Die offene Gesellschaft liegt im Rückstand und der Rollback geht voran. Harald Welzer findet, es braucht einen Perspektivwechsel, vom Utopischen zum Vorhandenen. Wie kann das funktionieren?

taz FUTURZWEI | Stephan Grünewald, der mit seinem rheingold Institut seit vielen Jahren die Psyche der Deutschen durchleuchtet, sagt in seinem Buch Wir Krisenakrobaten, Deutschland befände sich nicht in einer Zeitenwende, sondern in der Nachspielzeit.

„Die Menschen hoffen, dass die Zustände, die ihnen oft schon seit Kindertagen vertraut sind, noch einige Monate, vielleicht sogar ein oder zwei Jahre aufrechterhalten bleiben. Es herrscht in der Bevölkerung alles andere als eine moussierende Aufbruchs-, sondern eine diffuse Endzeitstimmung, die den Wunsch aufkommen lässt, die Zeit einfach anzuhalten.“ (S. 33)

Dieser Befund lässt sich mühelos auf die Szene der NGOs, Stiftungen und Initiativen übertragen, die sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mit Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Demokratieförderung oder (auch wenn niemand weiß, was das ist) progressiver Gesellschaftspolitik befasst haben.

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