PfadnavigationHomeSportFußball„Noch“-Debatte„Werden uns nicht verbiegen lassen“ – Klopp lässt Müller auf die Kritik antwortenStand: 19:05 UhrLesedauer: 4 MinutenJürgen Klopps Aussagen zu Julian Nagelsmanns Zukunft haben medial hohe Wellen geschlagen. Nun hat sich Thomas Müller gegen die Kritik an den beiden TV-Experten gewehrt.Nach den heftigen Diskussionen um Jürgen Klopp und Thomas Müller gibt es vor dem Deutschland-Spiel den nächsten Auftritt des Duos. Einer antwortet ausführlich zu den Vorwürfen. Der Auslöser dagegen beteiligt sich nur mit Ironie.Jürgen Klopp versuchte, die Diskussion um seine Person wegzulachen. „Thomas, jetzt hast du das Wort zweimal benutzt“, merkte Klopp im Stadion-Studio an und lachte etwas zu lang und laut, als sich Thomas Müller mit Eindrücken vom Platz meldete. Der Rasen sei noch trocken, hatte Müller berichtet. Noch.Das Wort hatte die Diskussionen im deutschen Lager vor dem WM-Start geprägt. Klopp und Müller hatten bei der Übertragung des WM-Eröffnungsspiels am Donnerstag in ihrer Rolle als Experten bei MagentaTV für Aufsehen gesorgt. Als es um die deutsche Aufstellung gegen Curaçao ging, sagte Klopp: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ – und schob dann zweimal ein „noch“ hinterher.Müller reagierte sofort und sagte: „Kloppooooo. Wir haben Juni. Du bist schon im September.“ Beide amüsierten sich über den Dialog, der implizierte, dass Nagelsmann im September trotz des Vertrages bis nach der EM 2028 nicht mehr für die DFB-Elf verantwortlich sein könnte. Klopp gilt als heißer Kandidat auf den Bundestrainer-Posten, sollte Nagelsmann nach der WM nicht mehr im Amt sein.Die Reaktionen waren heftig. Zahlreiche Experten, ehemalige Trainer und Spieler äußerten sich und verurteilten vor allem Klopp für seine Aussage. „Das geht nicht, er spricht vor einem Millionen-Publikum. Auch mit dem Lachen hinten raus …“, hatte Stefan Effenberg noch am Sonntagvormittag in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ kritisiert: „So einen Spruch kannst du mit einem Bierchen an der Bar machen, wenn du allein bist. Aber nicht vor einem Millionenpublikum, das ist ein absolutes No-Go.“Müller als Sprachrohr für KloppNun warteten die Zuschauer auf den nächsten Auftritt des Duos. „WM-Worte wiegen schwer, selbst wenn sie nur vier Buchstaben haben. Hat ein bisschen eine Welle gegeben in Deutschland nach der Berichterstattung, aber wir wollen uns die Freude nicht nehmen lassen“, leitete Moderator Johannes B. Kerner das brisante Thema ein.Lesen Sie auchKurz darauf gab es dann auch eine Antwort. Allerdings nur von einem der beiden Experten: Müller. „Ich kann nur Folgendes sagen: Wir diskutieren natürlich leidenschaftlich. Uns geht es hauptsächlich darum, die Begeisterung rüberzubringen. Wir sind Riesen-Fans der Mannschaft und natürlich auch des Turniers. Wir diskutieren taktisch, inhaltlich und vor allem auch sachlich, wenn es um den Sport geht. Aber wer soll uns beiden das verdenken? Da ist immer ein bisschen Schmäh mit dabei“, sagte Thomas Müller, während Klopp neben ihm grinsend lauschte.Lesen Sie auchMüller als Sprachrohr für Klopp. Der Auslöser der öffentlichen Diskussion dagegen schwieg, und so führte Müller fort: „Und da kann natürlich auch mal etwas rausrutschen, was dann populistisch auch Wellen schlagen kann, wenn man das denn populistisch verwenden möchte. Das tun aber nicht wir, das tun dann andere. Aber was ich sagen will: Wir werden uns deshalb nicht verbiegen lassen und aufpassen, was wir denn sagen. Sondern jeder muss wissen, und ich glaube, das spürt man bei uns: Wir sind absolut hinter der Mannschaft, wir unterstützen jeden, und wir wollen einfach nur, dass es gut läuft. Aber wir wollen auch ein bisschen gute Laune machen.“Im ARD-Interview vor dem Spiel sprach Experte Bastian Schweinsteiger den Bundestrainer auf Klopp und Müller an: „Jürgen Klopp hat das mit dem ‚Noch‘ gesagt. Das sind vier Buchstaben, die ganz Deutschland beschäftigen. Auch wenn es kurz vor dem Spiel ist, hat man jetzt die Möglichkeit, sich darüber zu äußern. Beschäftigt dich das ein bisschen oder sagst du, das interessiert mich gar nicht?“ Nagelsmann grinste und antwortete: „Mein Job ist jetzt, die Mannschaft so einzustellen, dass wir ein gutes Turnier spielen. Und auch, dass wir in der Lage sind, auch nach der WM weiter gute Spiele zu machen.“Auch Klopp verkniff sich – bis zum ironischen Kommentar über den Feldreporter Müller – Äußerungen und blieb auf sicherem Terrain unkonkret: „Ich bin hier als Experte, nicht als Journalist. Deshalb muss ich auch nicht unabhängig sein und kann nicht komplett unparteiisch sein“, war einer der Klopp-Sätze.Später äußerte er sich noch einmal zu Jamal Musiala. Den Youngster hatten er und Müller am Tag der WM-Eröffnung für den Auftakt eher auf der Bank gesehen und Deniz Undav für das Curaçao-Spiel vorgesehen. Auch dafür gab es Kritik am Duo. „Ich kann doch gar nicht sagen, wie fit Musiala ist“, relativierte Klopp nun.Kerner beendete das Thema auf launige Art: „Vielleicht eine gute Idee für all diejenigen, die noch auf der Palme sind: Einfach mal mit Delfinen schwimmen.“ Das schien Klopp am Spieltagsmorgen offenbar getan zu haben: „Ich bin mehr als happy mit der Anfangsformation“, sagte er defensiv.