PfadnavigationHomePolitikAuslandNach offenem Brief„Kein Sinn“ – Russischer Präsident Putin lehnt direktes Treffen mit Selenskyj abStand: 18:21 UhrLesedauer: 2 MinutenDer russische Präsident Wladimir Putin bei einer Plenarsitzung auf dem Internationalen WirtschaftsforumQuelle: Dmitri Lovetsky/AP/dpaWladimir Putin sieht „keinen Sinn“ in einem Treffen mit dem ukrainischen Staatschef – und wirft ihm vor, ein Umfeld zu schaffen, das persönliche Gespräche unmöglich macht. Selenskyj hatte sich zuvor in einem offenen Brief an den russischen Präsidenten gerichtet.Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Vorschlag des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj für ein Treffen abgelehnt. In einer Rede bei einem internationalen Wirtschaftsforum in seiner Heimatstadt St. Petersburg kritisierte Putin am Freitag den offenen Brief Selenskyjs, in dem dieser das Treffen vorschlug. „Ist das ein Weg, um Konditionen für persönliche Treffen und Gespräche zu schaffen, oder ein Umfeld zu schaffen, das jegliche persönliche Treffen unmöglich macht?“, fragte Putin. „Ich glaube, es ist Letzteres.“ Er sehe „keinen Sinn“ in einem Treffen.Vor einem solchen Gipfeltreffen müssten erst Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung des seit 2022 währenden Krieges getroffen werden. Das am Vortag von Kiew veröffentlichte Schreiben enthalte zudem „Elemente von Unverschämtheit“, erklärte Putin.Die beste Antwort auf den Brief sei ein Aufruf an das russische Militär: „An die Arbeit, Brüder!“ Putin erklärt immer wieder, dass die russischen Kriegsziele auch durch eine Fortsetzung der Kampfhandlungen erreicht werden könne, wenn es nicht auf diplomatischem Weg gehe.Auf dem Wirtschaftsforum gab sich Putin siegesgewiss. Probleme habe vor allem die ukrainische Gegenseite, sagte er bei einer Pressekonferenz für ausländische Nachrichtenagenturen.Lesen Sie auchSelenskyj hatte am Vortag in einem offenen Brief an Wladimir Putin ein persönliches Treffen mit dem russischen Staatschef vorgeschlagen. „Die Ukraine ist für eine vollständige Waffenruhe für die Dauer der Verhandlungen bereit“, erklärte Selenskyj, der zugleich einen Austausch aller Kriegsgefangenen vorschlug. Der Kreml erklärte daraufhin, der ukrainische Präsident könne „jederzeit nach Moskau kommen“. Die von den USA vermittelten Verhandlungen zwischen beiden Ländern liegen wegen des Iran-Kriegs praktisch auf Eis.Gut eine Woche vor dem G-7-Treffen im französischen Evian kommen am Sonntag Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Regierungschef Keir Starmer in London mit Selenskyj zusammen. Dort soll es um die weitere Unterstützung der Ukraine und den verstärkten Druck auf Russland gehen, teilte das französische Präsidialamt mit.Zudem solle es eine Bestandsaufnahme der Arbeiten der sogenannten Koalition der Willigen geben. Zu dieser Gruppe zählen etwa 35 überwiegend europäische Länder, darunter Deutschland, aber auch Australien, Neuseeland und Japan.lay mit AP/dpa