PfadnavigationHomePolitikAuslandSchweizIran verkündet „große Fortschritte“ in Gesprächen mit den USAStand: 05:07 UhrLesedauer: 4 MinutenUS-Vizepräsident J.D. Vance und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner mit Irans Außenminister Abbas Araghchi und dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif in der SchweizQuelle: Nathan Howard/REUTERSErst drohte Trump dem Iran mit neuen Angriffen, dann verließ die Delegation kurzfristig den Tisch. Doch die Gespräche in der Schweiz gehen weiter. Was über den weiteren Verlauf bekannt ist.Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz auf der Ebene der Verhandlungsführer soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein „finales Abkommen“ zu erreichen, hieß es in der Nacht in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben.Die Gespräche hätten in einer „positiven und konstruktiven Atmosphäre“ stattgefunden. „Es wurden ermutigende Fortschritte erzielt, inklusive der Schaffung eines Mechanismus für weitere Gespräche“, hieß es in der von den Vermittlern auf der Plattform X verbreiteten Erklärung weiter.Es sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden, hieß es weiter. Ziel sei eine sichere Passage für Schiffe durch die Meerenge. Zudem sei ein Forum geschaffen worden, um für die Einhaltung der Waffenruhe auch im Libanon zu sorgen, wo es immer wieder zu gegenseitigen Attacken der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz kommt.Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen den Angaben zufolge während der laufenden Woche im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock bei Luzern fortgesetzt werden.Iran: „große Fortschritte“ in Bezug auf Krieg im LibanonIrans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X, es habe bei den Bemühungen, den Krieg im Libanon zu beenden, „große Fortschritte“ gegeben. Das gemeinsame Forum zur Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe im Libanon sei der „erste wirkliche Test“ der Vereinbarungen. Die US-Seeblockade iranischer Häfen sei aufgehoben und erste eingefrorene iranische Guthaben würden freigegeben. Auch ein großer Plan für den Wiederaufbau im Iran sei angestoßen worden.Araghtschis Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen. Die US-Seite äußerte sich in der Nacht nicht unmittelbar zum Ausgang des ersten Verhandlungstags.Lesen Sie auchDie Aussagen aus Teheran sind deshalb bemerkenswert, weil sich die iranische Seite wenige Stunden zuvor noch anders geäußert hatte. Zuvor hatte Trump dem Iran mit erneuten Angriffen gedroht, sollte die Führung die Gewalt der mit ihr verbündeten libanesischen Hisbollah nicht eindämmen.„Der Iran muss seine hochbezahlten Stellvertreter im Libanon unverzüglich davon abhalten, Unruhe zu stiften“, schreibt Trump auf seiner Plattform „Truth Social“. „Andernfalls werden wir den Iran wieder sehr hart angreifen, so wie letzte Woche, nur härter.“Lesen Sie auchNach Trumps Drohung waren die Gespräche erneut von Spannungen überschattet. Iranische Staatsmedien berichteten, die Gespräche seien nach der „Veröffentlichung einer beleidigenden Botschaft des US-Präsidenten“ in eine „schwierige Phase“ eingetreten und unterbrochen worden. Anschließend habe sich die iranische Delegation mit katarischen Vermittlern getroffen und den Verhandlungsort zwischenzeitlich in Richtung Hotel verlassen, berichteten die Staatsmedien weiter.Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani postete am frühen Montagmorgen unterdessen auf der Plattform X ein Foto, das ihn zusammen mit US-Vizepräsident J.D. Vance und dem Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, zeigte. „Live aus Luzern, die Arbeit geht weiter“, schrieb er dazu. Vance scheint auf dem Foto auf einem Laptop zu tippen.Das erste direkte Gespräch der Delegationen in der Schweiz dauerte am Sonntagnachmittag Berichten zufolge gut eine Stunde. Die US-Delegation wurde von Vance angeführt. Er hatte bereits zuvor angedeutet, dass er davon ausgehe, am Montag zurück in die USA zu reisen.Von iranischer Seite nahm neben Außenminister Araghtschi unter anderem Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Verhandlungsführer teil.Netanjahu erwartet Sturz der iranischen RegierungDer israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat unterdessen Kritik an einem Verfehlen der Kriegsziele zurückgewiesen. Vielmehr sagte er am Sonntag beim JNS International Policy Summit in Jerusalem, er glaube, dass die iranische Regierung infolge des Militäreinsatzes zusammenbrechen werde. „Ich denke, wir haben die Voraussetzungen für ihren zukünftigen Sturz geschaffen“, sagte Netanjahu. „Das wird der wahre Triumph sein, wenn das iranische Volk sein eigenes Schicksal in die Hand nimmt und dieses brutale Regime ausschaltet, das es terrorisiert und den Rest der Welt terrorisiert.“dpa/AP/saha