Menschen ohne Wohnung erleben Berlin ohne Pause: keinen Rückzug, keine Tür, die zufällt, kein Zuhause als Schutzraum. Wie landet man auf der Straße? Wie hält man diese Stadt 24 Stunden am Tag aus? Und was bewegt Menschen, an denen viele nur vorbeigehen? Wir haben mit einigen gesprochen – über Abstürze, Alltag und Würde.
Mit Mikrofon, wo sie früher mit Schlafsack war
Die Gruppe einer etwas anderen Stadtführung steht am Alexanderplatz. Doch die Teilnehmer schauen nicht auf das 368 Meter hohe Wahrzeichen, sondern auf eine Tafel am Boden, auf der steht: „Zum Gedenken an die verstorbenen obdachlosen Menschen, die hier lebten, diesen Ort mitprägten und für immer ein Teil dieser Stadt bleiben.“
Zwischen ihnen sitzt Janet Amon in blauem Overall und mit Mikrofon am Mund. Sie ist 48 Jahre alt. Sechs Jahre davon war sie obdachlos, zwölf weitere wohnungslos. Inzwischen ist sie Stadtführerin bei „querstadtein“ und erzählt unterschiedlichsten Gruppen ihre Geschichte. Und zwar an den Orten, an denen sie geschrieben wurde. Zu den Interessierten, die regelmäßig ihre Touren besuchen, gehören Schulklassen genauso wie Vertreter aus der Politik. Heute führt sie eine Gruppe FSJler herum. Junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren.







