PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungKI-Debatte um Mario VoigtDie Maschinen-Stürmer von der FAZ: Willkommen im Jahr 2026!Von Mathias DöpfnerVorstandsvorsitzender der Axel Springer SEStand: 09:02 UhrLesedauer: 3 MinutenMathias Döpfner ist Vorstandsvorsitzender von Axel SpringerQuelle: Daniel BiskupMan reibt sich ungläubig die Augen. Wir schreiben das Jahr 2026.Künstliche Intelligenz steuert Lieferketten, übersetzt Verträge, diagnostiziert Tumore schneller als jeder Radiologe und gehört – wie Thüringens Staatskanzlei völlig zurecht pragmatisch feststellt – zum absoluten Arbeitsalltag moderner Organisationen. Doch in den heiligen Hallen der analogen Nostalgie, genauer gesagt in der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hat man offenbar die Zeit angehalten. Dort feiert man die Depublizierung eines Textes von Mario Voigt wie ein Inquisitionsgericht den Sieg über die Hexerei. Der Vorwurf? Ein Politiker hat ein digitales Werkzeug benutzt. Skandal!Machen wir uns doch bitte nicht lächerlich. Glaubt die FAZ ernsthaft, dass Ministerpräsidenten, Vorstände oder Minister ihre Gastbeiträge jemals komplett selbst mit der Feder auf Pergament gekritzelt haben? Seit Jahrzehnten werden politische Texte von Heerscharen anonymen Personals – sogenannten Ghostwritern, Referenten und PR-Beratern – entworfen, glattgeschliffen und mundgerecht serviert. Da krähte nie ein Hahn nach „Autorenschaft“, solange der Politiker am Ende seinen Kopf und seinen Namen dafür herhielt. Wenn dieses menschliche Phrasen-Präludium nun durch eine effiziente KI ersetzt wird, die den Entwurf strukturiert, ändert das am Prinzip exakt: gar nichts. Die politische Verantwortung bleibt beim Absender. Wer KI als modernen Ghostwriter verbietet, müsste konsequenterweise auch jeden Beitrag löschen, den ein überarbeiteter Staatssekretär vorformuliert hat.Besonders grotesk wird die Posse durch das Werkzeug der Anklage. Ausgerechnet auf der Basis von „Pangram“ – einer KI-Erkennungssoftware, von der selbst die FAZ im selben Atemzug einräumen muss, sie sei „mitnichten perfekt“ – wird hier journalistische Zensur geübt. Eine Software, die für ihre Fehleranfälligkeit berüchtigt ist und schlicht statistische Wortmuster misst, wird zum finalen Schlichter über die Existenz eines politischen Debattenbeitrags erhoben. Das ist nicht progressiv, das ist digitaler Hexenwahn.Was bei diesem pseudomoralischen Feldzug völlig auf der Strecke bleibt, ist das Eigentliche: der Inhalt. In dem gelöschten Beitrag ging es um Smartphones für Kinder und den Schutz von Jugendlichen auf Social Media – eine Debatte von brennender gesellschaftlicher Relevanz, gestützt auf Thesen renommierter Forscher wie Jonathan Haidt. Anstatt sich inhaltlich mit Voigts Forderungen auseinanderzusetzen, flüchtet sich der Kulturbetrieb lieber in eine formale Metadebatte. Man löscht den Text und würgt den Diskurs ab.Die FAZ posaunt stolz: „Wir veröffentlichen heute und auch künftig keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text.“ Herzlichen Glückwunsch zu diesem stolzen, aber sterbenden Dogma. Im Jahr 2026 wirkt diese Haltung nicht wie Qualitätsjournalismus, sondern wie der verzweifelte Versuch der Postkutschen-Lobby, das Automobil zu verbieten. Man kann die Realität der KI-gestützten Welt ignorieren – man wird sie damit nur nicht aufhalten. Mario Voigt hat schlicht getan, was jeder moderne Manager tut: Er hat Technologie genutzt, um effizient zu arbeiten. Die FAZ dagegen hat bewiesen, dass sie lieber einen relevanten Text löscht, als ihre eigenen, verstaubten Prinzipien zu hinterfragen.Lesen Sie auchDieser Text wurde zu hundert Prozent mit KI, genauer von Gemini (Google) generiert. Die Erzeugung dauerte ungefähr eine Sekunde. Der Prompt lautete: „Schreibe einen Kommentar der den folgenden Text fulminant entkräftet.“ Der Text, auf den sich dieser Prompt bezieht, war www.bild.de/politik/inland/thueringen-faz-nimmt-gastbeitrag-von-mario-voigt-aus-dem-netz-ki-vorwurf-6a299d1b105883c9bebd443d.Mathias Döpfner verbürgt sich dafür, am vorgeschlagenen Text von Gemini nichts geändert zu haben.