Das Wichtigste zum Start in den Tag: Millionenklage ehemaliger Mitarbeiter gegen die Deutsche Bank ++ Radikaler Mahdismus in Iran ++ Ursula von der Leyens Macht in der EU28.05.2026, 06.07 Uhr5 LeseminutenDas lesen Sie nur in der NZZ: «Das machen die Bürger nicht mehr mit», sagt Gunther Schnabl zur immer höheren Verschuldung der EU-Staaten. Er ist Direktor des Flossbach von Storch Research Institute und Professor an der Universität Leipzig. Im Gespräch wirft Schnabl der EU Planwirtschaft und eine verfehlte Klimapolitik vor. Auch Deutschland kritisiert er scharf. Zum «NZZ Pro»-InterviewOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Wichtigste am MorgenEine Millionenklage belastet die Deutsche Bank und ihren Chef Christian SewingDas ist passiert: Sechs ehemalige Investmentbanker der Deutschen Bank haben Klage gegen ihren früheren Arbeitgeber eingereicht. Dieser soll durch unvollständige und unrichtige Angaben bei Untersuchungen zum «Projekt Santorini» im Jahr 2012 Strafverfahren gegen sie ausgelöst haben. Damit habe die Deutsche Bank ihren Ruf ramponiert und ihre weiteren Karrieren zerstört. Die Banker fordern nun Schadenersatz in Höhe von über 630 Millionen Franken. Zum BerichtDarum ist es wichtig: Die Banker waren in erster Instanz wegen Betrugs zu Freiheitsstrafen verurteilt worden, das oberste Gericht in Italien erklärte sie später jedoch für unschuldig. Die Klagen sind pikant, weil Konzernchef Christian Sewing in ihnen eine zentrale Rolle spielt. Deswegen überschatten sie auch die heutige Hauptversammlung der Deutschen Bank. Sewing war zum Zeitpunkt der fraglichen Untersuchungen Leiter der internen Revision.Ein radikaler Endzeitkult bestimmt zunehmend die iranische PolitikDas ist passiert: Seit dem Beginn des Krieges zwischen Iran und den USA gewinnt eine radikale Randströmung in Iran an Einfluss: der Mahdismus. Dessen Anhänger glauben, dass der Imam Mahdi, der im 9. Jahrhundert verschwand, inmitten von globalen Wirren als endzeitlicher Erlöser erscheinen und in einem apokalyptischen Endkampf das Böse zu besiegen wird. Voraussetzung für seine Rückkehr ist die «Befreiung Jerusalems» – was aus iranischer Sicht der Vernichtung Israels entspricht. Zum «NZZ-Pro»-HintergrundDas sind die Folgen für den Iran-Krieg: In jüngster Zeit torpedierten Anhänger des Mahdismus die Verhandlungen mit den USA. CNN-Recherchen zeigen, wie eine einflussreiche Gruppierung namens Jebhe-ye Paydari – zu Deutsch: Front der Ausdauer – ein neues Abkommen mit den USA verhindert. Ihr spiritueller Anführer, Ayatollah Mohammad Mehdi Mirbagheri, forderte bereits 2019 einen «umfassenden Krieg, um die Wiederkehr des Mahdi zu beschleunigen».Darum ist es wichtig: Im Denken der nachrückenden, extrem ideologischen Generation von Regimeanhängern sind Chaos und Zerstörung nichts Unerwünschtes, sondern ein notwendiger Schritt zur Erlösung. Das hat das Potenzial, grundlegende Regeln der Geopolitik ausser Kraft zu setzen. Denn wo statt Selbsterhalt die bedingungslose Opferbereitschaft an erster Stelle steht, hat Abschreckung keine Wirkung mehr. Dann wird Eskalation auf Dauer unausweichlich.Das ist die Rolle Katars: Das Land spielt in den Verhandlungen mit Iran eine immer prominentere Rolle. Doch Katar sucht bewusst nicht das Rampenlicht, sondern überlässt die Vermittlerrolle vordergründig Pakistan. Nach Irans Angriffen möchte man nicht als zu iranfreundlich erscheinen. Zum BerichtWas sonst noch passiert istUrsula von der Leyen nutzt jede Krise, um ihre Macht zu vergrössern: Sie hat weder das Charisma einer «Eisernen Lady», noch ist sie eine Mutterfigur wie Merkel. Dennoch ist unübersehbar, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mehr als andere und stärker als in ihrer ersten Amtszeit Kontrolle und Kompetenzen im EU-Apparat an sich zieht. Zum NZZ-Pro-HintergrundDie grösste türkische Oppositionspartei steht vor einer Zerreissprobe: Ein Gerichtsurteil hat den Machtkampf in der CHP offengelegt. Auf der einen Seite steht die neue CHP unter Özgür Özel, auf der anderen die alte Garde unter Kemal Kilicdaroglu. Lachender Dritter dieser Rivalität ist der mächtigste Mann im Land: Recep Tayyip Erdogan. Zum «NZZ Pro»-BerichtNorwegen rückt unter Frankreichs nuklearen Schutzschirm: Beide Länder haben ausserdem ein Verteidigungsabkommen mit einer Beistandsklausel im Falle eines Angriffs vereinbart. Präsident Emmanuel Macron hatte im März einen Ausbau von Frankreichs atomarer Abschreckung samt Ausdehnung auf Verbündete in Europa angekündigt. Hintergrund sind die russische Bedrohung sowie Unsicherheiten mit Blick auf die USA. Zum BerichtDie Hamas bestätigt den Tod ihres neuen Führers Mohammed Odeh: Er ist bei einem Luftangriff der israelischen Armee am Dienstag im Gazastreifen getötet worden. Auch am Mittwoch griff Israels Armee laut eigenen Angaben im nördlichen Gazastreifen zwei ranghohe Mitglieder der islamistischen Terrororganisation Hamas an. Zum Live-TickerTrumps einstige Justizministerin Pam Bondi sitzt nun in einem Beratungsausschuss zur KI-Politik: Bondi war seit ihrer Entlassung als Ministerin im April aus der Öffentlichkeit verschwunden. Grund war laut Medienberichten eine Krebsdiagnose. Nun wird Bondi Teil des Präsidentenrats für Wissenschaft und Technologie. Zu den neuesten EntwicklungenCrystal Palace gewinnt die Conference League: Die Londoner schlagen Rayo Vallecano 1:0 und sichern sich den ersten internationalen Titel. Vier Jahre nach dem Triumph mit Eintracht Frankfurt krönt sich der Coach Oliver Glasner erneut auf europäischer Bühne. Zum BerichtDas empfehlen wir heuteFoto: Jesus Vargas / GettySpielball der Mächte: Bis zum Ende des Kalten Krieges prägten in Lateinamerika rechte Militärregime und linke Diktatoren das Bild. Seither haben die meisten Länder einen markanten Wandel vollzogen: Demokratisierung, Ausbreitung der Drogenmafia und rasch wachsender Einfluss Chinas. In den kommenden Jahren dürfte sich der Kampf zwischen China und den USA um Einfluss in Lateinamerika intensivieren. Zum KommentarDicker Panzer: Pinselfüsser sind nur vier Millimeter lang. Ihr ganzer Körper ist mit federartigen Borsten bedeckt, die einen Schutzschild gegen Fressfeinde wie Spinnen oder Ameisen bilden. Doch um sich effizient gegen Feinde zu verteidigen, haben diese Insekten eine grauenvolle Waffe. Zur Kolumne «Wild und wundersam»Alternative aus Frankreich: Das Bundesinnenministerium, dem der Verfassungsschutz unterstellt ist, liebäugelt damit, die Überwachungssoftware Gotham der US-Firma Palantir zu nutzen. Doch das Unternehmen steht immer wieder in der Kritik. Daher baut der Verfassungsschutz auf die europäische Alternative Chaps Vision. Dieser Schritt birgt jedoch auch Risiken. Zum «NZZ Pro»-HintergrundUnsere Empfehlung für «The Market»-Abonnenten«Wir setzen auf Unternehmen mit hohem Service-Anteil»: Eric Chassot und Sylvain Bornand, Portfoliomanager der Waadtländischen Kantonalbank, sprechen mit «The Market» über Chancen im Schweizer Gesundheitssektor und erklären, warum sie bei der Auswahl von Industrietiteln selektiver und defensiver geworden sind. Zum InterviewBevor Sie weitergehen🎧 Hören: Der Ebola-Ausbruch in Kongo-Kinshasa weitet sich aus. Mindestens 900 Menschen sind infiziert. Doch die Zahl dürfte laut Experten deutlich höher liegen. Erschwerend komme hinzu, dass der alte Impfstoff nicht gegen den derzeit zirkulierenden Ebola-Stamm helfe, sagt Wissenschaftsredaktorin Stephanie Lahrtz. In «NZZ Akzent» erklärt sie, inwiefern die finanziellen Kürzungen von Donald Trump für Hilfsorganisationen die Eindämmung des Virus erschweren. Zum Podcast📖 Lesen: «Arendal» ist der fünfte Band von Karl Ove Knausgårds «Morgenstern»-Romanzyklus. Darin brechen metaphysische, bisweilen apokalyptische Erfahrungen über den Alltag seiner Protagonisten herein. Im neuen Roman ist es die Liebe, die das bürgerliche Leben durcheinanderbringt. Zur RezensionWir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.Ulrike Putz, Klaus Bardenhagen und Lillybelle EiseleDas Briefing erscheint wochentags um 6 und 17 Uhr. Samstags gibt es eine Wochenendausgabe um 7 Uhr.
Briefing am Donnerstagmorgen
Das Wichtigste zum Start in den Tag: Millionenklage ehemaliger Mitarbeiter gegen die Deutsche Bank ++ Radikaler Mahdismus in Iran ++ Ursula von der Leyens Macht in der EU











