Das Wichtigste am Abend: Der Täter aus Winterthur kann möglicherweise gar nicht ausgebürgert werden ++ Russische Drohne stürzt auf Wohnhaus in Rumänien ++ Reportage aus dem IC 1 zeigt: Die Schweiz streitet nicht über Dichte29.05.2026, 17.04 Uhr6 LeseminutenDas lesen Sie nur in der NZZ: Bei der kommenden Abstimmung über das Zivildienstgesetz geht es um sechs Massnahmen. Sie sollen hauptsächlich den Wechsel von Armeeangehörigen in den Zivildienst erschweren. Bei einem Ja zum geänderten Zivildienstgesetz werde es viel mehr Doppeluntaugliche geben, sagt der GLP-Nationalrat Patrick Hässig. Michael Götte von der SVP hält dagegen: «Das Militär ist kein Wunschprogramm.» Zum StreitgesprächOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Wichtigste am AbendNach der Messerattacke von Winterthur: Der Täter kann wohl erst in einigen Jahren ausgebürgert werden – oder gar nichtDas ist passiert: Am Donnerstag hat ein Mann mehrere Passanten am Bahnhof Winterthur mit einem Messer attackiert. Danach forderte der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr: Das Staatssekretariat für Migration soll dem Täter – ein türkisch-schweizerischer Doppelbürger – die Staatsbürgerschaft aberkennen. Doch die Vergangenheit zeigt: Die Hürden sind hoch. So oder so kann der Täter wohl erst in einigen Jahren ausgebürgert werden – oder gar nicht. Zum BerichtDas sagt ein Psychologe: Nach der Messerattacke wurde bekannt, dass der Täter erst kurz zuvor aus der Psychiatrie entlassen worden war. Jérôme Endrass ist Professor für forensische Psychologie und stellvertretender Leiter des Amtes für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich. Er sagt, weshalb der Täter trotz seinem Zustand aus der Psychiatrie entlassen wurde und weshalb für ihn ein islamistisches Motiv bis jetzt fraglich ist. Zum InterviewSo sehen wir es: Was in Nachbarländern wie Deutschland mit trauriger Regelmässigkeit für Schlagzeilen sorgt, erschüttert nun auch die Schweiz: eine Terrorattacke im öffentlichen Raum. Viele glaubten, das Land sei gefeit gegen solche Vorfälle. Doch der Terrorakt von Winterthur beweist das Gegenteil. Zum KommentarSchwerster Vorfall seit Kriegsbeginn: Russische Drohne stürzt auf Wohnhaus in RumänienDas ist passiert: In der Nacht auf Freitag ist eine russische Drohne in der rumänischen Stadt Galati auf ein zehnstöckiges Wohnhaus gestürzt. Die Detonation des Sprengkopfs löste einen Brand aus. Zwei Personen wurden dabei leicht verletzt. Siebzig Bewohner des Wohnblocks wurden nach dem Einschlag evakuiert. Die Drohne stand im Zusammenhang mit russischen Angriffen in der Region der nahe gelegenen Stadt Reni, wie Vertreter des Verteidigungsministeriums berichteten. Zum BerichtDarum ist es wichtig: Russland greift regelmässig die ukrainischen Donauhäfen von Reni und Ismajil an, die unmittelbar an rumänisches Territorium grenzen. Doch in ein so dicht besiedeltes Gebiet gab es in Rumänien noch nie einen Einschlag einer russischen Drohne, erst recht nicht jenen eines unbeschädigten Fluggeräts mit intaktem Sprengkopf. Der Vorfall in Galati ist der schwerwiegendste für das Land seit Kriegsbeginn. Die Ukraine werde Rumänien auf «jede erdenkliche Weise» unterstützen, schreibt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski auf X. Zum Live-TickerSo reagiert Rumänien: Nachdem ein Radar die eindringende Drohne erfasst hatte, stiegen zwei rumänische Kampfflugzeuge des Typs F-16 sowie ein Militärhelikopter auf. Kurz vor dem Einschlag verschwand das Fluggerät aber wieder von den Radarschirmen. Unabhängig davon, ob Russland bewusst provozieren wollte oder das Risiko eines Zwischenfalls einfach in Kauf nahm: Der Vorfall zeigt erneut, wie bereit Rumänien ist, auf die Gefahr durch russische Drohnen zu reagieren. Seit Kriegsbeginn gab es laut dem Verteidigungsministerium 47 solche Vorfälle.Was sonst noch passiert istSt. Gallen streicht die umstrittene Impfpflicht aus dem Gesetz: Die St. Galler Regierung hat die Totalrevision des Gesundheitsgesetzes verabschiedet. Allerdings ohne die Kompetenz des Kantons, im Krisenfall ein Impfobligatorium anzuordnen. Zum BerichtAuf dem Titlis wird eine Touristenattraktion eröffnet: Der Titlis Tower ist ein Hochhaus auf 3000 Metern über Meer. Kommende Woche eröffnet das neue Schweizer Wahrzeichen. Das erhoffen sich die Verantwortlichen der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis. Doch der Start erfolgt zu einem schwierigen Zeitpunkt: Der Iran-Krieg sorgt für einen Dämpfer bei Überseetouristen. Zum BerichtDie Krankentaggeldversicherung wird zum Problem für ältere Arbeitnehmer: Der Bundesrat will, dass Angestellte möglichst lange im Job bleiben. Doch die steigende Zahl von Absenzen wegen psychischer Krankheiten könnte diesen Plan durchkreuzen. Zum BerichtDie Investitionswelle in der amerikanischen Pharmaindustrie macht den Patron von Dottikon ES nervös: Markus Blocher selbst hat für viel Geld die Kapazitäten im Aargau ausgebaut. Weigert er sich trotz den amerikanischen Zöllen weiterhin, eine Produktionsstätte in Amerika zu errichten, oder knickt er ein? Zum BerichtDer Fall Jositsch zeigt, wie bei der SP die Juso den Tarif durchgeben: Das oberste Prinzip der SP ist hochproblematisch. Und dass die gewählte Strategie in den nächsten Zürcher Ständeratswahlen aufgeht, ist alles andere als sicher – trotz dem SP-Superstar Jacqueline Badran. Zum KommentarJeff Bezos, Besitzer des Unternehmens Blue Origin, erlebt Rückschlag bei seinen Raumfahrtplänen: Anfang Juni hätte die New-Glenn-Rakete Satelliten in den Orbit bringen sollen. Bei einem der letzten Tests vor der Mission ging sie in einer Explosion in Flammen auf. Der Schaden für die Firma Blue Origin ist gross. Zum BerichtDer Uno-Sitz in Genf bekommt ein Besucherzentrum – bezahlt von privaten Genfer Gönnern: Was hat die Uno mit dem Internetanschluss, Antibiotikaresistenzen oder der Ozonschicht zu tun? Ein neues Besucherzentrum will sichtbar machen, wie stark internationale Zusammenarbeit den Alltag beeinflusst. Zum BerichtDer überraschende Wahlsieg der Rechten in Venedig verschafft Giorgia Meloni eine Atempause: Doch die italienische Regierungschefin ist eine erschöpfte Siegerin. Hinter der Fassade mehren sich die Konflikte: Streit um das Wahlrecht, blockierte Institutionen und Konkurrenz von rechts setzen Meloni unter Druck. Zum BerichtSo umgeht Iran die amerikanische Seeblockade: Die Blockade der Strasse von Hormuz setzt Iran wirtschaftlich unter Druck. Doch das Land ist geografisch nicht isoliert: Drei Korridore schaffen Iran neue Ausweichrouten, um die Seeblockade zu umgehen. Zur visuellen «NZZ Pro»-AnalyseUnsere Empfehlung für «NZZ Pro»-AbonnentenAvi Ohayon / ImagoKomplizierte Deals: Verhandlungen dauern lange, ihre Ergebnisse sind unvorhersehbar. Donald Trump wird das unterschätzt haben, als er den Iran-Krieg erst begann und dann mit einem Deal beenden wollte. Remigi Winzap hat sein Leben dem Verhandeln gewidmet. Er hat für das Staatssekretariat für Wirtschaft gearbeitet und war Schweizer Botschafter bei der Welthandelsorganisation. Im Iran-Krieg mache Trump vieles falsch, Teheran eines richtig, sagt er. In dieser Weltordnung sollten die Schweiz und die EU zusammenarbeiten. Zum InterviewMit dem Premium-Newsletter «NZZ Pro» haben Sie einen Blick voraus auf Weltwirtschaft und Geopolitik. Jetzt 30 Tage kostenlos testen. Zur AnmeldungDas empfehlen wir heuteDan CermakKein Sitzplatz: Alle paar Jahre streitet die Schweiz darüber, wer zu ihr gehören darf. Seit ein paar Wochen ist der Streit viel grundsätzlicher als früher. Jetzt geht es darum, wie viele Menschen die Schweiz in der Badi, in der Migros, im Zug verträgt. Für die Befürworter der 10-Millionen-Initiative der SVP ist der volle IC 1 zwischen Zürich und Bern das Lieblingsbeispiel dafür, dass es so nicht weitergehen kann. Doch wer in diesem Zug zuhört, merkt: Die Schweiz streitet gar nicht über Dichte. Zur ReportageDigitale Menschenrechte: Anfang Mai hätte die «Rights Con» stattfinden sollen. Es ist die grösste Konferenz für Menschenrechte im digitalen Zeitalter. Doch das diesjährige Gastgeberland Sambia sagte die Konferenz wenige Tage vor ihrem Beginn ab. Es heisst, China habe interveniert. Bulelani Jili ist Experte für Technologie und die Beziehungen zwischen China und Afrika. Er erklärt, wie eng Sambia und China verbandelt sind. Zum InterviewSportliche Kommerzialisierung: Kolkata zählt zu den Zentren der Indian Premier League (IPL), der wichtigsten Cricketliga der Welt. Sie vereint Kommerz, Musik und Unterhaltung. Im bevölkerungsreichsten Land der Welt spricht sie eine wachsende Mittelschicht an. Die IPL ist inzwischen die zweitlukrativste Sportliga der Welt nach der American-Football-Liga NFL. Zum HintergrundBevor Sie weitergehen🎧 Hören: In Indien werden noch immer bis zu 90 Prozent aller Ehen von den Eltern arrangiert – selbst unter jungen, urbanen und gut ausgebildeten Menschen. Unser Südasien-Korrespondent Ulrich von Schwerin hat in Delhi die Partneragentur Make My Lagan besucht, die traditionelle Ehevermittlung modern organisiert. In «NZZ Akzent» erklärt er, warum viele Inderinnen und Inder Partnervermittlungen Dating-Apps vorziehen und welche zentrale Rolle Familie und soziale Herkunft weiterhin spielen. Zum Podcast📖 Lesen: Mit dem Romantitel «Michaela Kohlhaas» spielt die deutsche Schriftstellerin Heike Geissler auf die Novelle von Heinrich von Kleist an. Aber was dann kommt, ist hochkomisch. Geissler hat eine Gesellschaftssatire geschrieben, der es nichts ausmacht, im Genre von Märchen und Sagen zu wildern. Zur RezensionIch wünsche Ihnen einen sommerlichen Abend.Lillybelle EiseleDas Briefing erscheint wochentags um 6 und 17 Uhr. Samstags gibt es eine Wochenendausgabe um 7 Uhr.