Hamburgs Olympia-Konkurrenten München und «KölnRheinRuhr» haben schon einmal vorgelegt. Bei Referenden sprachen sich etwa zwei Drittel der Menschen dort für die Ausrichtung des Ringe-Spektakels 2036, 2040 oder 2044 aus. Auch die Bevölkerung von Kiel - möglicher Partner Hamburgs - hat sich für Spiele ausgesprochen. Berlin verzichtet auf eine Bürgerbefragung.Am 31. Mai sind die Bewohnerinnen und Bewohner Hamburgs gefordert, ihre Stimme für oder gegen eine Kandidatur der Stadt abzugeben. Unterlagen für die Briefwahl wurden schon Ende April verschickt.Seit Wochen werben die Hamburger Polit-Prominenz, bekannte Sportlerinnen und Sportler, der organisierte Sport, die Industrie und der Handel für eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele an Alster und Elbe. Doch auch die Olympia-Gegner mobilisieren. Was spricht für eine Hamburger Kandidatur, was dagegen?ProNachhaltigkeit:76 Prozent der 33 Sportstätten seien bereits vorhanden, die anderen 24 Prozent würden temporär errichtet werden, heißt es in dem Konzept. Eine neue Multifunktionsarena soll auch ohne Olympia im Volkspark gebaut und vor allem vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV genutzt werden. Etwa 100 Sportanlagen sollen als Trainingsstätten für Schulen und Vereine modernisiert und saniert werden.Das olympische Dorf in der schon geplanten Science City im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld ist für 15.000 Sportlerinnen und Sportler geplant und soll nach den Spielen in 9.000 bezahlbare Wohnungen umgewandelt werden.Ökologie:Olympia in Hamburg soll nicht nur klimaneutral, sondern sogar «klimapositiv» werden, heißt es in dem Hamburger Konzept. Darin wird geworben, dass 85 Prozent der Wettkampfstätten in einem Radius von nur sieben Kilometern liegen sollen. Die Mobilität soll zu 100 Prozent CO2-frei werden, die Energie käme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Das U- und S-Bahn-Netz soll ausgebaut werden. Dazu kämen 120 Kilometer neue Radrouten.Gesellschaft:Die Olympia-Macher in Hamburg argumentieren damit, dass Olympia der Stadt einen Schub geben könne. Es sei ein «großes, positives Zukunftsobjekt». Die Spiele würden den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der norddeutschen Metropole stärke. Impulse durch Olympia wären auch weit danach noch spürbar, in der Infrastruktur, der Sportinfrastruktur, für die Wirtschaft, als Wissenschafts-Standort oder auch als attraktives touristisches Ziel.Finanzen:Der Hamburger Senat hat das Budget, das unter anderem für die Kosten der Wettkampfstätten, Personal, Technologie und Marketing vorgesehen ist, mit 4,8 Milliarden Euro beziffert. Sogar ein Gewinn von 100 Millionen Euro wird laut externen Finanzgutachtern erwartet. Dieser Überschuss soll vor allem in den Breitensport fließen.