PfadnavigationHomeSportFußballWMEinblick ins WM-Quartier„Bruda, hier mache ich safe mal eine Arschbombe, wenn das Wetter mitspielt“Stand: 21:06 UhrLesedauer: 4 MinutenHeute Abend beginnt die Fußball-WM. Über die Stimmung vor dem Auftaktspiel in Mexiko-Stadt, die Favoriten auf den Titel und
den Stand der deutschen Vorbereitung diskutieren wir gemeinsam mit Jens Lehmann bei „WELT am Ball“.Der DFB veröffentlicht ein Video aus dem deutschen WM-Quartier. Die Spieler Deniz Undav und Jamie Leweling nehmen die Zuschauer mit hinter die Kulissen. So amüsant der Rundgang ist – er gibt auch tiefe Einblicke.Wer keine Zugangsberechtigung besitzt, hat dieser Tage keine Chance, das Gelände des „The Graylyn Estate“ zu betreten. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat das Hotel in Winston-Salem exklusiv für die Spieler, Trainer und Betreuer der Nationalmannschaft gemietet. Am Eingang steht ein Polizeiauto, zudem ist das Quartier – inklusive Golfplatz und Parkanlage – mit einem Flatterband und Sichtschutz abgesperrt.Natürlich ist es ein Leichtes, sich auf der Internetseite ein Bild davon zu machen, wie es dort ausschaut. Doch wie hat sich der DFB-Tross dort eingerichtet? Am Donnerstag veröffentlichte der Verband ein Video. Es dauert etwas mehr als 13 Minuten und gibt einen kleinen Einblick darin, wie die DFB-Stars in North Carolina untergebracht sind.Lesen Sie auchDeniz Undav und Jamie Leweling, die beide beim VfB Stuttgart spielen, führen in dem Video durch die Hotelanlage, ein burgähnliches Anwesen. Neben einer kleinen Rezeption sind vier Bilder eingerahmt, die mit Motiven an die vier WM-Titel von Deutschland erinnern – 1954, 1974, 1990 und 2014.Plattenspieler auf einem SideboardUndav und Leweling zeigen, wie die Spieler untergebracht sind. Die Zimmer sind geräumig, ein großes Bett, dazu eine Couch. 85 Zimmer hat das „The Graylyn Estate“ insgesamt.Etwas besser scheint es Manuel Neuer, Weltmeister von 2014, erwischt zu haben. Im Video ist zwar nur die Eingangstür zu seiner „Silo Suite“ zu sehen, aber Aufschluss über Neuers Räumlichkeit gibt die Hotel-Website: Es handelt sich um eine „einzigartige, französisch inspirierte Unterkunft, die sich über zwei Etagen erstreckt“ – sie besticht, wie es weiter heißt, „durch einen privaten Wendeltreppenturm, der an eine Burg erinnert.“55 Hektar groß ist die Anlage. Für Beschäftigungsmöglichkeiten hat der DFB gesorgt. Undav und Leweling führen den Zuschauer in den Garten, wo Netze für Volleyball und Fußballtennis angebracht worden sind. Es kann Padel gespielt werden, Badminton – auch das US-amerikanische Spiel „Cornhole“, bei dem mit Mais gefüllte Wurfsäcke auf ein gegenüberliegendes, schräges Holzbrett mit einem Loch geworfen werden müssen. Undav probiert es kurz aus. „Tschüüüüüüch!“, sagt er. Lesen Sie auchIm Hotel gibt es einen virtuellen Spieltisch, an dem während des Videodrehs gerade Waldemar Anton und Pascal Groß eine Runde „Magic Tower“ spielen, eine Art Solitaire. Wer bei der Sequenz genauer hinschaut: Selbst an die Freunde des Vinyls wurde gedacht. Auf einem kleinen Sideboard steht ein Plattenspieler.Auf der Videotour durch das Camp zeigen die zwei Stuttgarter noch den Essensbereich, in dem unter anderem der nachnominierte Assan Ouédraogo von RB Leipzig sitzt. Als Undav ihn passiert, sagt er scherzhaft: „Geh mal Wasser holen. Du bist neu hier, Bruda.“ Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify oder Apple Podcasts.So gut der Einblick in das Quartier auch ist, es ist dennoch nicht zu übersehen, dass die Anlage etwas altbacken wirkt – aus der Zeit gefallen. Schick, aber nicht hip. Hier heiraten sonst US-Paare. Gepflegt, aber nicht trendy. Nun sind die 27 Nationalspieler – egal, ob jung oder älter – letztlich in den USA, um Fußball zu spielen. Aber wie ergeht es einem Spieler wohl, sollte eine Partie in der Vorrunde doch mal nicht so gut verlaufen? Wie schnell verfliegen negative Gedanken, wenn man am Tag danach aus dem Fenster in den Garten schaut und nicht auf das Meer? Österreichs Nationalspieler Konrad Laimer vom FC Bayern hatte zuletzt gescherzt, das deutsche Team sei „in Hogwarts“.Als Aleksandar Pavlovic vom FC Bayern in einem ZDF-Interview auf das Quartier angesprochen wurde, sagte er, dass es alles geben würde, fügte aber auch an, dass es etwas langweilig sei.Undav und Leweling führen die Zuschauer noch am Pool vorbei, bei dem eine der beiden Leinwände hängt, auf denen die Mannschaft die WM-Spiele, aber auch Filme schauen kann. „Bruda, hier mache ich safe mal eine Arschbombe, wenn das Wetter mitspielt“, sagt Undav beim Gang um das Schwimmbecken. Daneben stehen Plastikstühle. In einem Teich im Garten der Anlage soll es Schlangen geben, sagt Undav.Neben dem Pool stehen die Eistonnen, die Sauna ist um die Ecke. Zudem gibt es ein großes Fitnesszelt mit Blick in den Garten, daneben ist auf einem Parkplatz ein Basketballkorb angebracht.Lesen Sie auchEs ist für alles gesorgt. Eine weiträumige Anlage – und kurze Wege. Ob zu den zwei Trainingsplätzen oder zum Flughafen. Wie weit das Gesamtpaket die Mannschaft durch das Turnier trägt, bleibt jedoch abzuwarten.Julien Wolff und Lars Gartenschläger sind Redakteure im Sportkompetenzcenter. Sie berichten für WELT seit vielen Jahren über die Nationalmannschaft. Seit über einer Woche sind sie für die Redaktion in den USA und schreiben von dort aus über die WM-Vorbereitung der deutschen Auswahl.















