Hamburg ist im innerdeutschen Rennen um die Olympia-Bewerbung aus dem Rennen. Am 31. Mai stimmten knapp 55 Prozent der Hamburger gegen eine Bewerbung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), die Wahlbeteiligung lag bei nicht ganz 50 Prozent. Im Wettbewerb um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 sind nun nur noch München, die Region Rhein-Ruhr – und Berlin, das am 4. Juni seine Bewerbung beim DOSB offiziell einreichen will.Aus der Perspektive von Berlins Olympia-Initiatoren rund um den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) könnte man meinen: Mit dem Wegfall des Konkurrenten Hamburg seien nun die Chancen gestiegen. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Steffen Krach zu Hamburgs Olympia-Nein: „Freue mich gar nicht“
Nachdem der DOSB in den vergangenen Wochen und Monaten selbstsicher eine deutschlandweite Olympia-Stimmung beschwor, ist das Hamburger Votum in seiner Klarheit ein herber Schlag. Das Ergebnis zeigt, welche Skepsis es gerade in den Ballungszentren gegen Großveranstaltungen gibt. Zwar votierte in München und Rhein-Ruhr eine Mehrheit der Bevölkerung bereits für eine Olympia-Bewerbung, und auch die Berliner Bewerber berufen sich auf eine DOSB-Umfrage aus dem Mai, derzufolge rund 60 Prozent der Hauptstadt-Bevölkerung pro Olympia eingestellt sind.Gleichzeitig sammelt die Bürgerbewegung NOlympia fleißig Stimmen, um auch in Berlin einen Volksentscheid zu erzwingen. Die Mitglieder des DOSB entscheiden am 26. September darüber, wer für Deutschland ins internationale Rennen um Olympia geht. Hätte die Initiative NOlympia Erfolg, fiele der Volksentscheid auf die Zeit nach der Nominierung. Dazu kommen die Berliner Abgeordnetenhauswahlen, nach denen mit den Grünen oder den Linken Olympia-Gegner ins Rathaus einziehen könnten. Heißt: Sich für Berlin zu entscheiden, birgt für den DOSB ein gewisses Risiko – insbesondere nach dem desaströsen Volksentscheid in Hamburg.„Die Entscheidung der Hamburger überrascht mich, ich dachte, die Abstimmung wird pro Olympia ausgehen“, sagte SPD-Spitzenkandidat Christian Krach der Berliner Zeitung. Wer nun glaube, das komme Berlin gelegen, liege falsch. „Ich freue mich gar nicht, denn ein klares Ja in Hamburg wäre auch für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und für die deutsche Bewerbung insgesamt besser gewesen“, so der Berliner SPD-Chef.












