Der ukrainische Präsident hat ihm ein Gesprächsangebot via Brief gemacht, Wladimir Putin hat es abgelehnt.Auf der Plenarsitzung des Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums sagte der russische Präsident, er habe »heute Morgen kurz« den Brief Wolodymyr Selenskyjs gelesen. Darin habe es nach Putins Darstellung »Elemente von Unverschämtheit« gegeben. Der russische Präsident wertete das Schreiben als Versuch, Bedingungen zu schaffen, unter denen ein Treffen der beiden Staatschefs unmöglich werde.

Putin sagte außerdem, Selenskyj habe ihn kürzlich über einen russischen Geschäftsmann um ein Treffen gebeten. Er selbst sei jedoch dagegen, »von leer zu hohl zu gießen«, also substanzlose Gespräche zu führen. Nach Putins Darstellung wolle Kyjiw ein Treffen der Staatschefs nur, um den vermeintlichen Vormarsch der russischen Streitkräfte zu stoppen. An die russischen Militärs gerichtet sagte Putin im Zusammenhang mit Selenskyjs Brief: »Arbeitet, Brüder.« Derzeit sehe er »keinen Sinn« in einem Treffen mit Selenskyj.

Der ukrainische Präsident hatte in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche ins Gespräch gebracht. »Ich schlage Ihnen ein Treffen vor«, hieß es in dem vom Präsidentenbüro in Kyjiw veröffentlichten Schreiben. Die Staatsführer sollten die »Schlüsselfragen« selbst besprechen.Erst Drohnen, dann ein GesprächsangebotDer Brief wurde am Donnerstagabend veröffentlicht, just als Putin im Rahmen seines Wirtschaftsforums vor der Presse sprach. Und nur einen Tag nachdem die Ukraine mit Raketen Energie- und Militäranlagen in Sankt Petersburg angegriffen hatte. Selenskyj versucht, die für Moskau bedeutsame Wirtschaftskonferenz zu kapern, militärisch wie diplomatisch.