Obwohl Moskau und Kiew bei den zentralen Streitfragen weiterhin Welten trennen, drängt Wolodymyr Selenskyj seit Monaten auf ein persönliches Treffen mit Wladimir Putin. Vor wenigen Tagen schrieb der ukrainische Präsident an seinen russischen Amtskollegen, man müsse den Krieg „durch Verhandlungen zwischen uns und Ihnen beenden“, denn „die Führer entscheiden die Schlüsselfragen – so war es immer und so wird es immer sein“.
Die Frage ist jedoch, welche „Schlüsselfragen“ bei einem solchen Treffen überhaupt geklärt werden könnten. Denn die Positionen beider Seiten sind seit langem bekannt. Die ukrainische Führung fordert im Wesentlichen einen Waffenstillstand entlang der gegenwärtigen Frontlinie und anschließende Verhandlungen über einen Friedensvertrag. Die russische Seite wiederum knüpft eine Feuerpause an deutlich weitergehende Bedingungen. Dazu gehören territoriale Fragen ebenso wie Forderungen zur künftigen außen- und innenpolitischen Ausrichtung der Ukraine. Man werde nicht dieselben Fehler machen wie Anfang der 1990er-Jahre und auf irgendwelche mündlichen Versprechen vertrauen, hört man aus Moskau.
Selenskyjs Strategie: Ist Trump der Adressat?
Putin erklärte zuletzt erneut, er schließe ein Treffen mit Selenskyj grundsätzlich nicht aus. Allerdings müsse ein solches Gespräch zu konkreten Ergebnissen führen und nicht bloß symbolischen Charakter haben. Aus Moskauer Sicht hat ein Gipfeltreffen wenig Sinn, solange die grundlegenden Differenzen unverändert bestehen.














