In den vergangenen Sommern waren kurze Hosen ausnahmslos das: ganz kurz. Mikroskopisch winzig. Das ändert sich nun. Das Mittelmaß ist zurück. Denn nach einer längeren Pause, in der eine bestimmte Hosensilhouette gänzlich aus den Kleiderschränken verschwunden war, feiert sie in diesem Sommer ihr triumphales und viel diskutiertes Comeback: die Caprihose.Lange Zeit vergessen, erobert sie nun wieder die Laufstege und Modemetropolen. Doch wer die Dreiviertelhose nur als flüchtige Modeerscheinung verbucht, tut ihr unrecht. Ihre Geschichte ist eine der elegantesten und emanzipiertesten der Modewelt.
Ein Hauch von Italien: Eine deutsche Modeschöpferin schreibt Geschichte
Obwohl der Name sofort an laue italienische Sommernächte denken lässt, liegt die Wiege dieses Klassikers in Deutschland. Erfunden wurde die markante Hose, die traditionell knapp unter dem Knie endet und oft einen kleinen Seitenschlitz am Saum besitzt, im Jahr 1948 von der deutschen Modedesignerin Sonja de Lennart. Inspiriert von der Leichtigkeit und dem Freiheitsgefühl der italienischen Urlaubsinsel, benannte die Münchnerin das neue Kleidungsstück nach ihrem Sehnsuchtsort: Capri.
Zu einer Zeit, in der Frauen in der Öffentlichkeit fast ausschließlich Röcke oder weite, maskulin geschnittene Hosen trugen, war de Lennarts eng anliegende, wadenlange Kreation eine modische Revolution. Sie stand für Emanzipation, Sommerfrische und ein völlig neues, unbeschwertes Körpergefühl.













