Am Sonntag sind in Kolumbien Präsidentschaftswahlen. Cepeda, Kandidat der Linken, muss wohl in die Stichwahl – gegen einen Ultrarechten.
A ls Bomben auf die Siedlung fallen, bricht das Publikum in donnernden Applaus aus. Die Menschen schwenken ekstatisch kolumbianische Flaggen und Luftballons. Es ist Wahlkampf in Kolumbien, und Präsidentschaftskandidat Abelardo de la Espriella begeistert mit seiner harten Seite. Zum Wahlkampfabschluss auf der Plaza de Lourdes in der Hauptstadt Bogotá, nur 11 Tage vor der Wahl, sind ein paar Hundert Menschen gekommen.
Zwischen einpeitschenden Jingles mit tanzenden Tigern wird ihnen zunächst ein fünfminütiges Werbefilmchen mit schnellen Schnitten, viel KI und martialischen Geigenklängen gezeigt: Ein künftiger Präsident Abelardo de la Espriella sitzt mit Polizei und Militär am Beratungstisch. Mit ernster Miene, Anzug, Einstecktuch, betrachtet er eine Karte, die das von Gewalt gebeutelte Departamento Valle del Cauca zeigt.
Ziel der fiktiven Operation: „Mordisco“, der Anführer einer Splittergruppe der Guerillabewegung Farc, und seine Männer. Im Film schwärmen nun Düsenjäger aus, werfen Bomben auf die Siedlung der illegalen Kämpfer, die inmitten von Kokafeldern liegt. Bodentruppen fesseln die Männer und schubsen sie in Lastwagen. Mordisco liegt leblos auf der Erde.











