Der von Intrigen zermürbte Urs Kessler tritt per sofort als Präsident von Swiss Ice Hockey zurück – sein Nachfolger soll Marc Lüthi werdenWenige Stunden nach dem verlorenen WM-Final gegen Finnland gibt Kessler sein Amt ab.01.06.2026, 12.39 Uhr2 LeseminutenAktualisiertUrs Kessler tritt als Präsident des Schweizer Eishockeyverbandes zurück.Annick Ramp / NZZZum dritten Mal seit 2023 sucht Swiss Ice Hockey einen neuen Präsidenten. Im Dezember 2024 war der ehemalige Spitzenhandballer Stefan Schärer nach anhaltenden Intrigen zum Rücktritt gedrängt worden. Er erhielt eine Abfindung und musste eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben, weshalb er sich bis heute nicht über die teils haarsträubenden internen Vorgänge äussert.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Sein Nachfolger Urs Kessler trat das Amt im September 2025 an. Er hatte zuvor erfolgreich die Jungfraubahnen geführt; es gab die Hoffnung, dass er die Schlangengrube Swiss Ice Hockey mit Entschiedenheit in den Griff kriegen würde. Gerüchte über seinen Rücktritt machten schon am Wochenende die Runde.Am Sonntag sagte Kessler auf eine NZZ-Anfrage über einen bevorstehenden Rücktritt: «So ein Seich. Jetzt ziehen wir das durch.»Am Montag um 9 Uhr 03 zitierte ihn der Verband in einem Communiqué so: «Ich habe mich entschieden, das Amt als Präsident per sofort niederzulegen und den Weg freizumachen für einen Neuanfang, welchen der Verband dringend benötigt. Die fortwährenden Diskussionen haben mir gezeigt, dass ich dafür nicht die richtige Person bin.»Ein Spielball der InteressenKessler hatte rasch erkennen müssen, dass die Uhren in diesem Metier anders laufen. Er wurde als Präsident unablässig desavouiert und war ein Spielball der vielen Interessen. Als er sich zum Play-off-Final der von Swiss Ice Hockey gemanagten Swiss League anmeldete, wurde ihm offenbar intern von einem Mitstreiter mitgeteilt, seine Präsenz sei unnötig, es werde jemand anderes den Pokal an den Champion HC Sierre übergeben.So ging das ständig. Kessler verlor im Verwaltungsrat mehrere Abstimmungen, was ihn zunehmend erboste, weil er sich nicht auf das Wort und die Loyalität seiner Mitstreiter verlassen konnte. Vor einigen Wochen versuchte Kessler im Verwaltungsrat die Absetzung des CEO Martin Baumann zu erwirken – unter anderem weil der Verbandsapparat unter diesem zuletzt stark aufgebläht wurde; die Rede ist von um die 15 neu geschaffenen Stellen in den letzten knapp zwölf Monaten. Das Unterfangen scheiterte krachend.Lüthi soll der Nachfolger werdenAuch bei anderen Voten zog der wie sein Vorgänger Schärer von den National-League-Klubs ins Amt gehievte Kessler den Kürzeren. Teilweise stimmte sogar der als NL-Vertreter gewählte Verwaltungsrat Peter Zahner gegen ihn.Als Nachfolger wird die National League nun offenbar einen sehr prominenten Mann ins Rennen schicken: Marc Lüthi, dessen lange, erfolgreiche Regentschaft im SC Bern per Ende April endete. Lüthi, 64 Jahre alt, gilt als unzimperlicher Macher. Die Rochade auf dem Präsidentensitz dürfte in den kommenden Monaten nicht die einzige einschneidende Änderung rund um Swiss Ice Hockey sein.Marc Lüthi wird laut Informationen der NZZ als Nachfolger gehandelt.KeystonePassend zum Artikel