Stadt und Kanton Zürich haben sich am Neumühlequai einen irrwitzigen Streit um einen Veloweg geliefert – jetzt sperrt die Stadt die Kreuzung für eine Velo-DemoDie Kantonspolizei pocht darauf, dass der Knotenpunkt «nicht blockiert» werden dürfe.03.06.2026, 05.00 Uhr3 LeseminutenDie Veloaktivisten demonstrieren gegen den Kanton, weil er die temporäre Velospur am Neumühlequai entfernen liess.KeystoneAm Mittwoch ist «World Bicycle Day», ein Tag, den die Velolobby in der Stadt Zürich jeweils mit einer Grossdemonstration begeht. Für gewöhnlich trudeln die Velofahrerinnen und Velofahrer am Vorabend auf dem Helvetiaplatz im Kreis 4 ein und pedalen dann durch die Innenstadt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Dieses Mal allerdings haben sich die Aktivisten etwas Besonderes ausgedacht: Sie werden bei der kantonalen Verwaltung am Neumühlequai vorstellig. Bei jener kantonalen Verwaltung, die am Neumühlequai aus Sicht der Demonstranten «den Rückbau der Velowege in einer rücksichtslosen Nacht-und-Nebel-Aktion durchgeboxt» hat.Die Veloaktivisten knüpfen direkt an einen politischen Streit an, den sich Stadt und Kanton in diesem Frühling geliefert haben. Mitte März hob die Stadt eine von drei Fahrspuren auf dem Neumühlequai auf, um darauf einen Velostreifen einzurichten. Der Regierungsrat sah den Antistauartikel verletzt, schrieb der Stadt zunächst einen scharfen Brief und liess die Spur dann Ende März entfernen.Weil die Stadt mit Blick auf das neue Verkehrsregime zusätzlich die Grünphase beim Autobahntunnel Schöneich verkürzt hatte, kam es dort zu Rückstau im Autobahntunnel. Dagegen protestierte sogar der Bund. Die Stadt hat fürs Erste eingelenkt, der Rechtsstreit läuft noch.Die Veloaktivisten hatten bereits im März gegen das Vorgehen des Kantons protestiert – zu einem Zeitpunkt, als es den temporären Velostreifen noch gab, der Kanton dessen Entfernung aber angekündigt hatte. Damals folgte bloss ein versprengtes Grüppchen Velofahrer dem kurzfristigen Aufruf. Das dürfte nun aber anders sein.Dominik Ogilvie von den «Velomenschen Zürich» rechnet mit zirka 3000 Demo-Teilnehmern. Nach der Besammlung auf dem Walcheplatz startet der Velotross Richtung Stampfenbachplatz, um dann direkt auf den Neumühlequai einzubiegen. Die Route führt weiter über das Seefeld, via Hardbrücke in den Kreis 5 und zurück in den Kreis 4. Sie endet beim Helvetiaplatz.Ogilvie sagt: «Die Leute in den Amtsstuben sollen einmal die Masse von Personen aus dem Kanton sehen, welche verlangen, dass dieser sich auch einmal für die Verkehrssicherheit der Velofahrenden einsetzt.» Am Neumühlequai bestehe für Velofahrende seit Jahren eine Netzlücke, die nicht geschlossen werde.Die Demonstranten kritisieren den Kanton auch darüber hinaus – unter anderem dafür, dass er die Velobahn Limmattal zurückgestellt habe sowie Schwachstellen im Velonetz nicht behebe. Dafür schaffe er «in der Limmatstadt neue» – Letzteres eine Anspielung auf das Hin und Her am Neumühlequai. Auch die Stadt macht in den Augen der Veloaktivisten zu wenig: Sie müsse bei der Umsetzung der Velorouteninitiative endlich «einen höheren Gang einlegen».Die Stadt hat die Demonstration geprüft und bewilligt. Dabei hat sie sich mit der Kantonspolizei abgesprochen. Diese habe zusätzliche Auflagen eingebracht, schreibt das Sicherheitsdepartement auf Anfrage. So darf bei der Besammlung «der Knoten Neumühlequai/Walchestrasse/Walchebrücke nicht blockiert» werden. Und die Demo darf das übergeordnete Strassennetz nicht beeinträchtigen. Automobilisten müssen am Mittwoch ab 18 Uhr 30 mit Einschränkungen rechnen.Mit der Routenwahl können die Veloaktivisten den Neumühlequai zumindest einmalig in Beschlag nehmen. Ob die Demo aber beim Adressaten, der Kantonsverwaltung, auf grossen Widerhall stossen wird, ist fraglich. Zu dem Zeitpunkt, da die Velofahrer demonstrieren, dürften die meisten Mitarbeitenden längst im Feierabend sein.Passend zum Artikel
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Die Kantonspolizei pocht darauf, dass der Knotenpunkt «nicht blockiert» werden dürfe.
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