Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl: Urs Lehmann kündigt als Geschäftsführer des Ski-Weltverbandes FISDer ehemalige Swiss-Ski-Präsident hat die Stelle erst im vergangenen September angetreten.05.06.2026, 13.39 Uhr2 LeseminutenAktualisiertDer FIS-Präsident Johan Eliasch (links) und der FIS-CEO Urs Lehmann beim Diskutieren.Jean-Christophe Bott / KeystoneAm kommenden Donnerstag wird ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin des Ski-Weltverbandes FIS gewählt. Längst wirft diese Wahl ihre Schatten voraus, es ist ein erbitterter Machtkampf entbrannt. Der jetzige Präsident Johan Eliasch will mit allen Mitteln an seinem Amt festhalten, mehrere Verbände, unter anderen Swiss Ski, stellen sich gegen ihn.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Am Freitag nun der nächste Knall: Urs Lehmann, der CEO der FIS, hat am Freitag seine Kündigung eingereicht und stellt seine Position per sofort zur Verfügung. Das bestätigt sein Sprecher Lorenz Furrer. Der Hauptgrund sei, dass Lehmann im Wahlkampf zunehmend zwischen die Fronten geraten sei; er habe diesen Schritt aus Respekt vor den Wahlen unternommen. Lehmann selber wird bis nach den Wahlen keine Auskunft geben.Lehmann hatte den Posten erst im vergangenen September angetreten, dafür hatte er Swiss Ski nach siebzehn Jahren als Präsident verlassen. Der Schritt erstaunte, hatten er und Eliasch doch über Jahre ein schwieriges Verhältnis. Beide wollten 2021 FIS-Präsident werden. Nach Eliaschs Sieg war Lehmann zuerst Mitglied im FIS-Council, was jedoch nur für Reibereien sorgte. Erst als sich Lehmann aus dem Gremium zurückzog, beruhigte sich das Verhältnis. Bis Eliasch Lehmann im Sommer 2025 sogar die Stelle als CEO anbot, die es davor gar nicht gab. Thematisch lägen die beiden gar nicht so weit auseinander, betonte Lehmann immer wieder. Und nahm den Posten an. «Wenn es um die Sache geht – gerne. Ich will einfach keinen politischen Krieg», sagte er im Interview mit der NZZ im Januar 2026.In den letzten Wochen und Monaten konnte man aus Gesprächen in der Skiszene aber heraushören, dass es für Lehmann nicht einfach sei. Auch er habe nicht den Zugriff oder Zugang auf Informationen innerhalb des Verbandes und die Handlungsfreiheit, die er sich wünschen würde. Eliaschs Gegner sagen, dass Lehmann sehr wohl einige positive Dinge bewirken beziehungsweise Eliasch zu einer gewissen Transparenz bewegen konnte. Zum Beispiel bei den Finanzen, dem Hauptthema vor der Wahl.Diejenigen, die in den vergangenen Wochen Einblick in die detaillierten Zahlen des Verbandes bekamen, schlugen Alarm: Eliasch soll in den fünf Jahren als Präsident zwischen 80 und 100 Millionen verloren haben, auch wenn er immer betonte, dass alles in Ordnung und auf bestem Wege sei. «Die finanzielle Situation der FIS ist besorgniserregend», sagt etwa der Swiss-Ski-CEO Diego Züger. Nun soll es auch deswegen zum Knall zwischen Eliasch und Lehmann gekommen sein, weil auch Letzterer Alarm schlug.Die Stimmung in der Schneesportszene ist angespannt. Von einer Kultur des Misstrauens ist die Rede, beide Seiten wollen sich vor der Wahl möglichst gut absichern. Eliasch wird am Donnerstag beim FIS-Kongress in Belgrad durch den Liechtensteiner Alexander Ospelt und die Britin Victoria Gosling herausgefordert. Gut möglich, dass Urs Lehmann seinen CEO-Posten ohnehin verloren hätte, sollte Eliasch Präsident bleiben. Und ebenfalls gut möglich, dass er seinen Posten wieder einnimmt, wenn jemand anderes gewinnt.Passend zum Artikel
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Der ehemalige Swiss-Ski-Präsident hat die Stelle erst im vergangenen September angetreten.














