Das Wichtigste zum Start in den Tag: Rechtsextremer könnte Oberbürgermeister werden ++ Türkische Oppositionspartei CHP gespalten ++ Jill Biden spricht über Aussetzer ihres Mannes01.06.2026, 05.54 Uhr5 LeseminutenDas lesen Sie nur in der NZZ: In Asien und Afrika werden die Folgen des Iran-Kriegs zur existenziellen Bedrohung. Die Dieselpreise haben sich verdoppelt, Beamte haben nur noch eine Vier-Tage-Woche, die Garküchen sind geschlossen. Die Auswirkungen der enormen Energiepreise zeigen sich in vielen Schwellenländern immer stärker, berichten NZZ-Korrespondenten vor Ort. Zum «NZZ Pro»-HintergrundOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Wichtigste am MorgenEine Stadt in Sachsen könnte einen Rechtsextremen zum Oberbürgermeister wählenDas ist passiert: Stefan Hartung ist Mitgründer der Freien Sachsen, einer Sammelorganisation für Rechtsextreme, und gehört der belegt verfassungsfeindlichen Partei Die Heimat an. Hartung könnte am Sonntag in der Stichwahl Oberbürgermeister von Aue-Bad Schlema im Erzgebirge werden – im ersten Wahlgang erhielt er mit 29 Prozent die meisten Stimmen. Der 37-Jährige wäre wohl der erste Oberbürgermeister der deutschen Nachkriegsgeschichte, der einer neonazistischen Partei angehört. Zur ReportageDarum ist es wichtig: Der Oberbürgermeister von Aue ist Wahlbeamter, und somit muss seine Verfassungstreue belegbar sein. In Hartungs Fall könnte das schwierig werden. Selbst wenn er die Wahl gewinnen sollte, besteht also eine gute Chance darauf, dass ihm verwehrt wird, das Amt anzutreten. Man kann sich ausmalen, welchen Eindruck das den von Politik und Demokratie Enttäuschten im Erzgebirge vermitteln würde.Bei der türkischen Opposition herrschen Frust und AngstDas ist passiert: Vor zehn Tagen hat ein Gerichtsurteil in Ankara einen existenziellen Kampf in der grössten Oppositionspartei der Türkei, der CHP, losgetreten. Er dreht sich letztlich um die Frage, wer die Macht in der Oppositionszentrale innehat: der CHP-Reformflügel unter Özgür Özel oder die alte Garde um Kemal Kilicdaroglu? Am Samstag haben sich der ehemalige und der gegenwärtige Chef der CHP bei Parallelveranstaltungen an ihre Anhänger gewendet. Zur ReportageDarum ist es wichtig: Ein Besuch beider Veranstaltungen in Ankara zeigte den Missmut der Oppositionsanhänger über die Selbstzerfleischung ihrer Partei. Die Menschen sind zudem wütend auf die Regierung, der sie vorwerfen, mit politisch motivierten Gerichtsurteilen die Spaltung der CHP voranzutreiben. Kilicdaroglu wird von vielen als Marionette der Regierung wahrgenommen, die die Partei schwächen will. Nur fünf Prozent der CHP-Wähler sind in jüngsten Meinungsumfragen für Kilicdaroglu als Parteichef.Was sonst noch passiert istEin Rechtsaussenkandidat gewinnt den ersten Wahlgang in Kolumbien: Abelardo de la Espriella ist bei der Präsidentschaftswahl vor dem Linkskandidaten Iván Cepeda gelandet. Die Wähler setzen auf eine harte Hand gegen Guerilla und Kriminalität. Über das Präsidentenamt entscheidet eine Stichwahl am 21. Juni. Zum BerichtPete Hegseth hält in Singapur eine zahme Rede: Der US-Verteidigungsminister will nicht das Fundament gefährden, das Donald Trump und Xi Jinping bei ihrem Treffen für die amerikanisch-chinesischen Beziehungen gelegt hatten. Taiwan erwähnt er beim Shangri-La-Sicherheitsforum gar nicht. Die USA würden sich im asiatischen Raum langfristig militärisch engagieren, doch Partner müssten ihren Beitrag leisten. Zum «NZZ Pro»-BerichtIsrael weitet die Bodenoffensive in Südlibanon aus: Während die USA und Iran über eine Verlängerung der Waffenruhe verhandeln, vergrössert Israel seine militärische Pufferzone im Nachbarstaat Libanon und besetzt die historische Burg Beaufort. Zum BerichtDie Taliban erlauben die Kinderehe und erschweren Frauen die Scheidung: Das islamistische Regime in Afghanistan schränkt die Rechte der Frauen immer weiter ein. Ein neues Dekret erlaubt es Vätern, ihre Töchter noch vor der Pubertät zu verheiraten. Eine Scheidung ist für Frauen nahezu unmöglich. Zum BerichtJill Biden gibt ihr erstes Interview als ehemalige First Lady: Sie gilt als wichtigste Einflüsterin des früheren US-Präsidenten Joe Biden. Nun spricht sie erstmals über den geistigen Abbau ihres Mannes. Bei der verhängnisvollen Fernsehdebatte, die den Wahlkampf 2024 auf den Kopf stellte, habe sie zunächst einen Schlaganfall vermutet. Zum BerichtHamburgs Bürger stimmen gegen eine Olympia-Bewerbung: In einem Referendum haben sie mit 54,9 Prozent der Stimmen eine Bewerbung auf die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 abgelehnt. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet im September, mit welcher Stadt oder Region er in den internationalen Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele zieht. Zu den Kurzmeldungen aus DeutschlandDie Schweiz ist Eishockey-Vizeweltmeister: Den WM-Final in Zürich haben die Schweizer gegen Finnland in der Verlängerung mit 0:1 verloren. Damit warten sie nach fünf Endspielen seit 2013 weiter auf den ersten Titel. Finnland hingegen ist zum fünften Mal Weltmeister. Zum BerichtDas empfehlen wir heuteIllustration: Simon Tanner / NZZFast Food: Hochverarbeitete Lebensmittel ruinieren angeblich unsere Gesundheit. Doch es ergibt keinen Sinn, Produkte zu verteufeln, nur weil sie industriell stark verarbeitet sind. Denn nicht alle schaden der Gesundheit. Ernährungsfachleute aus den USA versuchen nun, die Kategorie «hochverarbeitet» auf absurde Weise zu retten. Dabei sollte man sie einfach abschaffen. Zum KommentarTiefer Graben: In Polen stehen sich Konservative und Liberale unversöhnlich gegenüber. Sie leben immer mehr in unterschiedlichen Realitäten. Das macht sich bis in die Familien hinein bemerkbar. Ein Ausweg ist nicht in Sicht. Zum «NZZ Pro»-Hintergrund Frankreichs Finanzen: Anfang des 18. Jahrhunderts versprach der Bankier John Law, das verschuldete Königreich Frankreich mit Papiergeld und Kredit zu retten. Für kurze Zeit funktionierte das Wunder. Dann versank Paris in einer gewaltigen Spekulationsblase, deren Nachwirkungen Frankreich bis heute prägen. Zum «NZZ Pro»-HintergrundUnsere Empfehlung für «The Market»-AbonnentenKonsolidierung schafft Chancen im europäischen Bausektor: Steigende Zinsen und der Krieg in Iran belasten Europas Bauaktien. Das deutsche Infrastrukturprogramm läuft nur langsam an. Aktien wie Implenia oder Strabag haben deshalb korrigiert. Nun zeigt sich, welche Titel weiter überzeugen. Zur AnalyseBevor Sie weitergehen🎧 Hören: Wenn der Raumfahrtkonzern SpaceX an die Börse geht, könnte sein Gründer Elon Musk der erste Billionär werden. Doch die Bewertung des Unternehmens basiert auf Zukunftsvisionen. Das Risiko sei beträchtlich, erklärt Wirtschaftsredaktorin Malin Hunziker in «NZZ Akzent»: «Man kauft sich da in eine Wette ein.» Ob die Hoffnungen sich bewahrheiten, wisse niemand. Und diese Wette dürfte viele Anleger konkret betreffen – denn SpaceX-Aktien seien bald in vielen Anlageprodukten enthalten. Zum Podcast📺 Sehen: Vor einem Jahr trat Friedrich Merz an, um zu reformieren. Deutschland sollte endlich, nach Jahren der Stagnation, zurückfinden in die Erfolgsspur. Heute fragt sich das Land, was davon übrig ist. Mariam Lau ist Berlin-Korrespondentin der «Zeit» und Merz-Biografin. In «NZZ Standpunkte» spricht Chefredaktor Eric Gujer mit ihr über den Kanzler und die deutsche Gegenwart. Zum VideoWir wünschen Ihnen einen guten Start in die neue Woche.Klaus Bardenhagen und Ulrike PutzDas Briefing erscheint wochentags um 6 und 17 Uhr. Samstags gibt es eine Wochenendausgabe um 7 Uhr.
Briefing am Montagmorgen
Das Wichtigste zum Start in den Tag: Rechtsextremer könnte Oberbürgermeister werden ++ Türkische Oppositionspartei CHP gespalten ++ Jill Biden spricht über Aussetzer ihres Mannes










