Der Kanzler ist in seinem ersten Jahr im Amt bekanntlich viel unterwegs gewesen. All jene, die ihn deswegen einen Außenkanzler nannten und das keineswegs nett meinten, belehrte er dahingehend, dass Außen- und Sicherheitspolitik immer auch Wirtschafts- und somit Innenpolitik seien. Zuletzt jedoch ist Friedrich Merz auffällig wenig verreist, und das aus guten Gründen. Der Kanzler müsste seine Tage schon in einer sauerländischen Einsiedelei verbringen, um nicht mitzubekommen, dass er sich dringend um seine Koalition kümmern sollte.Inzwischen, schreibt mein Kollege Daniel Brössler in seinem Kommentar, reichten die Gedankenspiele schon von einer Minderheitsregierung bis zur Idee, Merz durch den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst zu ersetzen. Was er aber auch schreibt: „Vernünftigerweise bleibt Kanzler und Koalition keine andere Wahl, als sich zusammenzureißen.“Wohin es führt, wenn die Vernunft in der Politik zur Sekundärtugend wird, lässt sich in den USA beobachten. Dort nämlich stellt sich laut unserem US-Korrespondenten Boris Herrmann derzeit die Frage: Kann Trump das Wahlsystem schneller zu seinen Gunsten umbauen, als sich die Wähler von ihm abwenden?Falls Ihnen das immer noch nicht aufregend genug ist, können Sie sich noch dem Sachverständigenrat für Wirtschaftsfragen zuwenden: Der hat am Mittwoch nicht nur seine Wachstumsprognose für Deutschland halbiert, sondern auch noch deutliche Einschnitten im Sozialstaat gefordert und davor gewarnt, wie sehr China den deutschen Produzenten im Nacken sitze. Passenderweise kann die Bundeswirtschaftsministerin das an diesem Donnerstag gleich vor Ort besichtigen: Katherina Reiche ist in China unterwegs – eine nicht unkomplizierte Reise.Was heute wichtig istIran und USA melden Angriffe rund um die Straße von Hormus. Im Süden Irans sind nahe der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus drei Explosionen gemeldet worden. Die USA haben den Angriff auf das iranische Militärgelände bestätigt. Iran soll zuvor vier Drohnen auf Schiffe abgefeuert haben. Zum Liveblog zum Krieg in NahostKrieg in Nahost: Israel will Angriffe gegen Libanon noch verstärkenEXKLUSIV Grünen-Mitglieder ziehen gegen Parteispitze vor Gericht. Mehr Tempo, weniger Mitbestimmung auf Parteitagen: Der Vorstand der Grünen plant eine umfassende Parteireform. Doch nun haben 130 Mitglieder beim Landgericht Berlin einen Eilantrag gegen die geplante Urabstimmung zur Satzungsreform eingereicht. Zum ArtikelNeue Strategie: Grüne setzen wieder auf die Liebe zur NaturMerz signalisiert: Ich bleibe Kanzler und will Veränderungen. Bei einer CDU-Veranstaltung unterstreicht Bundeskanzler Friedrich Merz seine Reformambitionen. Er sei „mit aller Kraft entschlossen“, einen neuen Aufbruch in Deutschland zu schaffen – zusammen mit der SPD. Auf Spekulationen über einen möglichen Kanzlerwechsel geht er nicht ein. Zum Liveblog zur BundespolitikBaugesetz: Bundesregierung beschließt Vorfahrt für den WohnungsbauEU will vorerst keinen Russland-Gesandten ernennen. Die EU verzichtet zunächst darauf, einen Chefverhandler für mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland zu benennen. Stattdessen soll zuerst geklärt werden, mit welcher Strategie und über welche Punkte die EU überhaupt mit Russland sprechen würde. Zum Liveblog zum Krieg in der UkraineAtomkraft wird weltweit ausgebaut. Ein neuer Bericht der Internationalen Energieagentur zeigt: Global wird mehr auf Kernkraft und erneuerbare Energien gesetzt, die Investitionen im Ölsektor gehen zurück. Mehr als 80 Milliarden Dollar fließen in diesem Jahr in die Atomkraft. Zum ArtikelEnergiewirtschaft: Kanada soll Flüssiggas nach Deutschland liefernWeitere wichtige ThemenFinale der Conference League: Oliver Glasners nächster CoupFrench Open: Zverev locker in Runde drei – Lys leidetNachruf auf Klaus Emmerich: Der fleißige BerserkerHorst Seehofer und Gregor Gysi im Interview: „Die Menschen wollen Politiker und Politikerinnen, die anpacken und Probleme lösen möchten“Die Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-AboDigitalwende: So will die EU neue Satellitenmobilfunk-Anbieter auswählen. Die EU-Kommission plant die Vergabe neuer Lizenzen für Anbieter von Satellitenmobilfunkdiensten. Brüssel will souveräner werden und große Teile des Spektrums für europäische Anbieter reservieren. Auch wichtig: Das Kabinett hat den Regierungsentwurf zur Stärkung der Cybersicherheit beschlossen. Zum BriefingGeoökonomie: Deutschland verschärft das China-Dilemma der EU. Die EU sucht nach schärferen Instrumenten gegen Chinas Überkapazitäten, doch Deutschlands China-Kurs bleibt uneindeutig. Katherina Reiches Besuch in Peking zeigt, wie schwer sich Berlin damit tut, nationale Wirtschaftsinteressen und europäische Handlungsfähigkeit zusammenzubringen. Zum Briefing