Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesTote nach russischem Angriff nahe KiewInternationale Atomenergiebehörde: Feuerpause nahe AKW Saporischschja für ReparaturenUS-Repräsentantenhaus billigt Paket für Ukraine-Hilfen und Russland-Sanktionen Wadephul fordert Putin zu Verhandlungen mit Europäern auf Putin zeigt sich bei Wirtschaftsforum weiter siegesgewiss Putin: Sehe derzeit keinen Sinn für Treffen mit SelenskijDer russische Präsident Wladimir Putin hat das in einem offenen Brief seines ukrainischen Kollegen Wolodimir Selenskij angebotene persönliche Treffen abgelehnt. „Ich sehe darin noch keinen Sinn“, sagte der Kremlchef auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Vor einem solchen Gipfeltreffen müssten erst Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung des seit 2022 währenden Krieges getroffen werden. Das am Vortag von Kiew veröffentlichte Schreiben enthalte zudem „Elemente von Unverschämtheit“, erklärte Putin. Die beste Antwort auf den Brief sei ein Aufruf an das russische Militär: „An die Arbeit, Brüder!“ Putin erklärt immer wieder, dass die russischen Kriegsziele auch durch eine Fortsetzung der Kampfhandlungen erreicht werden könne, wenn es nicht auf diplomatischem Weg gehe.Tags zuvor hatte Selenskij Putin für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat angeboten. In dem Schreiben spielte der 48-Jährige unter anderem auf das hohe Alter des 73-jährigen Kremlchefs an und betonte jūngste ukrainische Erfolge bei Drohnenschlägen auf Ziele im russischen Hinterland. Russland und die Ukraine tauschen je 185 Gefangene aus Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Moskau habe 185 eigene Soldaten zurückgeholt und Kiew im Gegenzug eine gleich große Anzahl gefangener Ukrainer übergeben, teilte das russische Verteidigungsministerium der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Moskau bedankte sich bei den Vereinigten Arabischen Emiraten für die Vermittlung des Austauschs. Die Übergabe fand demnach erneut an der Grenze zwischen der Ukraine und Belarus statt.Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte die Rückkehr von 185 ukrainischen Soldaten. Daneben sei auch ein Zivilist freigekommen, schrieb Selenskij auf Telegram. Einige der Rückkehrer waren seinen Angaben nach seit 2022 in russischer Gewalt.Immer wieder tauschen Russland und die Ukraine Kriegsgefangene miteinander aus. Es ist das einzige Feld, in dem der Dialog zwischen den beiden Konfliktparteien mehr als vier Jahre nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs funktioniert. Die vorherige Runde fand am 15. Mai statt, als die beiden Kriegsgegner einander jeweils 205 gefangene Soldaten übergaben.Nach Angebot an Putin: Europäer planen Treffen mit Selenskij Nach der Initiative des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij für direkte Friedensgespräche mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin soll es in den kommenden Tagen ein weiteres Spitzentreffen führender europäischer Politiker mit Selenskij geben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte am Rande eines EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro, es gebe eine enge Abstimmung zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland. In einigen Tagen werde man Selenskij sehen. Bundeskanzler Merz, Großbritanniens Premier Keir Starmer und Macron hatten sich zuletzt vor rund zwei Wochen in einer Videokonferenz ausgetauscht.Zu Selenskyjs Brief an Putin sagte Macron: „Ich glaube, dass es heute die Ukraine und Russland sind, die sowohl einen Waffenstillstand als auch einen Friedensplan ausarbeiten können.“ Die Europäer könnten dabei helfen, da sie mit großem Abstand die wichtigsten Unterstützer der Ukraine seien. Zudem seien es die Europäer, die zu einem bestimmten Zeitpunkt bei den Gesprächen über einen Friedensplan mit am Tisch sitzen müssten, weil es dabei angesichts der geografischen Lage um eine Friedens- und Sicherheitsarchitektur für Europa gehe. „Deshalb halte ich das für eine gute Initiative“, sagte er.Selenskij hatte Putin am Donnerstag in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche angeboten. Als Antwort erneuerte der Kreml bislang nur sein Angebot für Verhandlungen in Moskau und die Forderung nach einer vollständigen Kontrolle der ukrainischen Donbass-Region als Voraussetzung für einen Frieden. Solche Vorschläge hatte Selenskij zuvor schon mehrfach abgelehnt.Ukraine: Angriff auf Schiffe in russisch besetzten GewässernDas ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben mit Drohnen fünf Schiffe in den Häfen von Mariupol und Berdjansk sowie in Küstengewässern der von Russland besetzten Gebiete angegriffen. Der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, teilt auf Telegram mit, es handele sich um Trockenfrachtschiffe und einen Tanker. Diese seien am „Diebstahl“ von ukrainischem Getreide und dem Umschlag von Militärgütern und Treibstoff beteiligt gewesen. Die Namen der Schiffe seien übermalt und ihre Radargeräte abgeschaltet worden. Das aserbaidschanische Außenministerium teilte auf Medienanfragen mit, dass bei einem Drohnenangriff auf die Frachtschiffe „Natra“ und „Zirkon“ in der Bucht von Taganrog im Asowschen Meer fünf Aserbaidschaner getötet wurden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Auf den beiden Schiffen würden sich insgesamt 25 aserbaidschanische Staatsbürger befinden. Das Ministerium stellte jedoch klar, dass die Schiffe nicht zu Aserbaidschan gehörten. Das Asowsche Meer ist Teil des Schwarzen Meeres, mit dem ​es über die ​Straße von Kertsch verbunden ist. Anrainer des Asowschen Meeres sind die Ukraine und Russland. Allerdings hat die Ukraine seit der russischen Invasion keinen Zugang mehr ‌zur Küste.Bundesregierung begrüßt Selenskij-Brief an PutinDie Bundesregierung begrüßt den Brief des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij an den russischen Staatschef Wladimir Putin. Es brauche jetzt aufseiten Russlands eine „ernsthafte Bereitschaft“, Verhandlungen über einen Frieden aufzunehmen, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Diese sei allerdings nicht in Sicht. Klar sei auch, dass an solchen Gesprächen auch Europa und die USA beteiligt sein müssten, erklärte der Sprecher. In dem Brief schlägt Selenskij ein persönliches Treffen mit Putin vor, um über einen Frieden zu verhandeln.Von der Leyen: Russlands Krieg könnte Bedrohung für osteuropäische EU-Staaten werdenDie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnt im Kontext einer Explosion im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța vor einer Bedrohung für alle Länder an der EU-Ostgrenze. "Unsere Solidarität mit jedem Mitgliedstaat, der diesen Bedrohungen ausgesetzt ist, ist absolut", erklärt von der Leyen auf der Online-Plattform X. Im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța ist eine Seedrohne explodiert. Bei der Detonation nahe einem Ölterminal gab es nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Bukarest keine Verletzten. Die ukrainische Marine teilte mit, es habe sich um eine eigene Drohne gehandelt. Das Objekt habe ​bei einem Einsatz im Schwarzen Meer durch russische Störsender die Orientierung verloren und sei abgetrieben. Die Ukraine habe die rumänischen Behörden ⁠vorab gewarnt.Die Drohne explodierte gegen 10.30 Uhr rund 500 Meter von dem Ölterminal entfernt. Zuvor war der Hafen evakuiert worden. Zudem brachten die Behörden vorsorglich ​mehr als ​1000 Menschen von nahegelegenen Stränden und aus dem Donaudelta in ‌Sicherheit, wie der stellvertretende Innenminister Raed Arafat mitteilte. Schiffe und ‌zwei Hubschrauber suchten das Gebiet nach weiteren Drohnen ab.Lilly ZerbstTote nach russischem Angriff nahe KiewBei einem russischen Drohnenangriff sind im Kreis Browary nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens vier Menschen getötet worden. Sieben weitere seien verletzt worden, schrieb der Gouverneur der Region Kiew, Mykola Kalaschnyk, bei Telegram. Russland habe ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie attackiert. Bei den Opfern handelt es sich demnach um Mitarbeiter. Teile des Gebäudes seien zerstört, es sei zu einem Brand gekommen, schrieb Kalaschnyk. Unter den Trümmern könnten sich noch zwei weitere Menschen befinden.Internationale Atomenergiebehörde: Feuerpause nahe AKW Saporischschja für ReparaturenEine von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ausgehandelte Feuerpause in der Nähe des ukrainischen ​Atomkraftwerkes Saporischschja ist in Kraft getreten. Dies ebne den Weg für dringend notwendige Reparaturen an der Stromleitung ⁠zum AKW, teilte die IAEA mit. Die Reparaturen seien erforderlich, um die Gefahr eines atomaren Unfalles zu verhindern. Techniker beider Seiten würden in ​den kommenden ​Tagen mit den Arbeiten beginnen.Das AKW mit ‌seinen sechs Reaktoren ist das größte Europas. ‌Im März 2022, kurz nach Beginn der groß angelegten russischen Invasion der Ukraine, brachten russische Truppen das Atomkraftwerk unter ihre Kontrolle. Immer wieder gab ​es rund um das ​nahe der Front gelegene AKW ​Kämpfe, auch auf dem Gelände selbst schlugen wiederholt Geschosse ein und verursachten Schäden. Das AKW ist aus Sicherheitsgründen nicht in Betrieb. In der Anlage befindet sich allerdings ‌radioaktives Material. US-Repräsentantenhaus billigt Paket für Ukraine-Hilfen und Russland-Sanktionen Das US-Repräsentantenhaus hat ein umfangreiches Gesetzespaket zu Ukraine-Hilfen und Sanktionen gegen Russland verabschiedet. Die Kammer stimmte mit 226 zu 195 Stimmen dafür, unterstützt von fast 20 Republikanern aus dem Lager von Präsident Donald Trump. Das von demokratischer Seite eingebrachte Gesetz muss noch vom Senat gebilligt werden und würde Trump danach zur Unterschrift vorgelegt – er könnte allerdings ein Veto einlegen.In dem Gesetz bekennt sich das Repräsentantenhaus zudem ausdrücklich zur Nato und zu Artikel 5. Russland wird zum sofortigen und bedingungslosen Abzug aus allen besetzten ukrainischen Gebieten einschließlich der Krim sowie Donezk und Luhansk aufgefordert. Vorgesehen sind außerdem Sanktionsmöglichkeiten unter anderem gegen Banken, den Energiesektor und hochrangige Politiker bis hin zu Präsident Wladimir Putin.Wadephul fordert Putin zu Verhandlungen mit Europäern auf Außenminister Johann Wadephul hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs aufgerufen – unter Beteiligung der Europäer. „Es ist jetzt an der Zeit, an den Verhandlungstisch zu kommen“, sagte Wadephul in Mexiko-Stadt.Er pochte darauf, dass Fragen wie Sicherheitsgarantien für die Ukraine und der EU-Beitrittsprozess nur mit EU und Deutschland verhandelt werden könnten. Zuvor hatte Ukraines Präsident Wolodimir Selenskij Putin direkte Gespräche angeboten.Putin zeigt sich bei Wirtschaftsforum weiter siegesgewiss Kremlchef Wladimir Putin beharrt auf seiner Forderung nach einer vollständigen russischen Kontrolle der Gebiete Donezk und Luhansk als Voraussetzung für einen Frieden in der Ukraine. Die Forderung sei kein Widerspruch zu der postulierten Dialogbereitschaft, sagte Putin beim Treffen mit ausländischen Nachrichtenagenturen.Der russische Präsident wiederholte dabei alte Thesen: Russland greife auf ganzer Front an, sagte er. Der Ukraine wiederum fehlten Soldaten, weil die monatlichen Verluste und Desertationen bei Weitem die Neurekrutierungen überstiegen. Das Defizit bezifferte er auf insgesamt 30 000 Mann pro Monat. Die Zahl von 15 000 laut Putin in die ukrainische Armee gepressten Rekruten steht dabei im Widerspruch zu den offiziellen Angaben aus Kiew. Danach werden mehr als 30 000 pro Monat neu gewonnen.Der russische Präsident verwies zur Begründung seiner Forderung nach dem gesamten Donbass auch auf Gebietsgewinne, die das russische Militär seinen Angaben nach ständig mache. Dabei liegt die von ihm angegebene Zahl von 2 440 Quadratkilometern ebenfalls deutlich über Kiews Angaben. Nach Berechnungen regierungsnaher ukrainischer Militärbeobachter hat die russische Armee mit abnehmendem Tempo seit Jahresbeginn knapp 700 Quadratkilometer erobert.Putin betonte, „wir sind zweifellos dazu bereit, mit der Ukraine eine Vereinbarung zu treffen“. Basis dafür seien jedoch die Abmachungen von Anchorage, betonte der Kremlchef. In der Stadt in Alaska hatte US-Präsident Donald Trump Putin im vergangenen Sommer empfangen. Konkrete Ergebnisse wurden danach allerdings nicht bekannt. Ukraine meldet Angriff auf russisches Patrouillenschiff vor der Krim Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben ein Schiff der russischen Küstenwache vor der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim beschädigt. „Ein Patrouillenschiff der Swetljak-Klasse wurde gejagt“, teilte der Chef der Einheit, Robert Browdi, bei Facebook mit. Dazu veröffentlichte er ein Video eines nächtlichen Drohnenflugs, das kurz vor dem mutmaßlichen Einschlag auf dem Schiff endet.Von russischer Seite wurde der Angriff nicht bestätigt. Das russische Militär informierte jedoch über ukrainische Drohnenflüge über der Krim und dem Schwarzen Meer, die demnach abgewehrt wurden. Russland: Erwarten bald Kontakt zu US-Gesandten Witkoff und KushnerDer russische Investitionsbeauftragte Kirill Dmitrijew rechnet der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA zufolge damit, dass es noch in dieser Woche Kontakt zu den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Trump, geben ​wird. Die beiden hatten bereits zuvor zwischen Russland und der Ukraine vermittelt. Die Friedensbemühungen gerieten ins Stocken, nachdem die USA und Israel am 28. Februar ⁠den Krieg gegen Iran begonnen hatten. Russland räumt erstmals gesunkene Ölförderung einRussland hat erstmals offiziell ​einen Rückgang seiner Ölförderung eingeräumt. „Die derzeitige Produktion ist in der Tat etwas niedriger als zu Beginn des Jahres“, sagte der für Energiefragen zuständige stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak auf dem Internationalen Wirtschaftsforum ​in Sankt Petersburg zu Journalisten. „Das liegt daran, dass einige unserer Ölraffinerien derzeit außerplanmäßig gewartet werden.“ Einen Grund für ⁠diese Arbeiten nannte Nowak nicht. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Raffinerien in den vergangenen Monaten jedoch verstärkt, was zu erheblichen Produktionsausfällen führte.Nach Angaben ‌der Internationalen Energieagentur (IEA) sank die russische Rohölproduktion im April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 460 000 Barrel pro Tag ‌auf rund 8,8 Millionen Barrel.Während ​Russland bei seinen Angriffen vor allem ​die ukrainische Energieversorgung ins Visier nimmt, greift die Ukraine seit Monaten verstärkt russische Ölanlagen an. Sie will damit eine wichtige Einnahmequelle der russischen Führung zur Finanzierung ihres Angriffskriegs schwächen. Russland verbot in dieser Woche angesichts der ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien und andere Energieinfrastruktur die Ausfuhr von Flugtreibstoff bis zum 30. November. Ziel sei es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu gewährleisten, teilte die Regierung mit.Mehr ladenTickarooLive Blog Software