Das Wichtigste am Abend: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche setzt in China auf Gespräche ++ Messerangriff am Bahnhof Winterthur in der Schweiz: Täter verkehrte in islamistischer Szene ++ Patagonia gegen Pattie Gonia28.05.2026, 17.05 Uhr5 LeseminutenDas lesen Sie nur in der NZZ: Nach dem Kriegsende 1945 beginnt Hans Ernst Schneider neu: mit gefälschten Papieren, die ihn als Hans Schwerte ausweisen. Aus dem Grossgermanenforscher des «Dritten Reichs» wird ein gefeierter Germanistikprofessor in der Bundesrepublik. Sein Fall zeigt, wie widersprüchlich und grotesk die Karrieren glühender Nationalsozialisten in der Bundesrepublik sein konnten. Zum HintergrundOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Wichtigste am AbendDeutschlands Wirtschaftsministerin zu Besuch bei Chinas fliegenden TaxisDas ist passiert: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ist diese Woche zu Besuch in China. Nach ihren Gesprächen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten He Lifeng in Peking flog sie am Donnerstag in den Süden des Landes. Dort besuchte sie das Startup Ehang, das fliegende Taxis herstellt. Reiche schwärmt nicht nur von dessen Technologie, sondern auch von der Entschlossenheit, mit der chinesische Firmen ihre Ziele verfolgten. Zum BerichtDarum ist es wichtig: Reiche ist sich darüber im Klaren, dass Chinas technologischer Aufstieg deutsche Unternehmen unter Druck setzt. Chinesische Firmen konkurrenzieren immer mehr deutsche Firmen, die einst Weltmarktführer waren. Doch Reiche weiss auch, dass die chinesischen Behörden deutsche Firmen oft bei öffentlichen Ausschreibungen ausschliessen. Zudem subventioniert Peking einheimische Unternehmen aus zahlreichen Branchen. Das führt dazu, dass chinesische Firmen ihre Waren in Europa zu Niedrigpreisen anbieten können.So könnte es weitergehen: Von den neuen Instrumenten im Umgang mit Chinas Handelspraktiken, die die EU-Spitzen an diesem Freitag in Brüssel beraten wollen, hält Reiche wenig. Sie setzt auf einen anderen Ansatz, um Differenzen auszubügeln. So plant die Wirtschaftsministerin, ein lange brachliegendes Gesprächsformat wiederzubeleben. In der sogenannten gemischten Wirtschaftskommission soll die Bundesregierung künftig mit der chinesischen Seite Probleme der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen diskutieren.Messerangriff am Bahnhof Winterthur in der Schweiz: Täter verkehrt in islamistischer SzeneDas ist passiert: In Winterthur, der fünftgrössten Stadt der Schweiz, hat ein 31-jähriger Mann am Donnerstagmorgen drei Personen mit einer Stichwaffe angegriffen. Ein Opfer wurde schwer verletzt, zwei weitere mittelschwer. Sie wurden ins Spital gebracht. Die Polizei nahm den Täter fest. Das Tatmotiv und die Frage, ob es sich um einen Angriff mit terroristischem Hintergrund handelt, sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Zum BerichtDarum ist es wichtig: Gemäss Informationen der NZZ verkehrt der Täter bereits seit mehreren Jahren in der islamistischen Szene Winterthurs. Er gilt als glühender Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat. Sein Name tauchte auch im Zusammenhang mit Ermittlungen um die später geschlossene An-Nur-Moschee auf. Der Täter gilt als psychisch labil. Am 25. Mai hat er sich bei der Winterthurer Stadtpolizei gemeldet und wirre Aussagen gemacht. Er wurde daraufhin in die Psychiatrie eingewiesen, einen Tag später verliess er sie. Zu den neusten EntwicklungenDas ist der Täter: Es handelt sich um einen 31-Jährigen, der aus Winterthur kommt. Er ist schweizerisch-türkischer Doppelbürger. 2015 wurde er angezeigt wegen Verbreitung von IS-Propaganda rund um die An-Nur-Moschee. 2018 wurde er im Zusammenhang mit einer Schlägerei angezeigt. Im August 2024 verliess er die Schweiz und wohnte knapp zwei Jahre lang in der Türkei. Weshalb er zurückkehrte, ist derzeit nicht bekannt.Was sonst noch passiert istSchmerzensgeld und Schadenersatz für Familie von getötetem zwölfjährigem Mädchen: Der Mord an Luise aus dem Ort Freudenberg in Nordrhein-Westfalen erschütterte 2023 Deutschland. Die Täterinnen waren strafunmündig – deshalb wollten die Eltern des Opfers mit einem Zivilprozess ein Zeichen setzen. Ein deutsches Gericht hat der Familie jetzt 125 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Zum BerichtDie EU verurteilt den Online-Händler Temu zu 200 Millionen Euro Strafe: Laut der EU verletzt ein sehr hoher Anteil der auf Temu gehandelten Produkte Sicherheitsvorschriften. Für Babys, aber auch für Erwachsene stellen sie Risiken dar. Zum BerichtDie USA und Iran kommen sich keinen Schritt näher: Bei erneuten Angriffen auf Iran sehen sich die USA weiterhin im Modus der Selbstverteidigung. Die Waffenruhe gilt derweil seit Anfang April. Wie weit sind die Länder von einem Abkommen entfernt? Zum BerichtMindestens zehn Schülerinnen sterben bei Brand einer Schule in Kenya: Am frühen Donnerstagmorgen brach in einer Mädchenschule ein Feuer im Schlaftrakt aus. Die Ursachen sind noch ungeklärt. Solche Schulbrände kommen in Kenya immer wieder vor. Zum BerichtAlexis Tsipras, der ehemalige Ministerpräsident Griechenlands, gründet eine neue Partei: Der Name der Partei Elas – Elliniki Aristeri Symparataxi, etwa Griechische Linke Allianz – ist kein Zufall. Er klingt nach der Geschichte der griechischen Linken, nach Widerstand, Volksfront und Bürgerkrieg. Tsipras versucht damit, die eigene Biografie umzuschreiben. Zum BerichtDer Mangel an Schmierstoffen könnte Verbrennerfahrzeuge ausbremsen: Der Iran-Konflikt entwickelt sich zur systemischen Schwachstelle der Mobilität: Experten warnen vor Engpässen bei synthetischen Ölen bis 2027. Erste Folgen sind bereits erkennbar. Zum HintergrundNorwegen schlüpft unter Frankreichs nuklearen Schutzschirm: Der französische Präsident Emmanuel Macron bindet das skandinavische Land in seine neue Nukleardoktrin ein. Hinter dem Schritt stehen auch Zweifel am Beistandsversprechen der USA. Zum «NZZ Pro»-BerichtDer iranische Staatsapparat vereinnahmt das Fussballnationalteam bereits vor der WM: Die Islamische Republik will um jeden Preis verhindern, dass die Spieler bei der WM ein Zeichen des Protests aussenden, wie es die iranischen Fussballerinnen beim Asien-Cup in Australien taten. Der iranische Fussballverband verlegt nun das WM-Quartier des Teams nach Mexiko. Zum BerichtUnsere Empfehlung für «NZZ Pro»-AbonnentenImagoMachtbewusste Leaderin: In der EU mit ihren drei Zentren – dem Rat der Mitgliedstaaten, der Kommission als Exekutive und dem Europäischen Parlament – sind Konkurrenzkämpfe der Normalfall. Die Machtverteilung muss immer wieder ausbalanciert werden. Dennoch ist unübersehbar, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stärker als in ihrer ersten Amtszeit Kontrolle an sich zieht. Immer offensichtlicher ist ihr Wille, die Kompetenzen der Kommission zu zentralisieren. Zum HintergrundMit dem Premium-Newsletter «NZZ Pro» haben Sie einen Blick voraus auf Weltwirtschaft und Geopolitik. Jetzt 30 Tage kostenlos testen. Zur AnmeldungDas empfehlen wir heuteSarah Silbiger / GettyPatagonia-Paradox: Die Outdoor-Marke Patagonia verklagt die amerikanische Umweltschützerin und Dragqueen «Pattie Gonia» wegen Markenverletzung: Sie soll einen symbolischen Dollar Schadenersatz zuzüglich Anwaltskosten bezahlen. Patagonia argumentiert, die Klage sei notwendig, um die Marke zu schützen. In diesem Fall prallen zwei Akteure aufeinander, die ähnliche kulturelle Codes nutzen, aber aus sehr unterschiedlichen Positionen kommen. Zum HintergrundLebende Legende: Dominik Hasek, 61, gilt als bester Torhüter der Eishockeygeschichte. Er führte Tschechien 1998 in Nagano zu Olympiagold. Hasek absolvierte 854 Spiele in der National Hockey League, gewann mit den Detroit Red Wings zwei Mal den Stanley-Cup. Seit längerem beschäftigt ihn der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stark. Er sagt: «Für die Russen ist Eishockey ein wichtiges Propagandawerkzeug.» Zum InterviewBevor Sie weitergehen🎧 Hören: Nach dem für die FDP desaströsen Ergebnis bei der Bundestagswahl 2025 wollte er die Politik noch verlassen. Jetzt ist Wolfgang Kubicki, 74, der einzige Kandidat für den Vorsitz seiner Partei. In «NZZ Machtspiel» spricht Kubicki darüber, warum er nun doch Parteichef werden will, wie viele Anzeigen er in seinem Leben schon gestellt hat und welches Tempolimit er einführen würde. Zum Podcast🎥 Sehen: «Etty» erzählt das Leben der jüdischen Schriftstellerin Etty Hillesum in einem heutigen Setting. Die Arte-Produktion basiert auf Hillesums in den vierziger Jahren entstandenen Tagebüchern. Der Regisseur Hagai Levi verzichtet auf historische Folklore. Was die herausragende Serie kann: auf sehr deutliche Weise dezent sein. Zur RezensionIch wünsche Ihnen einen gemütlichen Abend.Lillybelle EiseleDas Briefing erscheint wochentags um 6 und 17 Uhr. Samstags gibt es eine Wochenendausgabe um 7 Uhr.