PfadnavigationHomePolitikAuslandSchweiz„Talkshow-Auftritt härter als Iran-Verhandlungen“ – Vance sagt geplante Gespräche kurzfristig abStand: 07:56 UhrLesedauer: 3 MinutenUS-Vizepräsident J.D. Vance wird vorerst nicht für Verhandlungen mit dem Iran in die Schweiz reisen. Eigentlich war vorgesehen, dass sich Delegationen aus dem Iran und den USA am Freitag treffen, um über ein dauerhaftes Ende des Krieges zu verhandeln.US-Vizepräsident J.D. Vance gibt sich vor den geplanten Verhandlungen mit dem Iran locker. Gleichzeitig wurden die für Freitag angesetzten Gespräche zwischen Washington und Teheran kurzfristig abgesagt.Die für Freitag geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine umfassende Friedensvereinbarung sind abgesagt worden. Nach Angaben der Schweizer Regierung seien vorerst „verschoben“. Die Schweiz sei „weiterhin bereit, diese Gespräche zu moderieren, die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten werden fortgesetzt“, teilte das Außenministerium in Bern mit. Einzelheiten zu einem neuen Termin für Gespräche wurden zunächst nicht genannt.Delegationen der USA und des Iran sowie der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan sollten am Freitag eigentlich im Luxusresort Bürgenstock für den Auftakt der Verhandlungen zusammenkommen. Zuvor hatten beide Seiten ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs unterzeichnet, den die USA und Israel Ende Februar mit Angriffen auf den Iran begonnen hatten. Das Abkommen sieht vor, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Abkommen für einen Frieden und ein Ende des iranischen Atomprogramms zu schließen.Lesen Sie auchEin Sprecher des Weißen Hauses hatte am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mitgeteilt, dass US-Vizepräsident J.D. Vance seine ursprünglich für Donnerstag angekündigte Reise in die Schweiz zu Verhandlungen mit Vertretern des Irans vorerst verschoben habe. Die logistischen Vorbereitungen der Verhandlungen mit dem Iran seien „noch nie einfach oder vorhersehbar“ gewesen, erklärte der Sprecher weiter. „Wir freuen uns darauf, so bald wie möglich mit den technischen Gesprächen zu beginnen.“Vance vergleicht Iran-Verhandlungen mit TalkshowVance sorgte unterdessen in seiner Heimat für Aufsehen, als er die vereinbarten Friedensgespräche mit dem Iran mit einem Talkshow-Auftritt verglich. Vance scherzte am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus, er habe „großartige Erfahrungen mit sehr feindlichen Verhandlungen“ gemacht. Er sei zu Gast in der Talkshow der US-Moderatorin und Satirikerin Jay Behar gewesen, die „deutlich härter als die Iraner“ sei. „Sie und ich sind jetzt beste Freunde“, fügte er hinzu.Behar steht den oppositionellen Demokraten nahe und hatte Vance in ihrer Talkshow „The View“ rund eine Stunde zu Streitthemen wie der Abschiebepolitik und dem Epstein-Skandal befragt. Während einer Werbepause fragte die 83-Jährige den Vizepräsidenten zudem, warum er Donald Trump noch 2016 als „Amerikas Hitler“ beschimpft habe, heute aber loyal hinter ihm stehe, wie sie danach in einem Podcast erzählte. Vance habe aber leider keine Zeit gehabt, zu antworten.Lesen Sie auchKritiker werfen Vance vor, so gut wie keine Erfahrung mit internationalen Verhandlungen zu haben. Er hatte im April in Pakistan erstmals rund 21-stündige Gespräche mit iranischen Vertretern geleitet, erklärte diese danach jedoch für gescheitert.Präsident Trump hatte am Donnerstag in Frankreich ein Rahmenabkommen mit dem Iran unterzeichnet. Es ebnet den Weg für weitere Friedensgespräche, die Vance für die US-Seite leiten soll. Trump hatte dazu gesagt, wenn das Abkommen funktioniere, dann sei er „ein Genie“ – und wenn nicht, „dann ist es der Fehler des Vizepräsidenten“. „Ich denke, der Präsident hat einen Scherz gemacht“, sagte Vance dazu nun. Reuters/dpa/krö