Die Struktur von Staubscheiben um junge Sterne gibt direkte Aufschlüsse über die Eigenschaften dort kreisender Exoplaneten. Aus ihnen kann unter anderem deren Masse ermittelt werden. Das hat eine Forschungsgruppe herausgefunden und jetzt einen „simplen mathematischen Zusammenhang“ zwischen dem hellsten Ort eines Rings und der Masse des dafür verantwortlichen Himmelskörpers hergestellt. Damit könne man ohne detaillierte Kenntnisse über die Staubscheibe berechnen, welche Masse ein dort entstehender Protoplanet hat, erklärt die britische University of Warwick. Bestätigt hat die Gruppe ihr Modell demnach anhand des besonders gut erforschten Exoplaneten PDS 70. Für weitere haben sie neue Schätzungen zur Masse ermittelt.

Simulierte Darstellung zweier Ringstrukturen, die auf unterschiedliche massereiche Planeten hinweisen

(Bild: University of Warwick)

Als protoplanetare Scheiben werden scheibenförmige Strukturen aus Gas und Staub bezeichnet, die junge Sterne umschließen. Aus kleinen Unregelmäßigkeiten darin können Klumpen von Material entstehen, die dann wachsen und zu Exoplaneten werden. Auch die Geschichte der Erde dürfte so begonnen haben. Weil die entstehenden Himmelskörper sich dabei aber vor allem aus Material bedienen, das auf derselben Umlaufbahn um den Stern kreist, reißen sie damit Lücken in diese Scheiben. Derartige wurden schon öfter entdeckt, die Exoplaneten darin sind aber nur sehr schwer auszumachen – und noch viel schwerer zu vermessen. Das hofft die Gruppe um Amena Faruqi von der University of Warwick nun zu ändern.