Ich gehöre inzwischen leider zu denen, die sich abgehängt fühlen in dieser Stadt, wie es neulich hier so treffend von meinem Kollegen Peter Neumann vermutet wurde, als er mal wieder einen dreiwöchigen Pendelverkehr für uns im Südosten Berlins verkündete. Zeit also, sich wieder in heillos überfüllte Busse zu quetschen und mit den Blessuren zu leben, die einem sich schnell drehende Rucksackträger im Gesicht verpassen.

Im Nebel fremder Flatulenzen

An der Ersatzverkehr-Haltestelle vor ein paar Tagen ahnte ich schon nichts Gutes. Menschen über Menschen – und Warten auf den Bus. Sich in so eine Ansammlung von Berlinern zu stellen, erfordert Eier, denn so eine Truppe umweht die reinste Finsternis, zumal zur Feierabendzeit. Denn gleich müssen sich alle in eine Schlacht begeben, und die heißt: reinkommen oder draußenbleiben, Sitzplatz oder Engtanz mit Fremden, die Deo nicht mal schreiben können. Ja, ich bin böse, aber wenn’s die Wahrheit ist?

Nach der ersten Nahkampf-Phase erwische ich einen Platz neben einer voluminösen Frau, die mir später so frech kommt, dass ich sie eigentlich hier „fett“ nennen dürfte, was ich sonst nicht tue – sie wird ja selbst darunter leiden. Doch leider quoll sie so auf meinen Platz herüber, dass ich nur auf einer Backe sitzen konnte und ihr fleischwülstiger Arm sich an meine rechte Seite schmiegte. Ich fragte: „Könnten Sie bitte Ihren Arm – so wie den anderen vielleicht auch – nach vorne strecken? Da haben Sie Halt und ich muss nicht unfreiwillig kuscheln!“ Sie daraufhin (in Berlin ein Klassiker): „Dann steig doch aus und laufe!“ Ich wieder: „Ich soll laufen, während Sie zwei Plätze beanspruchen?“ Sie dann final: „Na, wenn ich einen fahren lasse, dann läufst du von allein.“