Die Pluderhose als Konzept ist verheissungsvoll – erfüllt von Freiheit und Leichtigkeit, und das seit Jahrhunderten. Doch viele scheitern am Styling. Am besten nimmt man sich gute Beispiele.Eigentlich war es unvermeidbar. Je breiter die Hosenbeine in den vergangenen Jahren wurden und je tiefer ihre Bünde rutschten, desto weniger konnte man es leugnen: Die Zeit der Haremshose bahnte sich wieder an. Die Zeit der Pluder- oder Pump-, der Ballon- oder Sarouelhose. Die Zeit der Hose, die lieber ein Rock wäre. Nicht nur ein Thema für die Sommerkollektion. Chloé setzt auch in der kommenden Herbst/Winter-Saison auf Ballonhosen. Getty Images Übertrieben weit: Diese Alaïa Ballonhose ist auch ein Ballonrock. Courtesy of Alaïa Man sieht sie nun nicht mehr nur an Models auf High-Fashion-Laufstegen und steckengebliebenen Hippies, sondern auch in den Schaufenstern von Alaïa bis Mango. Dort wirken sie verheissungsvoll. Und etwas überfordernd.Die UnangepassteDas ist wenig überraschend. Die Pluderhose versprach schon immer Freiheit. In vielen arabischen Ländern und in der Türkei seit Jahrhunderten ein Unisex-Kleidungsstück, war sie für manche westliche Frauen der erste Schritt in Richtung Hose. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts etwa in Gestalt der «Pantaloons», die amerikanische Feministinnen wie Elizabeth Smith Miller trugen. Neben der Bewegungsfreiheit symbolisierte sie dank den Ballets Russes und Designern wie Paul Poiret ab 1909 auch kulturellen (und manchmal klischeehaften) Eskapismus.Nur in das Standardrepertoire der westlichen Mainstream-Mode schaffte die Pluderhose es nie. Im Lauf der Jahrzehnte bewahrte sie ihren Ruf der Unangepasstheit. Auch über die achtziger Jahre hinaus, als sie für kurze Zeit und wegen Designern wie Yves Saint Laurent unausweichlich schien. Denn immer wird sie begleitet von der einen Frage: Wie nur soll ich sie tragen?Nun, da sie dank Labels wie Alaïa und Givenchy zumindest im Street-Style wieder Hochkonjunktur hat, gibt es Beispiele in Hülle und Fülle. Dass die aktuellen Modelle vor allem unifarben sind und aus leichten, luxuriösen Stoffen bestehen, erleichtert das Styling.Styling-Inspiration von den Strassen Europas Florale Spitze für eine Ballonhose in drei Lagen, getragen von Content-Creator Marie Gaguech. Getty Images Elegantes Ensemble aus Ballonhose und streng tailliertem Sakko, gesehen in Almaty/Kasachstan während der Visa Fashion Week. Getty Images Plissiert für Eleganz: Seidig-fluffige Haremshose kombiniert mit High-Heel-Sandalen. Getty Images Die Influencerin Julia Kammerer in weisser Baumwoll-Ballonhose. Der Look ginge auch gut für die Ferien. Getty Images Redakteurin Gili Biegun kombiniert weisse Ballonhosen mit hochgeschlossenem Oberteil und Trenchcoat. Getty Images Herrlich bequem: Ballonhose mit Sneakern und Rollkragenpulli. Getty Images Gut gewappnet bei allen Wetterlagen in Blau: Jeansensemble aus Jacke und Hose. Getty Images Volumen in der Hose lenkt den Blick auf Schultern und Fesseln. Getty Images Herbstvorfreude: Chloé setzt auch im Herbst auf Haremshosen, hier in minimalistischer Ausführung. Getty Images Businesstauglich: Zweireiher und wadenlange Pluderhose in gedeckten Farben machen sich auch gut im Büro. Getty Images Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Die Pluderhose ist kontrovers – und diesen Sommer überall. Wie trägt man sie?
Die Pluderhose steht für Freiheit und Leichtigkeit – doch beim Styling tun sich viele schwer. So kombinieren Sie den Sommertrend elegant und modern.









