Lithium gehört zu den begehrten Rohstoffen unserer Zeit. Mit einem neuen Verfahren soll seine Gewinnung einfacher, günstiger und weniger umweltschädlich werden. Entwickelt wurde es von Forschern am Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Lithium lässt sich auf zwei Arten gewinnen: Es kann unter hohem Wasserverbrauch aus Salzseen in Südamerika, etwa in Bolivien, extrahiert werden. Oder es lässt sich als lithiumhaltiges Erz abbauen. Es daraus zu extrahieren, ist jedoch aufwendig. Das von den MIT-Forschern entwickelte Verfahren vereinfacht den Prozess.
Dabei geht das Team um Camden Hunt den umgekehrten Weg des bisher angewandten Verfahrens: Statt Lithium aus dem lithiumhaltigen Mineral Spodumen zu lösen, lösen sie bei Zimmertemperatur das Spodumen in seine Bestandteile. Das erreicht das Team mit Ammoniumhydrogendifluorid (NH4HF2) in einer wässrigen Lösung, das die stabile Bindung von Silizium und Sauerstoff aufbricht und mit den Metallen in dem Spodumen reagiert.
So entstehen die Fluorsalze Lithiumfluorid (LiF), Ammoniumkryolith (NH4)3AlF6)und Ammoniumhexafluorsilikat (NH4)2SiF6). Diese werden dann weiterverarbeitet: Das Lithiumfluorid wird in Lithiumhydroxid oder Lithiumkarbonat für die Akkuproduktion umgewandelt. Aus dem Ammoniumkryolith lässt sich in mehreren Schritten Aluminiumoxid gewinnen, das zu Aluminium verhüttet werden kann. Aus dem Ammoniumhexafluorsilikat lässt sich Siliziumdioxid herstellen, das für die Zementherstellung genutzt werden kann. Das Ammoniumhydrogendifluorid und das Wasser schließlich können weitgehend recycelt werden, sodass ein beinahe geschlossener Stoffkreislauf entsteht.













