ErklärtLinke wollen, dass der Zürcher Gemeinderat künftig über Taxen in städtischen Alterszentren befindet – Bürgerliche sind dagegenDie Abstimmung vom 14. Juni im Überblick.08.06.2026, 05.06 Uhr2 LeseminutenÜber die Preise in den städtischen Alterszentren solle das Stadtparlament entscheiden, finden die Linken.KeystoneWorum geht es?In der Stadt Zürich gibt es über 40 städtische Alterszentren mit rund 3000 Plätzen, sie haben einen Marktanteil von 50 Prozent. Die Stimmberechtigten befinden darüber, wer die Taxen in den Alterszentren künftig festlegt. Heute ist der Stadtrat dafür zuständig. Die Linken wollen diese Kompetenz an das Stadtparlament übertragen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Warum kommt es zur Abstimmung?2024 hat der Stadtrat erstmals seit neun Jahren die Preise für Wohnen, Betreuung und Verpflegung in den Alterszentren erhöht – um durchschnittlich 6205 Franken pro Person und Jahr. SP, Grüne, AL und SVP erachten die Anpassung als zu hoch. Sie überwiesen im Gemeinderat eine parlamentarische Initiative mit der Forderung, dass das Stadtparlament künftig die Taxen festlegt. Dagegen wurde das Referendum ergriffen.Weshalb hat der Stadtrat die Taxen erhöht?Der Stadtrat begründete die Erhöhung der Preise mit den steigenden Kosten für Dienstleistungen und Infrastruktur. Im Vergleich mit den privaten Heimen sind diese eher günstig. Auch die angepassten Taxen sind nicht kostendeckend. Letztes Jahr entstand ein Minus von 45 Millionen Franken, das mit Steuergeldern beglichen wurde. Mit gleichbleibenden Preisen und höherem Aufwand wächst auch das Defizit.Was sagen die Befürworter?SP, AL und Grüne sprechen von einer «massiven» Erhöhung der Taxen. Sie kritisieren, dass die Preise künftig alle zwei Jahre überprüft werden sollen. Bei so grossen finanziellen Auswirkungen auf die Bewohnerinnen und Bewohner in den Alterszentren brauche es eine demokratische Mitsprache. Die höheren Preise brächten aber nicht nur sie, sondern auch die städtischen Alterszentren in Bedrängnis, argumentieren die Befürworter. 2024 seien die Neueintritte um 9,5 Prozent eingebrochen, während private Heime um 4,5 Prozent zugelegt hätten. So seien die städtischen Institutionen langfristig infrage gestellt, befürchten die Linken.Was sagen die Gegner?FDP, SVP, GLP und Mitte erachten das heutige System als fair, fachlich abgestützt und betriebswirtschaftlich. Die Festsetzung der Taxen sei komplex, weshalb weiterhin der Stadtrat dafür zuständig sein müsse. Statt die Preise noch stärker zu subventionieren, sollen bedürftige Heimbewohner wie bis anhin über Ergänzungsleistungen unterstützt werden. Würden die Preise in den städtischen Alterszentren zu tief angesetzt, bringe dies ausserdem die privaten Heime in Bedrängnis. Diese seien auf kostendeckende Taxen angewiesen, weil sie Defizite nicht mit Steuergeldern ausgleichen könnten.Weshalb hat die SVP ihre Meinung geändert?Die SVP empfand die Anpassung der Preise als zu hoch und reichte darum die parlamentarische Initiative mit ein. Dann aber machte sie eine Kehrtwendung. Heute lehnt die SVP die Initiative ab, weil sie befürchtet, dass die tiefen Taxen in den öffentlichen Alterszentren private Anbieter verdrängen könnten.Was sagen die Parteien?Die Haltung der NZZDie NZZ lehnt die Vorlage ab. Die Preise der städtischen Alterszentren werden schon heute mit öffentlichen Geldern tief gehalten. Die Zentren haben dadurch einen Vorteil gegenüber den privaten Altersheimen, die fast die Hälfte aller Plätze in der Stadt bereitstellen und ohne Subventionen auskommen müssen.Passend zum Artikel