PfadnavigationHomeSportFußballWM„Noch“-Debatte„Ihr seid ja mehr für die Komik zuständig“ – Völler knöpft sich Klopp und Müller vorStand: 20:22 UhrLesedauer: 4 MinutenRudi Völler zeigt sich vor dem WM-Auftakt gewohnt locker – und verteilt im Gespräch mit Thomas Müller und Jürgen Klopp gleich noch einen kleinen Seitenhieb. Die beiden seien schließlich „mehr für die Komik zuständig“, scherzt der DFB-Sportdirektor.Rudi Völler nutzt die Schalte bei Magenta TV kurz vor dem Anpfiff des Deutschlandspiels für ein bemerkenswertes Interview. Subtil und mit feiner Klinge düpiert er Thomas Müller und Jürgen Klopp in der „Noch“-Debatte. Klopp wirkt schockiert.Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte bereits im Interview Rede und Antwort gestanden, die obligatorischen Vorberichte waren ausgestrahlt, und die Experten Jürgen Klopp sowie Thomas Müller hatten ihre Einschätzungen gegeben. Aufstellung, Perspektive, die Bedeutung generell – alles war besprochen und abgehandelt. Sogar die „Noch“-Debatte um die beiden Experten von Magenta TV hatte ein weiteres Kapitel erhalten.Es waren noch 25 Minuten bis zum Anpfiff des ersten deutschen WM-Gruppenspiels gegen Curaçao, da wurde Rudi Völler vom Spielfeld zugeschaltet. Der Sportdirektor des DFB sprach über das bevorstehende Spiel, die Bedeutung des Auftaktmatches, Erwartbares.Dann aber nimmt das Interview zwischen Moderator Johannes B. Kerner und seinen beiden Experten Müller und Klopp auf der einen und Völler auf der anderen Seite eine interessante Wende. Völler verrät, dass Müller ihn vor dem Eröffnungsspiel angerufen habe und sich die beiden getroffen hätten. Der Spieler der Vancouver Whitecaps sei „ein Suchender“, der nicht wisse, was er in den kommenden Jahren beruflich tun wolle. Müller wirkt ein wenig überrascht über die Offenlegung der Interna, versucht mit einem Lächeln das Thema zu beenden: „Ich suche den MLS-Cup. Ich bin ein Suchender nach dem MLS-Cup.“Völler aber zieht seine Agenda durch: „Jürgen kann ihm ja auch einen Tipp geben. Und das meine ich hier ernst“, sagt Völler und blickt auf den Monitor in überraschte Gesichter. Klopp scheint zu ahnen, dass der erfahrene Funktionär etwas im Schilde führt. „Ich meine das wirklich ernst“, wiederholt Völler und setzt neu an: „Ich meine das wirklich ernst. Das ist bei euch beiden ja ein bisschen schwieriger, ihr seid ja mehr für die Komik zuständig. Deswegen muss ich ein bisschen aufpassen.“Klopp zieht die Augenbrauen hoch. „Thomas, du könntest einen kleinen Trainerschein machen, um ein wenig mehr zu verstehen“, führt Völler fort: „Wir im Fußball haben ja alle das Gefühl, wir wissen alles. Ich glaube, wenn man noch mal einen Trainerschein macht, hilft das, egal was du später noch machst. Und der Jürgen ist ja ein wunderbares Beispiel mit seiner tollen Karriere, die er gemacht hat.“Lesen Sie auchIronie und Seriosität verschwimmen. Völlers Subtilität überrascht auch viele Zuschauer. Ist es eine Ohrfeige für Müller aufgrund der „Noch“-Debatte?Klopp und Müller wie zwei SchuljungenKlopp und Müller hatten bei der Übertragung des WM-Eröffnungsspiels in ihrer Rolle als Experten bei MagentaTV für Aufsehen gesorgt. Als es um die deutsche Aufstellung gegen Curaçao ging, sagte Klopp: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ – und schob dann zweimal ein „noch“ hinterher.Müller reagierte sofort und sagte: „Kloppooooo. Wir haben Juni. Du bist schon im September.“ Beide amüsierten sich über den Dialog, der implizierte, dass Nagelsmann im September trotz des Vertrages bis nach der EM 2028 nicht mehr für die DFB-Elf verantwortlich sein könnte. Klopp gilt als heißer Kandidat auf den Bundestrainer-Posten, sollte Nagelsmann nach der WM nicht mehr im Amt sein. Die ganze Sache war auch dem DFB sauer aufgestoßen sein.Klopp, sich offenbar nicht im Visier Völlers wähnend, nimmt die Vorlage auf und gibt sich väterlich: „Rudi, wir setzen uns mal zu dritt hin, wenn Müller dann den MLS-Cup gewonnen hat 2029, und dann sagen wir dem Thomas, was er machen soll. Ich hab’ das Gefühl, er ist ein guter Zuhörer, aber er redet auch gerne.“Eine oberflächliche, unverbindliche Antwort mit dem Ziel, das unangenehme Thema wieder zu beenden. Völler aber drängt: „Vielleicht haben wir ja auch hier in den nächsten Tagen die Gelegenheit, dass wir uns noch mal zusammensetzen und mal ein paar grundsätzliche Dinge besprechen. Tut ganz gut, glaube ich.“ Die Botschaft: Von Seiten des DFB gibt es dringenden Redebedarf. Schließlich wird das Turnier noch bis zu fünfeinhalb Wochen dauern – und die Protagonisten müssen auch weiterhin zusammenarbeiten, womöglich sogar noch weit über das Turnier hinaus, in welcher Konstellation auch immer.Müller versteht und reagiert entsprechend diplomatisch: „Ich setze mich immer gerne mit euch zusammen.“ Klopp jedoch witzelt und ergänzt ein „Noch“ – als Replik auf Völlers Kritik? Lesen Sie auchAls die Schalte beendet ist, steht Klopp irritiert zwischen Kerner und Müller: „Wir sind für die Komik zuständig, hat er gesagt?“, fragt er in die Runde. „Man hört ja das, was man hören will“, antwortet Müller. „Was hast du denn gehört?“, fragt Klopp. Die beiden wirken wie zwei belehrte Schuljungen. Müller zeigt Verständnis, sagt: „Er ist natürlich dafür zuständig, das Gebilde zu schützen. Und deswegen finde ich gut, dass er da reingeht.“Wenn Lutz Wöckener nicht gerade irgendeinen Sport im Selbstversuch ausprobiert, schreibt er über Darts und Sportpolitik, manchmal aber auch Abseitiges wie Fußball.
WM 2026: „Ihr seid ja mehr für die Komik zuständig“ – Völler knöpft sich Klopp und Müller vor - WELT
Rudi Völler nutzt die Schalte bei Magenta TV kurz vor dem Anpfiff des Deutschlandspiels für ein bemerkenswertes Interview. Subtil und mit feiner Klinge düpiert er Thomas Müller und Jürgen Klopp in der „Noch“-Debatte. Klopp wirkt schockiert.
Völler kritisiert Klopp und Müller subtil für ihre „Noch"-Debatte über Nagelsmanns Zukunft – eine DFB-Rüge vor dem WM-Match gegen Curaçao. Der Verband signalisiert damit: Spekulationen über den Bundestrainer-Posten sollen beendet werden.














