Als ich 16 war, es war das Jahr 2016, stieg an meiner Schule eine Neon-Party. Ich war in Sachen Feierei noch einigermaßen unerfahren, dementsprechend aufgeregt war ich. Rückblickend viel zu aufgeregt für eine Veranstaltung, die unter Lehrerbeobachtung und auf dem graubraun laminierten Aula-Boden meiner Schule stattfinden sollte.

Noch dazu gab es ein nicht ganz kleines Problem: Ich hatte kein einziges Teil in Neonfarben in meinem Kleiderschrank. Noch nicht mal ein Haargummi. Entgegen dem damaligen Zeitgeist, der die poppige Farbwelt der 80er-Aerobic-Kultur wiederbelebte, schätzte ich die schrille, laute Farbwelt so gar nicht. Zu künstlich, zu trashy – mich zieht es seit jeher eher zu gedeckten, natürlichen Farben hin.

Doch es half ja alles nichts, für die Neonparty musste ich schweren Herzens eine Ausnahme machen. Also zog ich unter Begleitung meiner Mutter ins lokale Einkaufszentrum los, mit einem klaren Ziel vor Augen: Neon. Doch wenig überraschend wollte mir nichts so richtig gefallen. Kurz vor Ladenschluss entschied ich mich torschlusspanisch für ein neonpinkes Longsleeve mit transparentem Spitzeneinsatz an den Schultern – es war im Sale und kostete 1,99 Euro. So hatte ich mir meine erste Partygarderobe nicht vorgestellt. Aus Cost-per-Wear-Perspektive aber sinnvoll, denn das Top trug ich danach nie wieder.