer steigt zum WM-Rekordtorwart aufManuel Neuer hat seiner Karriere eine weitere Bestmarke hinzugefügt. Mit seinem 21. Spiel bei einer Weltmeisterschaft rückte der 40-Jährige am Samstag beim Duell der deutschen Nationalmannschaft mit der Elfenbeinküste zum alleinigen WM-Rekordtorwart auf. Neuer löste den Franzosen Hugo Lloris ab, der 2018 Weltmeister wurde, aber nicht mehr für die Nationalmannschaft aktiv ist.Auf Platz drei der Torhüter-Liste folgen Sepp Maier, der Weltmeister von 1974, und der Brasilianer Claudio Taffarel, der den Titel 1994 gewann. Beide bestritten 18 Partien. Neuer ist der einzige Torwart im Top-Quartett, der auf Einsätze bei fünf Weltmeisterschaften kommt.Um zum deutschen WM-Rekordspieler aufzusteigen, müsste Neuer mit der DFB-Elf ins Viertelfinale einziehen. Nur Miroslav Klose (24 Einsätze) und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (25) liegen noch vor ihm.Auch TOR-onto ist schwarz-rot-goldNicht nur die Niagarafälle leuchten anlässlich der zweiten deutschen WM-Partie in den Farben der Deutschlandfahne – auch der Austragungsort ist an diesem Samstag schwarz-rot-gold. Unzählige Deutschland-Fans strömen Richtung Toronto-Stadion, dessen Namen heute hoffentlich ein gutes Omen für ein Spiel mit zahlreichen (deutschen) Treffern sein wird.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
WM 2026: Trainer der Elfenbeinküste wirft DFB mangelndes Fairplay vor
Emerse Fae, Coach der Ivorerer, ist „enttäuscht“ von den Deutschen. Curaçao erkämpft sich ein 0:0 gegen Ecuador, davon profitiert das DFB-Team. Nagelsmann befürchtet schlimmere Verletzung bei Schlotterbeck, Olise erklärt seine Idee von Fußball.















