Das Wichtigste zum Start in den Tag: Keine Ruhe in der FDP ++ EU will Abschiebezentren in Drittstaaten ++ Syriens Ex-Geheimdienstchef in Wien vor Gericht02.06.2026, 05.59 Uhr5 LeseminutenDas lesen Sie nur in der NZZ: Firmen wollen mit KI schneller werden und mit weniger Personal auskommen. Aber Führungskräfte sollten genau durchdenken, wie sie KI und ihre Belegschaft aufeinander loslassen. Die Maschine arbeitet zwar immer besser, doch am Ende urteilt der Mensch. Zum «NZZ Pro»-KommentarOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Wichtigste am MorgenAuch nach der Kampfabstimmung streiten der neue FDP-Chef und seine RivalinDas ist passiert: Nach der Wahl von Wolfgang Kubicki am Samstag kommt die FDP nicht zur Ruhe. Der verbale Schlagabtausch zwischen dem neuen Parteichef und seiner innerparteilichen Rivalin, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ist in eine neue Runde gegangen. Von Versöhnung scheint zumindest verbal keine Spur. Auf die Frage, wie er seine Kontrahentin und ihr Lager für sich gewinnen wolle, sagte Kubicki nur: «Gar nicht.» Zum BerichtDarum ist es wichtig: Strack-Zimmermann und Kubicki verkörpern einen Richtungsstreit in der FDP, der auf dem Parteitag wieder aufbrach. Der sozialliberale Flügel will den Freiheitsbegriff breit auslegen, verschiedene Politikfelder bespielen und sich klar von der AfD abgrenzen. Der wirtschaftsliberale Flügel, für den Kubicki steht, will sich auf Wirtschaftskompetenz konzentrieren. Im Umgang mit der AfD seien die eigenen inhaltlichen Überzeugungen entscheidend – nicht die Positionen der AfD.Die EU ermöglicht Abschiebezentren in DrittstaatenDas ist passiert: Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten haben sich am Montagabend auf Verschärfungen in der Migrationspolitik geeinigt. Geplant sind «Rückkehrzentren» in Drittstaaten und die Verschärfung weiterer Gesetze, um mehr Abschiebungen zu ermöglichen. Damit die neuen Regeln in Kraft treten, müssen Parlament und EU-Staaten dem Kompromiss noch final zustimmen, was in der Regel eine Formalie ist. Zum BerichtDarum ist es wichtig: In sogenannte Return-Hubs ausserhalb der EU sollen abgelehnte Asylbewerber kommen, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden können. Wo sie errichtet werden könnten, ist noch unklar. Deutschland sucht mit anderen EU-Staaten nach Ländern, die bereit wären, auf ihrem Staatsgebiet solche Einrichtungen zu errichten.Syriens Ex-Geheimdienstchef muss sich in Wien wegen Folter verantwortenDas ist passiert: In Österreich steht der ranghöchste Vertreter des gestürzten syrischen Regimes vor Gericht. Der heute 63-jährige Khaled al-Halabi soll als Geheimdienstchef systematische Folter veranlasst haben. Auch sexuelle Nötigung und Körperverletzung werden ihm zur Last gelegt. Im Strafprozess gibt sich der mutmassliche Mossad-Doppelagent ahnungslos. Neben ihm ist auch ein ehemaliger Kriminalbeamter des Asad-Regimes angeklagt. Zum BerichtDarum ist es wichtig: Syrien ist kein Vertragsstaat des Internationalen Strafgerichtshofs, und die Vetomacht Russland lehnt die Errichtung eines Uno-Sondertribunals ab. Daher sehen Juristen den Prozess derzeit als einzige Möglichkeit, Schergen Asads juristisch zur Verantwortung zu ziehen.Das ist der Hintergrund: Österreichs Verfassungsschutz verhalf Halabi auf Gesuch des Mossad zur Einreise und zum Flüchtlingsstatus. Für den israelischen Geheimdienst hatte Halabi angeblich ebenfalls gearbeitet. Zunächst floh er nach Frankreich, doch dort hatte er nur geringe Aussicht auf Asyl, da früh eine Beteiligung an Kriegsverbrechen vermutet wurde.Was sonst noch passiert istDonald Trump lässt Pläne für Entschädigungsfonds fallen: Nach überparteilicher Kritik macht das US-Justizministerium einen Rückzieher bei seinem Entschädigungsfonds. Angebliche Justiz-Opfer der Vorgängerregierung sollen doch nicht finanziell entschädigt werden. Vorgesehen waren dafür rund 1,8 Milliarden Dollar. Zum BerichtNicht erst seit Trump ranken sich Gerüchte um den Gesundheitszustand von US-Präsidenten: Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es bereits zu grossen Vertuschungen kam. Ärzte attestieren Trump wie auch seinem Vorgänger Joe Biden eine tadellose Gesundheit. Andere warnen, die Bedrohung, die von ihm ausgehe, sei zu hoch, um zu schweigen. Zum BerichtAnthropic geht an die Börse: Die für viele derzeit führende KI-Firma hat ihren Börsengang angekündigt. Es dürfte einer der grössten des Jahres werden. Weil Finanzzahlen, erwartete Risiken und Wachstumsstrategien erst kurz vor Börsengang eingesehen werden können, ist über die wirtschaftliche Situation des mit 965 Milliarden Dollar bewerteten Startups nur wenig bekannt. Zum BerichtEin rechter Hardliner könnte Kolumbiens neuer Präsident werden: Abelardo de la Espriella orientiert sich an Donald Trump und Javier Milei. Der 47-jährige Anwalt und Unternehmer hat den ersten Wahlgang überraschend deutlich gewonnen. Nun gilt er als Favorit für die Stichwahl am 21. Juni. Zum «NZZ Pro»-PorträtIn Frankreich ist erneut eine Fussball-Siegesfeier eskaliert: Wie im Vorjahr kam es nach dem Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain zu schweren Ausschreitungen. Bereits vor zwei Jahren hatte Präsident Emmanuel Macron vor einer «Entzivilisierung» der Gesellschaft gewarnt. Zum KommentarDas empfehlen wir heuteFoto: Federico Patellani80 Jahre Frauenstimmrecht: Die italienische Frau war immer eine Projektionsfläche für romantische Sehnsüchte, Männerphantasien und traditionelle Rollenbilder. Achtzig Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts befinden sich Frauen in Italien an allen möglichen Schalthebeln. Trotzdem zählen sie noch nicht zum Normalbestand des politischen Betriebs. Zum HintergrundPromis als Werbegesichter: Das Märchen ist alt, aber die Marketingabteilungen servieren es den Konsumenten stets wieder aufs Neue. Es ist die Erzählung von der tiefen Verbundenheit eines Werbeträgers mit einer Marke. Aber Prominente werben schamlos für alles Mögliche. Was bringt das den Unternehmen? Zum HintergrundRoboter im Krieg: Bodenroboter galten lange Zeit als teure Spielerei. Mittlerweile nutzt die Ukraine Tausende von ihnen, um Soldaten aus der Todeszone an der Front zu holen. Das ist die nächste Stufe der Automatisierung des Krieges. Zum «NZZ Pro»-HintergrundUnsere Empfehlung für «The Market»-AbonnentenRisikoloser Zins – die Suche nach dem neuen Anker: Amerikanische Staatsanleihen handeln mit einer Risikoprämie. Dadurch schrumpft auch der Renditeunterschied zu Unternehmensanleihen. Die Top-Schuldner Johnson & Johnson und Microsoft werden dank ihrem AAA-Rating inzwischen wie US-Treasuries behandelt. Das wirft Fragen nach der echten risikolosen Anlage auf. Zum BerichtBevor Sie weitergehen🎧 Hören: Spanien gilt weltweit als Vorreiter in der Prävention von Femiziden. Ein Grund dafür ist das Warnsystem Viogén. Aber im Fall der 30-jährigen Amal hat es nicht funktioniert. Die Auslandredaktorin Julia Monn berichtet in «NZZ Akzent» von dem Fall. Zum Podcast🪐 Entdecken: Mit «NZZ Quantensprung» eröffnen wir Ihnen eine Themenwelt, die den Blick auf die grossen Fragen von Wissenschaft und Technologie richtet. Jeden Freitag präsentiert unsere Wissenschaftsredaktion eine Idee und diskutiert ihre möglichen Auswirkungen auf die Welt. Newsletter abonnierenWir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.Klaus Bardenhagen, Natalie Mayroth und Jana SchmidDas Briefing erscheint wochentags um 6 und 17 Uhr. Samstags gibt es eine Wochenendausgabe um 7 Uhr.